Pummeliger "Dosenöffner" - etwas teuer!
Nachdem Deutschland durch die Annexion der Tschechei (deswegen (t)) an viele leichte Panzer des Typs 38 (t) ---HAT ALSO NICHTS MIT DEM GEWICHT TONNE ZU TUN!!!! --- gekommen ist aber man im späteren Kriegsverlauf keine Verwendung mehr für den zu schwach gepanzerten und bewaffneten Tschechen-Kampfpanzer hatte, wurden die Wannen - angeregt vom Sturmgeschütz-Erfolg - unter anderem in etwas verbreiterter Form zur Basis für den Jagdpanzer 38 (t), der von der Truppe Hetzer genannt wurde; ausgerüstet mit einer durchsetzungsfähigen 7,5-cm-PAK 40. Immerhin wurden von 1944 bis zum Kriegsende von BMM und Skoda über 2500 Stück gebaut. Der Hetzer sollte die bis dato recht erfolgreichen, aber hoch bauenden und unzureichend geschützten Marder-Typen nach und nach ersetzen. Leider verpasste man dem Hetzer zwar eine gute Frontpanzerung, aber an den Seiten und am Heck haperte es und an diesen Stellen war er sogar für Panzerbüchsen durchaus anfällig. Ein bedeutender Einsatzerfolg ergab sich etwa in Kunersdorf im Februar 45, wo Hetzer der Division Kurmark sowjetische Angriffe erfolgreich abwehren konnten, sowie in Frankreich. Die Besatzungen mochten ihn wegen des engen Innenraums angeblich nicht so sehr. Immerhin hat er in der Schweizer Armee als G-13 noch lange Jahre seinen Zweck erfüllt. Oft stehen in europäischen Museen deshalb eigentlich auf Wehrmacht umgerüstete G-13 und auch bei Reenactor-Aktionen ist es meist die Schweizer Type. Ähnlich ist es ja auch mit dem Halbkettenfahrzeug der Sdkfz-250er-Reihe von dem heute auch meist nur die tschechischen Nachkriegsbauten OT-810 zu sehen sind.
Das Modell ist super gemacht, alles passt nahezu nacharbeitsfrei zusammen. Eine schöne Alternative zum noch detailmangelnden Hetzer von Italerie - auch wenn Letzterer deutlich günstiger ist - oder den zum Teil deutlich teureren Dragon-Pendants. Viele Extras und die gute Figur geben dem Stück ein ansprechendes, überzeugendes Aussehen. Zudem blieb Tamiya seiner Vinylketten-Philosophie treu, die dem Modell keinen Abbruch tut und vor allem dem Anfängerbastler stundenlange Pfriemelei mit Einzelgliedern erspart.
Die vom Hersteller hier gezeigte Lackierung hat es (zumindest bei einem Expemplar, das es abgeschossen auf einem zeitgenössischen US-Kriegberichterbild) tatsächlich gegeben. Es ist eine Variante des typischen Dreifarbschemas, die "aufgelockerte", oder auch Lauer-Tarnung genannt wurde. Speziell bei dem Hetzer wurde diese Farbe via Schwamm aufgetupft, der offensichtlich einen recht runden Querschnitt hatte, so kommen die wie verbogenene Drei- und Vierecke erscheinenden kleinen Tupfer zustande, wenn sich die wie runde Pixel gestalteten Haupttupfer fast berühren. Wer möchte, kann den Braunton, wie hier im Modellbild dargestellt, nach rötlichem Backstein machen, denn gegen Kriegsende kam es öfter vor, dass man auf die Mennige-Grundierung ab Werk einfach nur die grüne und dunkelgelbe Farbe appliziert hat, um Zeit und Material zu sparen.