Testurteil: "6.5/10"
Test: Einzeltest: Spider-Man - Edge of Time
Zitat: Pro: + Überzeugende Geschichte
+ Motivierendes Fertigkeitensystem
+ Hübsche Grafik
+ Flott inszenierte Prügel-Action
Contra: - Nur englische Vertonung
- Kurze Spielzeit
- Anspruchslose Dauergefechte
- Spielerisch einfallslos
- Monotones Leveldesign
- Trotz zweier Spideys kein Kooperativmodus
Ich bin kein grosser Fan von Spider-Man, denn der weichgespülte Netzschwinger, der nebenbei mit Fotos sein Geld verdient, war für mich noch nie ein richtiger Superheld. Und dennoch hat mich Spider-Man - Edge of Time bis zum Schluss gut unterhalten. Klar, anspruchsvolle Schalterrätsel und lästige Dauerkämpfe locken keine Spinne hinterm Ofen vor. Die actionlastigen Prügeleien sowie das Aufputschen meines Netzschwingerduos haben mich aber immer wieder ins Spiel gesogen. Am Ende bleibt jedoch immer der Wunsch einer gelungenen Batman-Kopie. Vielleicht nehmen sich die Entwickler beim nächsten Mal den dunklen Rächer als Beispiel. Der lässt sich nämlich nicht einfach so von einem Monster kaltmachen. Wenn sich Comicfans miteinander unterhalten, geht es manchmal zu wie im Bundestag: da wird diskutiert, gezankt und gestritten. Vor allem über die Frage, ob die DC- oder die Marvel-Marke die Bessere sei, sind sich Bilderbuchliebhaber uneins. Wir als Videospieler hingegen haben´s einfacher. Während Batman derzeit in seinem zweiten Rachefeldzug Traumwertungen einheimst, sind die Spider-Man-Spiele lediglich okay. Auch mit Spider-Man - Edge of Time kann der Netzschwinger nicht aus dem Schatten des Flattermanns heraustreten. Ein echtes Spinnenproblem Es ist ein Morgen wie jeder andere: Peter Parker alias Amazing Spider-Man hockt in der Redaktion des Daily Bugs und schlürft seinen Kaffee. Hätte er gewusst, dass er an jenem Tag von einem fiesen Fleischklops totgeprügelt werden würde, hätte er zum Frühstück eine doppelte Portion Cornflakes verschlungen. So aber raubt ihm der mutierte Anti-Venom all seine Kräfte und macht mit dem Spinnenmann kurzen Prozess. Das will der Spider-Man aus dem Jahre 2099, auch bekannt als Miguel O´Hara, natürlich verhindern. Er reist mithilfe der von Walker Sloans Forschungskonzern Alchemax erbauten Zeitmaschine zurück in die Vergangenheit. Das Branchenurgestein Peter David hat als Autor ganze Arbeit geleistet, denn die Story wird bis zum Schluss nicht langweilig. Allerdings wird die Welt der beiden Superhelden durch derart fragwürdige quantenphysikalische Kräfte zusammengehalten, dass selbst überzeugte Sience-Fiction-Fans ins Zweifeln kommen.