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Jovis Verlag Exhibiting Matters
Bilingual edition (English/German) / Zweisprachige Ausgabe (deutsch/englisch) The fields of art and architecture are currently witnessing an expansion of the exhibitionary complex: permanent and temporary exhibition spaces proliferate, blending with sites of consumption. Responding to this development, GAM.14 focusses on the act of exhibiting, which reconfigures the spatial limitations of the exhibition, thus creating dynamic sites of contestation and political confrontation. GAM.14 is a collection of current positions from the disciplines of art and architecture assembled around the conceptual effort to distinguish the act of exhibiting from exhibition, opening the potential of exhibiting as an exploratory space to address urgent social and political challenges of our time. With contributions by Bart De Baere, Ivana Bago, Ana Bezić; Nicolas Bourriaud, Maria Bremer, Ekaterina Degot, Ana Dević; Anselm Franke, Andrew Herscher, Christian Inderbitzin, Branislav Jakovljević; Sami Khatib, Wilfried Kuehn, Nicole Lai Yi-Hsin, Bruno Latour, Ana María León, Armin Linke, Antonia Majača; Doreen Mende, Ana Miljački; Museum of American Art in Berlin, Vincent Normand, Christoph Walter Pirker, Dubravka Sekuli, Antje Senarclens de Grancy, Katharina Sommer, Anna-Sophie Springer, Barbara Steiner, Kate Strain, Žiga Testen, Milica Tomić; Etienne Turpin, What, How & for Whom/WHW
BoD – Books on Demand Ansichten - Werner wird wach A1078182596
Werners Leben in 13 Episoden Werner wird wach. Wie alle Menschen wird er jeden Tag anders wach. Mit anderen Gedanken und anderen Bildern und auch schon mal mit anderen Menschen und an anderen Orten. Manchmal ist es sehr schön, manchmal eher unerwartet und/oder nicht so schön. In diesem Büchlein sollen mehrere kurze Episoden beschreiben, wie es Werner (oder Paul, oder Max und vielleicht auch Elke oder Anna) in seinem Leben ergeht. Wie unterschiedlich die Welt für einen Menschen sein kann; quälend und wunderbar. Es ergeben sich immer andere Perspektiven, so, als wenn man manchmal jemand anderer wäre. Teil einer Episode: Werner wird wach. Irgendetwas ist anders. Da ist dieses alte, riesige Tor. Die mindestens viereinhalb Meter hohe Eichentür ist geschlossen. Hier war er noch nie. Neugierig geht er auf das Tor zu. Ein schwerer Türflügel öffnet sich mit einem dumpf knarzenden Geräusch. "Tritt ein Werner, wir haben Dich erwartet", lädt die leicht hallende Stimme ihn ein. Die Stimme gehört zu einer greisen, aber durchaus stattlichen Erscheinung. Der altertümlich gekleidete, alte Mann mit wallendem weißem Haarschopf und mächtigem Bart macht eine einladende Geste. "Folge mir bitte. Du wirst einen Augenblick warten müssen, aber das ist sicher jetzt nicht mehr so schlimm", spricht er weiter und lächelt wissend und freundlich. Er geht in dem hohen Gemäuer voran. Die Melodie ihrer Schritte hallt von den hellen Wänden des langen Flures wider. Der Alte öffnet eine Seitentür und weist Werner an: "Gehe in diesen Raum, geselle Dich zu den Anderen und nehme Platz." Worauf soll ich denn warten und was soll ich hier?, wollte Werner wissen. "Du wirst auf die Entscheidung warten müssen. Es muss entschieden werden, wie es mit Dir weiter geht. Jeder muss auf die Entscheidung warten. Anders geht es doch nicht. Hier wird man in Gruppen eingeteilt. Jeder soll wissen, zu welcher Gruppe er gehört. Die meisten der Anderen wissen bereits, wie es weitergeht. Sie werden von hier bald abgeholt. Bei Dir verhält es sich etwas anders", erläutert der Weißhaarige. "Wieso kannst Du mir nicht direkt sagen, wo ich hinsoll. Ich weiß auch nicht, ob ich so lange warten kann. Ich habe meistens noch andere Termine", will Werner wissen. "Ich kann es Dir nicht sagen. Ich entscheide hier nicht. Ich bin nur der Wächter. Wir sind dabei umzustellen. Deshalb liegen auch noch nicht alle relevanten Informationen über Dich vor. Wir sind mitten in der Digitalisierung."
BoD – Books on Demand Ansichten - Werner wird wach A1078182596
Werners Leben in 13 Episoden Werner wird wach. Wie alle Menschen wird er jeden Tag anders wach. Mit anderen Gedanken und anderen Bildern und auch schon mal mit anderen Menschen und an anderen Orten. Manchmal ist es sehr schön, manchmal eher unerwartet und/oder nicht so schön. In diesem Büchlein sollen mehrere kurze Episoden beschreiben, wie es Werner (oder Paul, oder Max und vielleicht auch Elke oder Anna) in seinem Leben ergeht. Wie unterschiedlich die Welt für einen Menschen sein kann; quälend und wunderbar. Es ergeben sich immer andere Perspektiven, so, als wenn man manchmal jemand anderer wäre. Teil einer Episode: Werner wird wach. Irgendetwas ist anders. Da ist dieses alte, riesige Tor. Die mindestens viereinhalb Meter hohe Eichentür ist geschlossen. Hier war er noch nie. Neugierig geht er auf das Tor zu. Ein schwerer Türflügel öffnet sich mit einem dumpf knarzenden Geräusch. "Tritt ein Werner, wir haben Dich erwartet", lädt die leicht hallende Stimme ihn ein. Die Stimme gehört zu einer greisen, aber durchaus stattlichen Erscheinung. Der altertümlich gekleidete, alte Mann mit wallendem weißem Haarschopf und mächtigem Bart macht eine einladende Geste. "Folge mir bitte. Du wirst einen Augenblick warten müssen, aber das ist sicher jetzt nicht mehr so schlimm", spricht er weiter und lächelt wissend und freundlich. Er geht in dem hohen Gemäuer voran. Die Melodie ihrer Schritte hallt von den hellen Wänden des langen Flures wider. Der Alte öffnet eine Seitentür und weist Werner an: "Gehe in diesen Raum, geselle Dich zu den Anderen und nehme Platz." Worauf soll ich denn warten und was soll ich hier?, wollte Werner wissen. "Du wirst auf die Entscheidung warten müssen. Es muss entschieden werden, wie es mit Dir weiter geht. Jeder muss auf die Entscheidung warten. Anders geht es doch nicht. Hier wird man in Gruppen eingeteilt. Jeder soll wissen, zu welcher Gruppe er gehört. Die meisten der Anderen wissen bereits, wie es weitergeht. Sie werden von hier bald abgeholt. Bei Dir verhält es sich etwas anders", erläutert der Weißhaarige. "Wieso kannst Du mir nicht direkt sagen, wo ich hinsoll. Ich weiß auch nicht, ob ich so lange warten kann. Ich habe meistens noch andere Termine", will Werner wissen. "Ich kann es Dir nicht sagen. Ich entscheide hier nicht. Ich bin nur der Wächter. Wir sind dabei umzustellen. Deshalb liegen auch noch nicht alle relevanten Informationen über Dich vor. Wir sind mitten in der Digitalisierung."
Expeditionsreisende in nachtländische Jenseitsreiche, besessene Archivare des vorgeblich Unsichtbaren, Traum-Sammler und luzid im Dunkeln tappende Kommissare, aber auch ver-rückte Söhne auf (metaphysischer) Vatersuche und zahllose Väter im Geiste – von Melville über Dante bis zu Tarkowski und Beuys, um nur einige wenige zu nennen – bevölkern Gerhard Roths Literatur. Vom »Wahn, die gesamte Welt bis in ihre Einzelteile zu beziffern, um sie vielleicht nach der Apokalypse anhand exakter Pläne wieder zusammenzubauen«, berichtet er in einem seiner Essays und verliert sich mit sichtlichem Vergnügen in ausschweifenden Aufzählungen von Sammlungsobjekten aus den Wunderkammern der Wirklichkeit.Der 1942 geborene Gerhard Roth gehörte jener Generation von Autorinnen und Autoren an, für die das eigene Leben mit einer Art Weltuntergang einsetzte. Im Bombenhagel der alliierten Befreier waren nicht nur Häuser und Menschen, sondern auch und vor allem vermeintliche Sicherheiten verschwunden. Schreibend baute er seine Archen, in denen er den Opfern der Geschichte, den Außenseitern, den bedrohten Arten (Menschen, Tieren, Pflanzen) und den dem Vergessen anheimfallenden Dingen (Alltags- und Kunstgegenständen, Büchern) – und nicht zuletzt sich selbst – Schutzräume errichtete. Nicht um nach der Katastrophe die archivierte Welt identisch wieder zusammenzusetzen – Roth hätte sie vermutlich ganz anders gebaut: Die Archen selbst, die er konstruierte und mit seinen Materialien belud, wurden vielmehr zu seiner eigentlichen Welt, einer zweiten Wirklichkeit in der Fiktion, in der die Dinge ästhetisch aufgehoben, gerettet sind.Roth ist knapp vor seinem 80. Geburtstag gestorben, seine letzten beiden Romane, die noch einmal die Summe seiner vorherigen Werke ziehen (insgesamt 46 Bücher; darunter die beiden großen Erzähl-Zyklen Die Archive des Schweigens und Orkus ), sind mittlerweile erschienen: Roths postapokalyptische Arche Noah Die Imker (2022 posthum veröffentlicht) und seine Fragment gebliebene Jenseitsreise, deren Originalfassung in vier Schreibheften am Franz-Nabl-Institut archiviert ist und die im Frühjahr 2024 aus dem Nachlass publiziert wurde. Gemeinsam hätten sie die ersten beiden Teile einer geplanten Jenseits-Trilogie bilden sollen, die mit einem »Tagebuch« als letztem Band wieder ins Diesseits zurückführen sollte.Der Zeitpunkt scheint geeignet, um mit Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Bereichen – von den Literatur-, Bibliotheks-, Archiv- und Kulturwissenschaften über das Verlagswesen und die Literaturkritik bis zur kunstwissenschaftlichen Kuratorentätigkeit – eine erste posthume Verortung des nun abgeschlossenen Gesamtwerks vorzunehmen und dabei, ergänzend zu den bekannten Fragestellungen aus der Roth-Forschung, auch neuere Ansätze (wie etwa den Posthumanismus) zu berücksichtigen. Mit Beiträgen von: Stefan Alker-Windbichler, Daniela Bartens, Hans-Bernd Bunte, Silvana Cimenti, Thomas Combrink, Anna Fercher, Renate Giacomuzzi, Sven Hanuschek, Wernfried Hofmeister, Günther Holler-Schuster, Jürgen Hosemann, Kristina Pfoser, Monika Schmitz-Emans und Nicole Streitler-Kastberger
Expeditionsreisende in nachtländische Jenseitsreiche, besessene Archivare des vorgeblich Unsichtbaren, Traum-Sammler und luzid im Dunkeln tappende Kommissare, aber auch ver-rückte Söhne auf (metaphysischer) Vatersuche und zahllose Väter im Geiste – von Melville über Dante bis zu Tarkowski und Beuys, um nur einige wenige zu nennen – bevölkern Gerhard Roths Literatur. Vom »Wahn, die gesamte Welt bis in ihre Einzelteile zu beziffern, um sie vielleicht nach der Apokalypse anhand exakter Pläne wieder zusammenzubauen«, berichtet er in einem seiner Essays und verliert sich mit sichtlichem Vergnügen in ausschweifenden Aufzählungen von Sammlungsobjekten aus den Wunderkammern der Wirklichkeit.Der 1942 geborene Gerhard Roth gehörte jener Generation von Autorinnen und Autoren an, für die das eigene Leben mit einer Art Weltuntergang einsetzte. Im Bombenhagel der alliierten Befreier waren nicht nur Häuser und Menschen, sondern auch und vor allem vermeintliche Sicherheiten verschwunden. Schreibend baute er seine Archen, in denen er den Opfern der Geschichte, den Außenseitern, den bedrohten Arten (Menschen, Tieren, Pflanzen) und den dem Vergessen anheimfallenden Dingen (Alltags- und Kunstgegenständen, Büchern) – und nicht zuletzt sich selbst – Schutzräume errichtete. Nicht um nach der Katastrophe die archivierte Welt identisch wieder zusammenzusetzen – Roth hätte sie vermutlich ganz anders gebaut: Die Archen selbst, die er konstruierte und mit seinen Materialien belud, wurden vielmehr zu seiner eigentlichen Welt, einer zweiten Wirklichkeit in der Fiktion, in der die Dinge ästhetisch aufgehoben, gerettet sind.Roth ist knapp vor seinem 80. Geburtstag gestorben, seine letzten beiden Romane, die noch einmal die Summe seiner vorherigen Werke ziehen (insgesamt 46 Bücher; darunter die beiden großen Erzähl-Zyklen Die Archive des Schweigens und Orkus ), sind mittlerweile erschienen: Roths postapokalyptische Arche Noah Die Imker (2022 posthum veröffentlicht) und seine Fragment gebliebene Jenseitsreise, deren Originalfassung in vier Schreibheften am Franz-Nabl-Institut archiviert ist und die im Frühjahr 2024 aus dem Nachlass publiziert wurde. Gemeinsam hätten sie die ersten beiden Teile einer geplanten Jenseits-Trilogie bilden sollen, die mit einem »Tagebuch« als letztem Band wieder ins Diesseits zurückführen sollte.Der Zeitpunkt scheint geeignet, um mit Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Bereichen – von den Literatur-, Bibliotheks-, Archiv- und Kulturwissenschaften über das Verlagswesen und die Literaturkritik bis zur kunstwissenschaftlichen Kuratorentätigkeit – eine erste posthume Verortung des nun abgeschlossenen Gesamtwerks vorzunehmen und dabei, ergänzend zu den bekannten Fragestellungen aus der Roth-Forschung, auch neuere Ansätze (wie etwa den Posthumanismus) zu berücksichtigen. Mit Beiträgen von: Stefan Alker-Windbichler, Daniela Bartens, Hans-Bernd Bunte, Silvana Cimenti, Thomas Combrink, Anna Fercher, Renate Giacomuzzi, Sven Hanuschek, Wernfried Hofmeister, Günther Holler-Schuster, Jürgen Hosemann, Kristina Pfoser, Monika Schmitz-Emans und Nicole Streitler-Kastberger