Der Revellbausatz ist eine Wiederauflage des "Toxos Model" Kits von 2014 und damit kann Revell nach der Zvesda-Topol auch eine kleinere Rakete in sein Programm übernehmen. Alle Bauteile sind eingeschweißt, so geht nichts verloren. Die Kunststoffteile sind von gewohnter guter Qualität Made in Poland. Es gibt nur wenige Sinkstellen. Wer die Türen offen lassen will, muss verspachteln, das ist aber kein großes Problem. Die Passgenauigkeit ist sehr gut, die Detaillierung gut. An ca. 154 Bauteilen kann man sich abarbeiten. Das Fahrwerk wird in vielen Einzelteilen gut dargestellt. Schön ist, dass man auch Einblick ins Innenleben hat. Die Fahrerkabinen, den Steuerraum und ein Steuerpanel zwischen den Rädern kann man geöffnet darstellen. Es werden auch in der Fahrerkabine die zwei großen Druckluftzylinder nicht vergessen, mit denen man den Hauptmotor startet. Es gibt einige Glasscheiben. Diese sollen durch Klarsicht-Kunststoffstreifen, die man selbst zuschneiden muss, dargestellt werden. Die Streifen sind nicht zerkratzt und gut durchsichtig. Wie man diese schwierigen Formen mit einem winzigen Rand herstellen soll, erschließt sich mir nicht. Bei der Topol habe ich das Modell ohne Fenster fertig bemalt und dann die Scheiben mit Spannlack direkt in das Modell gezogen, mit gutem Weißleim (Holzkaltleim) funktioniert das auch. Die Unterseite des Modells ist, sicher dem Preis-/Leistungsverhältnis geschuldet, stark vereinfacht. Ein Umbau wäre ein Kraftakt. Kein Motor oder Getriebe zu sehen, alles mit einer platten Fläche abgedeckt. Da ist die Topol-Übernahme eine andere Qualität. Der kleineDecal- Bogen gestattet die Gestaltung von drei Fahrzeugen (Irak, DDR, Sowjetunion). Die Markierungen der Nationalen Volksarmee und die weiße Umrandung des Sowjetsterns weisen einen winzigen Versatz auf, der aber nur mit der Lupe zu sehen ist. Also alles in Ordnung. Die Bauanleitung ist sehr ausführlich; 12 Seiten reine Anleitung. In 50 Schritten kann auch der ambitionierte Anfänger, es handelt sich immerhin um ein Level-5-Modell, sicher zum Erfolg geführt werden. Die Farbangaben beziehen sich auf Revellfarben. Diese müssen nicht gemischt werden. Die einzige Mischfarbe H ist für das Abschleppseil angegeben, das darf man auch anders lösen, so man will. Die Bemalungshinweise sind in Englisch, aber nicht einheitlich. NVA wäre eigentlich "North Vietnamese Army". Aber was soll's. Je Fahrzeug eine A4-Seite mit einer 4-Seitenansicht lässt keine Fragen offen. Nett wäre, wenn man die Einheit und ein Einsatzjahr dazu geschrieben hätte. In der NVA in der 5. Raketenbrigade "Bruno Leuschner" in Demen ab 1964 und der 3. Raketenbrigade "Otto Schwab" in Trautenhain ab 1975 stationiert.