Testurteil: "8 von 10 Punkten"
Test: Einzeltest: Gold!
Zitat: Ich gebe zu, dass ich anfänglich von Gold! wenig begeistert war. Es spielte sich ähnlich wie Jolly/Rommé. Vom Kartenglück gelenkt, bekommt man gute Karten oder nicht. Ich hatte das Gefühl ein gemütliches Pensionistenspiel zu spielen.Nach mehreren Runden und verschiedenen Testspielern erwies sich Gold! doch als etwas anspruchsvoller. Da die Auslagen der Mitspieler offen sind, kann man daran erkennen, was die Spieler an Karten benötigen. Mit diesem Wissen und den fünf Karten aus der Tischmitte kann man sehr wohl taktieren. Wer eine gute Strategie sucht, der wird sie hier definitiv nicht finden, aber kurzweilige Taktik und vorrausschauendes Denken lassen sich einbinden.Das Thema ist zwar passend, ich empfinde es aber eher als aufgesetzt, wobei eine gute Themenfindung bei Kartenspielen oft schwierig sind. Das Material wurde dermaßen gut an das Thema angepasst, dass sogar die Kartenrückseiten golden bedruckt wurden. Der Esel sch***t Gold! , daher benötigt man die Karten, möchte diese aber nicht im eigenen Wertungsstapel haben. Wie oben beschrieben, wurde das so suggeriert, dass der Esel eben viel frisst und somit Minuspunkte bringt.Das Material ist qualitativ gut: Die Farben lassen sich gut unterscheiden und die Zahlen sind gut erkennbar. Die Illustrationen sprechen jede Altersgeneration an.Die Spielzeit mit 20 Minuten wurde gut gewählt und lässt sich auch einhalten.Interessant finde ich die Komposition aus 2-3 Spielern, die eher eine Seltenheit ist, da man meist Spiele für 2 oder 2-4 oder 3-6 usw. hat.Es gibt Unterschiede zu beiden Spieleranzahlen, wobei ich nicht sagen könnte, welche die bessere ist.Beim Spiel zu zweit zählt man eher die Schrittmöglichkeiten wie bei Schach aus, um so zu seinen besten Möglichkeiten zu kommen. Ich empfand das manchmal auch etwas langweilig, da man als Spieler das Gefühl hat, vom Spiel gelenkt zu werden. Trotzdem hat es einen gewissen trockenen Spielreiz.Beim Spiel mit drei Spielern liegt zwar mehr Spannung in der Luft, dagegen sind die eigenen Chancen weniger gut abschätzbar. Durch eine Person mehr mischt sich auch ein neuer Interessent ins Spiel und dadurch sind auch mehr Fadenzieher um die Karten in der Tischmitte am Werk.Nicht zu verachten ist die Option „Zahlenkarte gegen niedrigere Karte eintauschen“, die ich anfänglich komplett links liegen ließ. Wer alle Aktionsmöglichkeiten ausnützt, der kann auch mehr Punkte bekommen, auch wenn es im diesem Moment aussieht, als hätte der Spieler eventuell einen Nachteil.Auch der Zeitpunkt, um ein 3er-Set zu vervollständigen, ist nicht unwichtig, da man darauf achten sollte, dass man ja eine Karte beim Mitspieler stehlen kann.Wer zu lange mit dem Werten wartet, der hat oft das Pech, dass er dann gar nichts bekommt, weil die Mitspieler schon am Klauen sind.Trotzdem bleibt es eine kurzweilige Spannung und es spricht nichts dagegen auch mehrere Runden zu zweit oder dritt zu spielen.