Mit dem Twitter-Aufruf „Holt euch Popcorn... es wird eine lange Nacht" starteten die Hacker ihren Gegenschlag gegen die Urheberrechts-Verteidiger in den USA. Im Blog AnonOps wurden zahlreiche Websites zum Ziel der Anonymous-Attacken erklärt. Offizieller ginge es bei der Organisation kaum, so Spiegel online. In einem Video kritisiert Anonymous die für die Schließung von Megaupload Verantwortlichen als korrupt und rief die Menschen dazu auf, nicht still zuzusehen, sondern aktiv zu werden.
Mehr als 5.600 Personen hätten sich an den Aktionen beteiligt, so Anonymous über Twitter. Die IT-Seite golem.de führt aus, im Rahmen der Operation „OpMegaUpload" seien innerhalb von 20 Minuten zehn Seiten lahmgelegt worden, „darunter die Websites Justice.gov des US-Jusitizministeriums, der MPAA.org der US-Filmindustrie und der US-Musikindustrie RIAA.org, Universalmusic.com, FBI.gov, Copyright.gov, Chrisdodd.com, die Websites des ehemaligen US-Senators und derzeitigen Vorsitzenden der MPAA, Whitehouse.gov, usdoj.gov, WMG.com und BMI.com.“ Insgesamt seien 24 Prozent mehr Angriffe als zu dieser Zeit üblich über den Real-time Web Monitor des CDN-Providers Akamai registriert wurden. Der normale Webtraffik hätte währenddessen um elf bis 13 Prozent über normalem Niveau gelegen, so golem.de.
Im Vorfeld der Proteste hatte die US-Justiz am vergangenen Donnerstag mit Megaupload einen der weltgrößten Filehoster vom Netz genommen. Die Betreiber werden für einen Schaden von mehr als 500 Millionen Dollar verantwortlich gemacht, so Spiegel online. Neben dem deutsch-finnischen Gründer Kim Schmitz alias „Kim Dotcom" wurden bereits mehrere Personen festgenommen. Im Rahmen der mehr als 20 Hausdurchsuchungen in acht Ländern wurde außerdem Besitz im Wert von rund 50 Millionen US-Dollar beschlagnahmt. Den Angeklagten drohen nun jeweils 5 bis 20 Jahre Haft wegen verschiedener Anklagepunkte. Kurz vor der Schließung des Portals betitelte Megaupload laut Nachrichtenagentur Associated Press (AP) die Anschuldigungen, das Unternehmen fördere massenhafte Urheberrechtsverstöße, als „grotesk überzogen".
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