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US-Anwältin fordert Transparenz und mehr Datenschutz bei Apps
Internetunternehmen wie Google und Facebook wird schon seit langem vorgeworfen, private Daten ihrer Nutzer zu sammeln und für Werbezwecke zu gebrauchen. Datenschützer warnen ununterbrochen vor den Fängen der digitalen Kraken und fordern mehr Transparenz und Sicherheit. Ähnlich sieht es die Generalstaatsanwältin Kamala Harris aus dem US-Staat Kalifornien. Doch geht es der Juristin nicht um konkrete Webseiten im Internet, sondern um Apps für Smartphones und Tablet-PCs. Rückendeckung erhält sie vom Präsidenten Barack Obama.

Harris forderte die größten App-Entwickler dazu auf, die Privatsphäre der Nutzer besser zu schützen. Nun verkündete sie eine hierzu geschlossene Vereinbarung mit Apple, Google, Microsoft, RIM, Hewlett-Packard und Amazon. In Zukunft müssen Apps gewisse Datenschutz-Standards einhalten, bevor sie veröffentlicht werden. User sollen vor allem darüber informiert werden, welche konkreten Daten gesammelt werden. „Ihre persönliche Privatsphäre sollte nicht auf Kosten der Nutzung mobiler Anwendungen drauf gehen, aber allzu oft ist genau dies der Fall“, sagte die Generalstaatsanwältin. „Diese Vereinbarung stärkt den Schutz der Privatsphäre von Verbrauchern in Kalifornien und von Millionen von Menschen rund um den Globus, die mobile Anwendungen nutzen."

Consumer Privacy Bill of Rights

Wie SPIEGEL Online zu entnehmen ist, verkündete die US-Regierung unter Barak Obama fast zeitgleich den „Consumer Privacy Bill of Rights“ für mehr Datenschutz. „Amerikanische Verbraucher können nicht mehr länger auf klare Verkehrsregeln warten, die sicherstellen, dass ihre persönliche Information online sicher ist", erklärte Obama. Der Plan beinhaltet folgende sieben Punkte:

  • Individuelle Kontrolle: Verbraucher haben das Recht, Kontrolle darüber auszuüben, welche persönlichen Daten Organisationen von ihnen sammeln und wie diese benutzt werden.
  • Transparenz: Verbraucher haben ein Recht auf einfach verständliche Informationen über Datenschutz- und Sicherheitspraktiken.
  • Respekt für den Kontext: Verbraucher können erwarten, dass Organisationen persönliche Informationen auf eine Weise sammeln, nutzen und weitergeben, die mit dem Kontext vereinbar ist, in dem die Verbraucher diese Daten zur Verfügung stellen.
  • Sicherheit: Verbraucher haben ein Recht auf sicheren und verantwortungsbewussten Umgang mit ihren Daten.
  • Zugang und Genauigkeit: Verbraucher haben ein Recht darauf, auf ihre persönliche Daten zuzugreifen und sie unter Umständen zu korrigieren, damit im Falle inkorrekter Angaben keine negativen Konsequenzen für den Einzelnen erfolgen.
  • Gezieltes Sammeln: Verbraucher haben ein Recht auf vernünftige Begrenzungen im Bezug auf die persönlichen Daten, die Unternehmen sammeln und speichern.
  • Verantwortlichkeit: Unternehmen müssen das Recht der Verbraucher sicherstellen und ihre persönlichen Daten im Einklang mit der Consumer Privacy Bill of Rights behandeln.
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23.02.2012 / AJ
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