Testurteil: "4.0/10"
Test: Einzeltest: Snipers
Zitat: Pro: + Hübsche Karten und gelungene Gebäudearchitektur
+ Freischaltbare Extras
+ Mehrere Scharfschützengewehre
+ Spiel mit Drohnen und Unsichtbarkeit
+ Jäger-und-Gejagter-Modus
Contra: - Leblose Welt
- Lahme Steuerung/Bewegungen
- Detailarmut bei Waffen und Ausrüstung
- Kaum Interaktion mit der Umgebung
- Lobby zum Testzeitpunkt so gut wie tot
- Unterdurchschnittliche Soundeffekte
- Keine Solo-Kampagne
Der Test von Snipers war eine regelrechte Qual. In anderen Shootern bin ich gerne mal verhasster Dauercamper und hocke mit dem Scharfschützengewehr verschanzt in einer Ecke. Dass ich aber schon vor dem Match in der Mehrspieler-Lobby zum Camper werde, das hatte ich nicht erwartet. Auch nicht eine derartig behäbige Bedienung und Sensationsarmut wie in diesem angeblich so modernen Machwerk. Ein Spiel, das gezielt die Welt der Scharfschützen offenbaren will und dann doch nur stumpfe Ballerei mit extrem beschnittenen Möglichkeiten zum Vollpreis feilbietet. Och nö! Es fehlt so vieles, was die Welt eines Xbox 360-Scharfschützen interessant machen könnte. Mehr Interaktion mit der Umgebung. Tarnungsmöglichkeiten, die individuelle Klamotten, Gesichtsfarben oder das Verschwinden unter Bodenluken einschliessen. Ein komplexerer Umgang mit Deckungen allgemein. Und vor allem: Mehr Bewegungsspielraum beim Klettern, Hangeln, Schleichen und Robben. Dass die Suche nach Online-Spielern in der Lobby auch mal 15 bis 30 Minuten verschlingt, dafür kann der Hersteller vielleicht nichts. Aber dass ein Vollpreisspiel ein derartig altback´sches, zurückgeschraubtes Gameplay bietet und dem Namen des Spiels keineswegs Rechenschaft trägt, dafür gibt´s Abzüge. Und zwar die Abzüge in der Gesamtwertung - die von den Gewehren in Snipers rühre ich erst einmal nicht mehr an. "Unsichtbar, lautlos, tödlich!" Mit der Scharfschützensimulation Snipers hat Bigben Interactive offenbar die Pforten zur Geriatrie geöffnet. Entfleucht ist ein schwer verdauliches Schiessspielchen für altersschwache Shooter-Fans. "Killerspiele" können ja so voller Leben sein. Jagen, kriechen, verschanzen, ballern, nachladen, weiterballern, und die besseren Gegenspieler als Cheater beschimpfen. Der Reihe nach werden Kontrahenten umgelegt, nur um sie erneut als Kugelfutter wiederauferstehen zu lassen. Egal, ob Battlefield, Call of Duty oder selbst das über zwölf Jahre alte Counter-Strike: Wer tötet, ist gleichzeitig auch Erneuerer. Nun lesen sich die Versprechungen von Bigben Interactive, mit Snipers auch das Genre zu erneuern, ziemlich gehaltvoll. Der Test aber zeigt: Leben kommt mit dem Online-Spiel aus der französischen Spieleschmiede Hydravision kaum in die Bude, wenn selbst das uralte Counter-Strike lebhaftere Action bietet.