Dem Preis entsprechend.....
Für ein Modell von Revell 1:32 recht günstig.
Leider sind Details nicht gut herausgearbeitet und keine / wenig Vertiefungen als Panel-Lines sondern als Erhebung.
Für den erfahrenen Modellbauer bestimmt eine gute Beschäftigung. Leider habe ich im www auch keine Zusatz-Sets gefunden.
Für den Anfänger ganz sicher ein gutes und einfaches Set, um Erfahrung zu sammeln.
Nette Beschäftigung für zwischendurch
Mit 45cm x 23cm handelt es sich eher um ein kompaktes Modell. Neben einer F14 Tomcat im selben Maßstab mit ausgeklappten Flügeln wirkt der Harrier GR.1 geradezu winzig. Aber ok schließlich ist auch das Original mit 14m kein Riese. Die Anzahl der Teile (lediglich 116) ist überschaubar und der Bau somit keine große Herausforderung. Die Tragflächen und die Leitwerke bestehen beispielsweise jeweils aus nur 2 Teilen. Eine Kennzeichnung mit Skill-Level 3 anstelle von 4 wäre meiner Meinung nach ausreichend gewesen. Einzig die Lackierung, die aufgrund der Form des Harriers und des verwendeten Farbschemas ziemlich anspruchsvoll ist, könnte den Skill-Level 4 rechtfertigen. Dies gilt speziell, wenn man ein Airbrush anstelle von Pinseln verwendet aber dazu später mehr. Aufgrund der Einfachheit des Modells und der ungenauen Passform der einzelnen Teile waren mehr als 3 Sterne nicht drin obwohl sich mit ausreichend Spachtelmasse und Zeiteinsatz ein schönes Modell erstellen lässt. Der Bausatz beinhaltet einige nette Gimmicks die zwar gut gemeint aber nicht unbedingt gut umgesetzt sind. Beispielsweise können die Schubdüsen gedreht werden wobei ein Gestänge im Inneren dafür sorgt das sich alle 4 Schubdüsen synchron bewegen. Leider hakt der Mechanismus beim fertigen Modell ziemlich. Die Cockpit-Haube kann geöffnet werden und ein Deckel an der Oberseite gibt den Blick auf das Triebwerk frei. Beim testweisen Auflegen des Deckels waren bei meinem Modell deutliche Spalten und stufige Übergänge zu sehen. Daher habe ich das Teil fest verklebt und verspachtelt. Der sichtbare Teil des Triebwerks ist ohnehin nicht sehr detailliert wodurch ich das Versiegeln dieser Öffnung als nicht allzu großen Verlust sah. Weitere Bereiche die einen massiven Einsatz der Spachtelmasse erforderten waren die Lufteinlässe, die Nase, die Übergänge zwischen Rumpf und Tragflächen und die Übergänge zwischen den beiden Rumpfhälften. Durch die Limitierungen des Spritzgussverfahrens (keine Hinterschneidungen möglich) handelt es sich bei den ersten ca. 2cm der Lufteinlässe um ein separates Teil dessen Anpassung an die Rundung der jeweiligen Rumpfhälfte einiges an Spachtelmasse erforderte. Beim Montieren der Tragflächen konnte man sich entscheiden, ob der größere zu verschließende Spalt an der Ober- oder Unterseite entstehen sollte. Ich wählte die Unterseite da hier weniger der Oberflächenstruktur durch das Verschleifen verloren gehen würden. Dies beeinflusst natürliche den Winkel der Tragflächen und führt zusammen mit den anderen Ungenauigkeiten dazu das die vier Fahrwerke nicht gleichmäßig den Boden berühren. Mein Modell steht nur auf den beiden Hauptfahrwerken und die beiden Stützfahrwerke an den Flügelspitzen erreichen den Boden nicht wobei es auf der einen Seite nur 1-2mm sind aber auf der andern mehr als 5mm. Bevor ich zur Lackierung und den Decals komme möchte ich noch kurz auf die enthaltene Pilotenfigur hinweisen. Auch wenn sie in den anderen Rezensionen bekrittelt wurde gefällt sie mir eigentlich ganz gut. Keines meiner 1:32 Flugzeugmodelle verfügte bisher über eine. Die Entscheidung welche der beiden möglichen Decal-Varianten man wählen sollt ist bei diesem Bausatz nicht so schwierig da sie sich im Farbschema gar nicht und in den Decals kaum unterscheiden. Ich persönlich bevorzuge üblicherweise jene mit dem auffälligeren Farbschema oder markanteren Decals. Eingangs hatte ich erwähnt, dass die Lackierung bei diesem Modell nicht so trivial ist. Das liegt zum einen daran, dass die Unterseite der Flügel Hellgrau ist und der Rumpf hingegen das Dunkelgraue und Grüne Muster der Oberseite übernimmt und zum anderen der Abstand zwischen Flügel und Ausbuchtung vor den Schubdüse ziemlich gering ist. Im montierten Zustand ist es ziemlich schwierig mit dem Airbrush an diese Stelle die richtige Farbe zu bringen. Daher empfiehlt es sich die Ausbuchtungen vor den Schubdüsen vor dem Montieren der Flügel zu lackieren. Dabei darf man allerdings nicht vergessen, dass die Übergänge zwischen Flügel und Rumpf noch verspachtelt werden müssen und erst danach vollständig lackiert werden können. Die Schubdüsen lackiert man auch besser vor der Montage und setzt sie erst ganz am Ende ein. Allerdings entsteht dann wieder eine Spalte zwischen der Schubdüse und der drehbaren Platte auf die sie geklebt wird. Diese zu verspachteln habe ich mir gespart da es sehr schwierig ist den Spalt rundherum zu verschließen und anschließend wieder in der passenden Farbe zu lackieren. Man könnte die Schubdüse drehen und dies schrittweise machen. Allerdings lässt sich die Schubdüse nur etwas mehr als 90° drehen und scheuert dabei am Rumpf wodurch die bestehende Lackierung beschädigt werden kann. Das Lackieren der Unterseite der Flügel wird auch noch dadurch erschwert, dass die Träger für die Außenlasten und die Außenlasten (Tanks und Raketen-Pods) selbst keine separaten Teile sind. Dies ist wieder der geringen Teileanzahl geschuldet. Den Übergang zwischen der Hellgrauen Unterseite und der Dunkelgraue und Grüne Musterung im Bereich der Lufteinlässe adäquat hinzubekommen ist auch nicht ganz so einfach. Die Trennlinie soll von den Lufteinlässen zur Nasenspitze halbwegs gerade durchlaufen. Die Innenseite der Lufteinlässe soll Hellgrauen sein. Der Teil des Rumpfes (unter dem Cockpit) der in den Lufteinlauf hineinragt soll hingegen bis vor die Schaufelräder des Triebwerks Dunkelgrau bzw. Grün sein. Hat man die genannten Stellen gemeistert ist der Rest der Lackierung keine große Sache. Das Anbringen der Decals verläuft beim Einsatz von genügend Weichmacher auch problemlos.
Fazit.
Die geringe Anzahl der Teile (keine große Herausforderung, wenn man nur den Bau an sich betrachtet) und die nicht so triviale Lackierung in Verbindung mit den erforderlichen Spachtelarbeiten halten sich annähend die Wage wodurch dieser Bausatz eine durchaus nette Beschäftigung für zwischendurch ergibt. Ich habe für die Fertigstellung ca. 3 Monate gebraucht. Klar die F-18 Super Hornet mit ihren 257 Teilen, die ich gerade baue, ist wesentlich anspruchsvoller war dafür auch doppelt bis dreimal so teuer (je nachdem mit wie viel Rabatt man das ein oder das andere Modell erstanden hat).
Auf der Box, die ich empfangen habe, steht groß "New". der Bausatz selbst, die Molds, dürften aber eher aus den 70er, 80er Jahren sein. Dementsprechend wenig detailliert, obwohl der große Maßstab viel mehr zugelassen hätte.
Typische Vorgehensweise von Revell, wie es scheint.
Der Preis ist das einzig positive daran.