Testurteil: "5 von 10 Punkten"
Test: Einzeltest: Trains and Stations
Zitat: Trains and Stations spielt sich von Partie zu Partie sehr unterschiedlich: Einmal läuft alles recht gemächlich ab (dann wenn zuerst eher Gebäude als Strecken gebaut werden), ein anderes Mal ist es überraschend(!) schnell vorbei (wenn jeder rasch Strecken baut um von Verbindungserlösen unabhängig zu sein). Speziell Letzteres ist mir ein Dorn im Auge, weil unschöne Effekte auftreten. Es ist nämlich so, dass dann nur recht wenige Warenkarten Besitzer finden. Entsprechend groß ist der Einfluss von Machtkarten, die eine hochwertige Ware zeigen. Oft genug ist dann ein Spieler mit Goldsymbol auf der Machtkarte der einzige der überhaupt Gold hat. So bekommt er neun Punkte in den Rachen geworfen, weil er vielleicht bei der Kartenverteilung am Spielbeginn Glück gehabt hat; bei insgesamt 60 (bei 3 Spielern) bis 80 (bei 5 Spielern) Siegpunkten, die bis zum Spielende durch Streckenbau gesammelt werden können, ist das eine Menge!
Um gleich bei den Siegpunkten zu bleiben: Die dazugehörigen Karten gib es als Einser und Fünfer. Man kommt äußerst selten in die Verlegenheit, einen ganzen Fünfer auszahlen zu müssen. Folge: Viele Tauschereien. Würden Siegpunkte nur als Einser existieren, müsste man am Ende zwar mehr zählen, würde sich aber unterwegs einiges ersparen. Der Rest der Ausstattung ist gut und zweckdienlich, obwohl ich die Gebäude in lebendigeren Farben gewählt hätte.
Der Spielspaß ist, so wie der Spielablauf, wechselnd. Man weiß vorher nie, ob es eine schnelle oder eine langsame Partie sein wird, entsprechend ist es schwierig die optimale Strategie zu wählen. Konzentriere ich mich auf Gebäudebau und Warenerhalt, kann ich wegen niedriger Rundenzahl das Nachsehen haben. Andererseits habe ich entscheidende Vorteile, wenn auch die anderen so manches Gebäude errichten. Da ich auf das Spieltempo der Mitspieler nur äußerst begrenzten Einfluss habe, ist im Zweifel die „Konzentrier dich auf den Streckenbau“-Strategie zu empfehlen, mit ausgewählten Gebäuden an strategisch günstigen (weil oft angefahrenen) Stationen. Das gibt aber wieder den vorhin angesprochenen Machtkarten-Besitzern einen Vorteil, wenn nur wenige Warenkarten ins Spiel kommen… Es ist verflixt! Noch dazu, wenn das Würfelglück gegen meine Strategie ist und ich die gewünschten Symbole nicht würfle. Vor allem wenn das Geld ausbleibt! Würfelt man keine Dollar, verliert man irgendwann die Möglichkeit neu zu würfeln, wodurch man nehmen muss was man auf Anhieb würfelt. Chancen auf Gebäudebau tendieren dann in den unteren Bereich, weil man einige Züge vergeudet und über mehrere Runden sammeln muss. Das Sammeln wiederum sperrt Würfel gegen Dollar, was mein Problem nur noch verstärkt.
Insgesamt kann ich mich nicht so recht an Trains and Stations erwärmen. Soll ich mich auf das nächste Spiel freuen? Ich weiß es nicht! Es ist so, als würde ich in mein Lieblingsrestaurant gehen und mir meine dortige Lieblingsspeise bestellen. Ob sie mir aber schmecken wird, hängt von der Tagesform des Kochs ab… Das sind nicht die besten Voraussetzungen für regelmäßige Besuche.
Bleibt noch die abschließende Frage: Warum soll das Spiel erst ab 14 Jahren geeignet sein?