Qualität und Präzision vom feinsten!
An alle Interessierten an diesem Gerät, das Lesen dauert etwas länger!
Sauber verpackt in einer Holzkiste mit Schaumstoffeinlagen und allem Zubehör, selbst Batterien und Akkus sowie ein ordentliches Ladegerät fehlen nicht, so kam das Hedü R 141 Q1 bei mir an.
Hedü ist ein deutscher Hersteller mit Sitz in Mönchengladbach, aber weder Made in Germany noch Made in China findet sich auf irgend einem Teil, was einem Qualitätsfreak wie mich, unweigerlich eine eine missbilligende Mine ins Gesicht schreibt.
Aber Halt, auf der Rückseite des Ladegerätes findet sich ein Label mit den technischen Daten und dass das Gerät CE und sogar VDE zertifiziert ist und bedeutet: Besser als GS zertifiziert!
Und ganz unten rechts ist zu lesen, Made in P.R.C und steht für Volksrepublik China, weil die Chinesen es gerne so haben und sehen möchten und aufgrund von Zollbestimmungen das Herstellungsland Taiwan verboten ist, zu benennen.
Damit wandelten sich meine Gesichtszüge von einer missbilligenden in eine frohe und meinen Qualitätsansprüchen erheiternden Mine.
Made in Taiwan heißt, Hochtechnologie mit weitaus höheren Qualitätsstandards als man von Made in Germany erwarten darf !!
Ich habe also Spitzen Technologie zu einem angemessenen Preis bekommen.
Nun zum Gerät im einzelnen:
Der Rotationslaser wird an der Ober- u. Unterseite mit einem aus Hartschaumstoff bestehenden Stoß Dumper geliefert, die erforderlichen 4 Stück AA 2100 mA Akkus samt Ladegerät mit Anzeige des Ladezustandes, sowie ein Ladeadapter fürs Auto liegen ebenso bei.
Im Empfänger befindet sich eine 9 Volt Blockbatterie und im Sender 2 Stück AAA Batterien, im Fach unter dem Empfänger liegt ein Adapter zum anbringen des Empfänger an einer Messlatte bei, womit das Gerät unmittelbar einsatzbereit wäre.
Der Rotationslaser wiegt mit Akkus gute 1400 Gramm, mit Nivellierteller rund 1900 Gramm, ein ordentliches Kurbelstativ (sehr zu empfehlen) mit mindestens 1800 Gramm Gewicht und 5/8" Gewindeanschluss ist förmlich ein Muss, wenn der Rotationslaser nicht von einer Windbö zu Fall gebracht werden soll.
Der Rotationslaser nivelliert sich von alleine in die Null Position und reagiert in diesem Modus auf kleinste Bewegungen und Erschütterungen, womit sich der Rotationslaser unweigerlich abschaltet und die Null Position erneut sucht.
Mit Hilfe der Taste Dreieck mit Ausrufezeichen kann beim einmaligen betätigen der Taste der Anti Shake (Anti Erschütterungsmodus) eingeschaltet werden, die LED über dem Dreieck leuchtet dann rot. Der Rotationslaser behält nun seine Null Position bei.
Der Anti Shake Modus kann nur mit der Taste Dreieck mit Ausrufezeichen am Gerät selbst aktiviert und deaktiviert werden!
Beim zweimaligen betätigen der Taste wird die Selbstnivellierung ganz deaktiviert, diese Deaktivierung, als auch Aktivierung kann ebenso über die Fernbedienung erfolgen, dafür befindet sich auf der Fernbedienung ein Kreis mit durchgestrichener Wasserwaage. Die LED unterhalb des Dreieck mit Ausrufezeichen leuchtet rot am Rotationslaser.
In diesem Modus kann der Rotationslaser in jeder beliebigen Position (Winkel Adapter notwendig) geneigt und somit auch Gefällestrecken projiziert und gemessen werden.
Eine Berechnung in Meter, Winkelgraden und Prozent ist mit diesem 299,- € teuren Rotationslaser nicht möglich, dafür darf man schon mal seine grauen Zellen strapazieren und mathematisches „Können“ unter Beweis stellen um zu ermitteln, wie viel Meter 1% auf z.B. auf 10,15,20 Meter usw. Gefällestrecke sind.
Wer dazu nicht in der Lage ist, dem hilft auch kein 1000,- € teurer Rotationslaser, den mathematischen Rechenweg muss man auch hier eingeben und wenn man den nicht weiß, dem hilft auch kein 6000,- € teures Gerät.
Mit leichten Abstrichen bietet der Hedü R 141 Q 1 Rotationslaser alle Möglichkeiten die auf einer Baustelle erforderlich sind.
Wie sieht es mit der Reichweite und Präzision aus?
Um es gleich vorweg zu nehmen, diese ist wirklich beeindruckend gut !!!
Der ausgesendete Laserstrahl ist je nach Entfernung und Farbe des Messobjektes zwischen 2 - 5 mm breit, die Mitte liegt also bei 1 - 2,5 mm, mit dem bloßen Auge sichtbar bei 10 Meter Abstand zum Messobjekt (z.B. weißes Garagentor) bei leicht bedecktem Himmel, grenzwertig gut.
Bei strahlendem Sonnenschein ist der Laser Punkt mit dem bloßen Auge vermutlich genau so wenig sichtbar wie bei einfachen Kreuz und Linien Lasern.
Um den Laserpunkt elektronisch sichtbar zu machen, liegt dem Rotationslaser ein Empfänger bei.
Dieser reagiert ab einer Entfernung von ca. 50 cm bis zu einer Entfernung von rund 300 Meter in X -Y Richtung !!! bei leicht bedecktem Himmel.
Wichtig zu wissen ist, da der Rotationslaser in diese beiden X u. Y Achsen, die sich auch auf der Abdeckung des Gerätes befinden und kalibriert wurde, sollten diese beiden Richtungen zum Messen unbedingt verwendet werden um die höchstmögliche Präzision zu erzielen. (Kalibrierschein beachten)
Wie sieht es nun mit der Präzision aus?
Der Hersteller gibt an, 1 mm auf 10 Meter! (Ein recht guter Wert für ein 299,- € teures Gerät, wie ich finde)
Aber wie sieht die Wirklichkeit aus?
Der Rotationslaser wurde auf ein zusätzlichen Nivellierteller auf dem Stativ angebracht, dass hat den Vorteil, dass das Gerät um 90°- 180° zu jeder Achse gedreht werden kann ohne das Stativ zu verrücken.
Gemessen wurde in 10 – 20 – 30 und 40 Meter Entfernung zu meinem Garagentor.
10 Meter Messung:
Hierbei wurde der Rotationslaser in exakt 10 Meter Entfernung mit dem Kurbelstativ aufgestellt.
Da man bei bedecktem Himmel den Laserstrich auf 10 Meter noch relativ gut erkennen kann, wurde oberhalb und unterhalb des projizierten Laserstriches mit einem 0,35 mm Rapidographen ein feiner Stich gezogen und die exakte Mitte ermittelt und ebenfalls angezeichnet.
Das gleich noch einmal mit einer 180° Grad Drehung des Rotationslaser, womit eine mögliche Höhenabweichung erkennbar wird.
Danach kam der Empfänger zum Einsatz und dieser nach oben oder unten neben den bereits ermittelten Mittelstrichen verschoben, bis der Dauerton erklang.
Somit lässt sich einerseits die Empfangsgenauigkeit und mögliche Abweichungen zum vorherigen Messvorgang ermitteln.
Das ganze wird mit einer 180° Drehung des Rotationslaser mit der X u. Y Achse bei allen Entfernungen wiederholt.
Damit weiß man nun, wie gut der Rotationslaser sich selbst nivelliert und wie gut er mit dem Empfänger kommuniziert.
Das Messergebnis ist beeindruckend, die angezeichneten Linien stimmten absolut exakt mit der Messlinie des Empfänger überein!!!!
Das Messprotokoll übertreibt keineswegs mit den Angaben 0,1 mm auf 10 Meter in der Y – Achse und 0,2 mm auf 10 Meter in der X - Achse.
Man wird also davon ausgehen können, dass ein Nivellieren auf 50 Meter mit einer Genauigkeit von einem halben Millimeter möglich sein wird.
Mein erstes Fazit:
Man bekommt für 299,- € einen qualitativ sehr hochwertigen Rotationslaser der keinen Vergleich mit teuren Geräten scheuen muss.
Selbstverständlich gibt es von mir noch keine Langzeiterfahrung und ich denke, dass dies nicht zwingend notwendig sein wird, da ich weiß wo das Gerät hergestellt wurde und das die Angaben in der Beschreibung eher untertrieben als übertrieben sind. (Das Gerät ist besser als angepriesen)
Und bei sachgemäßen Umgang und Pflege wird man über viele Jahre seine ungetrübte Freude haben.
Ich für meinen Teil bin froh und glücklich darüber mich für das Hedü R 141 Q 1 entschieden zu haben, das Gerät reicht für meine Vorhaben allemal aus und noch bin ich in der Lage die fehlenden Möglichkeiten wie Berechnungen von Neigungen in Winkelgraden und Prozent mathematisch zu ermitteln.
Es nutzt niemandem ein teures Gerät welches eine Neigung „selbstständig“ ermitteln kann, wenn man nicht weiß, dass die Höhe des eingestellten Laserstrahl abgezogen, oder zuvor in das Gerät eingegeben werden muss.
Dann bietet das Gerät noch eine Scann Funktion des Laserstrahl der in einem Winkel von 10 - 30 u. 50° mit der Fernbedienung ausgewählt werden kann. Einmal drücken 10°, zweimal drücken 30°, und dreimal drücken 50°, viermal drücken Scann Funktion aus.
Diese Scann Funktion bietet besonders Vorteile auf Baustellen, wo mehrere Laser im Einsatz sind und man beim Messen den Einen oder Anderen nicht stören möchte, aber auch selbst nicht gestört werden möchte.
Auch hierbei kommt dem Nivellierteller eine besondere Bedeutung zu, da beim Einschalten der Scann Funktion die Rotation des Laser da abgeschaltet wird, wo sich der Laser gerade befindet.
Ohne das Stativ verrücken oder neu ausrichten zu müssen, kann der Laserstrahl in die Position gedreht werden an der man messen möchte.
12.03.2021
Hier noch ein kleiner Nachtrag zur Reichweite des Laserstrahl mit Empfänger.
Mein Sohn hat ein sehr großes Grundstück, ihm ging es vor allem darum zu erfahren, wie tief liegt die Grundstücksgrenze zu seiner Terrasse, da nicht unweit die Weser verläuft,die je nach Schmelzwasser im Winter auch schon mal über die Ufer treten kann.
Bis zur Grundstücksgrenze sind es exakt 248,7 Meter mit einem Höhenunterschied zu seiner Terrasse von 78,44 cm.
Das heißt also, mit dem Hedü R 141 Q1 Rotationslaser lässt sich im Radius von 250 Meter zweifelsfrei messen.
Und hier die versprochenen Fotos:
Bild 1: Rotationslaser auf Kurbelstativ mit LUX Nivellierteller, hiermit hat man die Möglichkeit die Scann Funktion zu nutzen, ohne das Stativ vom zuvor ausgewählten Standort und Stellung zu verändern.
Ebenso lässt sich mit einem Nivellierteller der Rotationslaser wesentlich schneller ausrichten.
Rechts daneben eine so genannte Flexi- Messlatte mit angeschraubten Empfänger.
Höhenunterschiede nach Herstellung eines Planum lassen sich in Sekunden ermitteln.
Bild 2: Nivellierteller mit Adapter aus Alu 20 X 30 mm und Huepar Stativ Gewindeadapter mit 5/8 Zoll Außengewinde und 1/4 Zoll Innengewinde.
Bild 3: Adapter verschraubt mit Camvate Schraube 1/4 Zoll x 20 mm.
Hier noch ein Tipp die Genauigkeit zu überprüfen:
Der Empfänger lässt sich auf grobe und feine Messung einstellen, stellen Sie den Empfänger auf feine Messung.
Was Sie jetzt noch benötigen ist eine Metallplatte z.B aus 120 x 120 x 8 mm Flachstahl, ein Bandmaß mit einer Länge von mindestens 50 Meter, eine ordentliche Messlatte mit Dosenlibelle zum befestigen des Empfänger und eine Fühlerlehre aus dem Kfz Bereich.
Messen Sie nun die Entfernung mit dem Bandmaß zwischen 10 bis 250 Meter aus, auf die die Genauigkeit des Laser überprüft werden soll.
Stellen Sie die Messlatte auf die Metallplatte, Dosenlibelle im Zentrum und verschieben den Empfänger solange bis ein Dauerton ertönt.
Legen Sie nun nacheinander zwischen der Messlatte und Metallplatte in 0,1 mm Schritten ein Fühlerlehrenblatt bis der Dauerton aufhört und ein schnelles Piepen beginnt.
Nun wissen Sie, in welcher Entfernung wie groß die Abweichung ist.
Idealer Weise sollte eine solche Messung in 10 Meter Schritten erfolgen, so hat man einen Anhaltspunkt wie groß die Abweichung bei der größtmöglichen Entfernung sein wird.