"Geist ist geil" oder der Versuch einer vergnüglichen Expedition ins Gehirn
Wie der Titel bereits andeutet, steht die Unterhaltung im Fokus. Es ist das Anliegen der Autoren, Erkenntnisse der modernen Hirnforschung einem breiten Publikum humorvoll zu vermitteln. Darüber hinaus sind die Leser Testkandidaten für die Verifizierung der zentralen Hypothese des Buches: "Ein vergnügtes Gehirn lernt besser als ein angestrengtes." Aber die Leser brauchen sich nicht zu sorgen, es erfolgt am Schluss keine Prüfung.
Das Vorwort kündigt an, was der Epilog in vorzüglicher Form dann auch leistet. Die Ausführungen von Eckart von Hirschhausen im Epilog eignen sich für das Kabarett. Dazwischen befinden sich Beiträge, die mehr oder weniger unterhaltsam aufklären über das Gehirn und seine Eigenarten. Das "weniger" kann dazu führen, dass Leser nach kurzer Zeit zur Seite 196 wechseln und dort süffisant von Eckart von Hirschhausen gefragt werden, ob sie wirklich das Buch bis hierhin gelesen haben.
Aber auch zwischen Vorwort und Epilog befinden sich lesenswerte Passagen, die Orientierung bieten. Valentin Braitenberg bringt den Sinn des Gehirns auf den Punkt: "Wichtigste Aufgabe des Gehirns ist es, Halluzinationen zu erzeugen, aber nur solche, die dem wirklichen Zustand der Welt möglichst ähnlich sind." (20) Denn "die Welt ist viel größer als jedes Gehirn und voll von unberechenbaren Überraschungen." (19)
Während sich Barbara Wild damit beschäftigt, welche Hirngebiete bei der Verarbeitung von Witzen bzw. beim Lächeln aktiv sind, sind es Robert Gernhardt und F.-K. Waechter, die dafür die Voraussetzungen schaffen. Sie parodieren bekannte optische Täuschungen und thematisieren, wie weit wir uns auf den Augenschein verlassen können. Zu den Darstellungen gehören auch Paradoxa (158), die interessierte Leser u.a. in "Die Scheinwelt des Paradoxons" von Patrick Hughes und George Brecht vertiefen können.
Gerhard Roth legt, in Anlehnung an Sigmund Freud, gar das Gehirn auf die Couch. Er analysiert das angespannte Verhältnis zwischen Psychoanalyse und Hirnforschung und macht deutlich, dass Freud sich sehr wohl für die neurobiologischen Grundlagen der Psychoanalyse interessiert hat, aber zu seiner Zeit die Wissensdefizite zu groß waren. Roth untersucht Kernaussagen von Freud und erläutert, inwieweit sie von der Neurobiologie gestützt werden.
Kann man Glück wissenschaftlich untersuchen? Manfred Spitzer zeigt auf, dass es sehr lehrreich sein kann, Glück wissenschaftlich zu analysieren. Er beschreibt Simulationsexperimente und betrachtet die Ergebnisse aus dem Blickwinkel der Evolution. Glück ist relativ und abhängig von der Ausgangslage. In diesem Sinne hatte die Nachkriegsgeneration in späteren Jahren viele Glücksmomente zu verzeichnen. Der Mensch strebt nach Glück, ist aber nicht für das dauernde Erleben von Glück geeignet.
In dem Buch kommen hochkarätige Experten zu Wort, die wissen, wovon sie sprechen. Auch wenn einige Beiträge humoristisch untermalt sind, ändert das nichts an der Qualität des Inhalts. Was ein wenig stört, ist der fehlende Zusammenhang zwischen den Beiträgen und die unterschiedliche Umsetzung der Intention, einen humorvollen Beitrag zur Hirnforschung zu liefern. Dennoch handelt es sich um ein lesenswertes Buch.
hirnunterhaltung á la carte..
manfred spitzer zählt neben gerald hüther zu
den ganz großen der neurowissenschaften..
also sollte man seine werke auch ruhig lesen
und weiterempfehlen dürfen...
In der vergangenen 'Dekade des Gehirns' wurde so viel über unser 'unbekanntes Organ' entdeckt, dass populärwissenschaftliche Veröffentlichungen eine als dringend empfundene Ecke schliessen. Die Darstellungen von Manfred Spitzer sind kurzweilig und entschlüsseln viele Verhaltensweisen von unseren Menschen. Ich kann dieses Buch jedem zur Lektüre empfehlen.
für neugierige mehr über unser hirn zu erfahren ..dennoch zähes lesen
aus meiner sicht zumindest haben die kritiker die das buch im vorwort oder sonst wo rezensiert haben, leider übersehen das ein geballtes fachwissen aufgeteilt in kapitteln noch keinen lesespass für den laien erzeugt. fachlich und inhaltlich ist das buch gut und interessant. für einen neugierigen nicht lateiner und nicht medizner, wie mich, vermittelt es aber weiterhin den eindruck das ding auf unserem hals soll weiter ein geheimnis bleiben. von entertainment ist der lesestoff doch etwas weit entfernt.
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