Testurteil: "5 von 10 Punkten"
Test: Einzeltest: Cabela´s Big Game Hunter 2012 (Wii)
Zitat: Pro: + simpler, zugänglicher Arcade-Modus
+ Zapper-Support
Contra: - miese Grafik
- wenig Spieltiefe
- streng linear, kaum Jäger
- Feeling
- träge, unintuitive Steuerung
- moralisch fragwürdige Präsentation
Es fällt mir zugegebenermaßen schwer, ein solches Spiel neutral zu bewerten. Im Bekanntenkreis rede ich bei Erwähnung dieses Titels gerne von einem unmoralischen Spiel. Das klingt unseriös und hart, aber man muss sich klar machen: Mit einer Jagdsimulation hat Cabela´s Big Game Hunter 2012 nichts am Hut. Man spaziert einen Weg entlang und schießt 20 Hasen über den Haufen. Man gelangt an einen Berghang und schlachtet 25 Hirsche der Reihe nach ab. Im Arcade-Modus dezimiert man ein vollständiges Ökosystem. Und belohnt wird man bei alledem mit Phrasen wie "Lugenschuss!", einer Szene, in der der Spielcharakter über dem toten Tier posiert und einer Zeitlupe des tödlichen Treffers. Das hat in etwa soviel mit Jagen gemeinsam wie die berühmt-berüchtigte "No Russian"-Mission aus Call of Duty: Modern Warfare 2. Nur dass es der USK hier egal ist, weil "sind ja nur Tiere". Möchte nicht wissen, was für einen Wert vom Leben ein Kind erlernt, wenn es ein solches Gemetzel spielt. Unabhängig jeglicher Moral ist Cabela´s Big Game Hunter 2012 allerdings auch ganz einfach ein schwaches Spiel. Einerseits fehlen die Simulationsaspekte, die ein Jagdspiel ja noch irgendwo spannend machen könnten, andererseits ist die Ego-Shooter-Steuerung dermaßen träge und unintuitiv, dass auch das Ballern nur bedingt Spaß macht. Wer Ballern möchte, hat gerade in der aktuellen Konsolengeneration eine Unmenge an besseren Alternativen. Wer an der Jagd auf Wild interessiert ist, wird hingegen bitter enttäuscht vom seichten Spielprinzip. Daher für Einzelspieler dürftig und im Mehrspielermodus mittelmäßig .