(1) Die Cairngorm GTX Gamaschen gehören zu den preiswerteren Gore-Tex Wandergamaschen auf dem Markt. Der robuster und abriebfester ausgeführte untere Anteil besteht aus Polyester und enthält KEINE GTX-Membran. Diese ist nur im oberen (Nylon-) Bereich vorhanden. Bei extremen Touren kann dies Kondensation und Durchfeuchtung des Wanderstiefels begünstigen. Für moderate Einsätze ist dies m.E. unproblematisch. Trotzdem hätte es 5 Sterne nur bei GTX rundum gegeben.
(2) Das Produkt wurde im Laufe der Jahre mehrfach modifiziert:
a) Bei ganz frühen Modellen waren die Schnallen für den Fußriemen aus Kunststoff und konnten bei Kälte leicht brechen. Jetzt sind sie aus leichtem Metall.
b) Der Verschluss erfolgte bei früheren Ausfertigungen auschließlich mittels breitem Klettband, was etwas friemelig war. Die aktuelle Version ist mit Reißverschluss + schmaler Klett-Abdeckung ruckzuck angezogen. Einziger Nachteil: Die Weitenregulierung ist hierdurch eingeschränkt; für Menschen mit straffen Waden könnte es beim Tragen einer dickeren Wanderhose mit warmem base layer etwas knapp werden. Anprobieren. Für alpine Compound-Bergstiefel dürfte der Schnitt im unteren Bereich zu eng sein; für klassische Wanderstiefel ist er optimal.
c) Die Schnallen für den Fußriemen sind mit einer angenähten Stoffschlaufe am Schaft befestigt, sodaß man die losen Enden des Fußriemens nach innen in die Gamasche führen kann. Dadurch besteht beim Gehen keine Gefahr, jeweils mit den Innenseiten beider Beine aneinander hängen zu bleiben. Der Vorteil gegenüber an einer Seite fest angebrachten Riemen ist, dass man sie selbst problemlos austauschen kann, falls sie nach längeren Ausflügen auf felsigen Grund durchgelaufen sein sollten. Außerdem kann man die starren Riemen problemlos selbst durch Elastikband ersetzen, falls einem das lieber ist.
(3) Durch die Elastikzüge im Fersen- (nur hinten) und Knöchelbereich (rundum) sitzt die Gamasche sehr gut und man muss den verstellbaren Gummizug am oberen Abschluss nicht unbequem fest ziehen, um sie in Position zu halten. Überschüssige Enden des Gummizugs sollte man in dorniger oder klettiger Vegetation oben in die Stulpe einschlagen, damit man nicht hängenbleibt.
(4) Der Bewegungsablauf beim Gehen wird nicht eingeschränkt. Man fühlt sich trotz Gamaschen "frei".
(5) Es handelt sich nicht um eine Expeditionsgamasche. Sie ist m.E. nicht für extreme Einsätze geeignet, dafür ist sie aber recht leicht und "stoffig" zu tragen und damit für mäßiges alpines Terrain und matschiges Wetter/ nasses Laub/ Gehen abseits des Weges in Mittelgebirgen sehr gut geeignet.
(6) Der vordere Fixierhaken für die Schnürsenkel ist angenietet. Eine Nahtlösung, wie bei den Schnallen der Fußriemen, wäre mir lieber, da ausgerissene oder gebrochene Nieten nur mit großem Aufwand zu ersetzen sind. Da die Gamasche aber sehr gut sitzt, braucht nicht allzuviel Zug auf dem Haken zu lasten.
(7) EINSCHRÄNKUNG: Über die Langzeit-Haltbarkeit kann ich noch keine Aussage machen. In einigen einschlägigen anglophonen Foren werden Trekmates Produkte als weniger haltbar (z.B. im Vergleich zu den "Krokodilen") beschrieben. Dafür kosten sie die Hälfte manch anderer GTX-Gamaschen, sind schnell anzuziehen (auf aktuelle Version achten!) und tragen sich angenehm.