Testurteil: "6 von 10 Punkten"
Test: Einzeltest: Einauge sei wachsam!
Zitat: Einauge sei wachsam hat es 2009 auf die Empfehlungsliste für das Spiel des Jahres geschafft, soll es doch ein solides Verhältnis aus Glück und Strategie bieten und durch seine kurze Einlernzeit für alle Spielergruppen geeignet sein. Leider ist dem nicht ganz so, denn auch wenn "Einauge sei wachsam" sehr viele strategische Elemente besitzt (wie die unterschiedliche Anzahl an Juwelen, Schatztruhen, Dukaten und Säbel eines Kärtchens, die geschickt zu dessen jeweiligen Kosten in Verhältnis gesetzt werden), überwiegt doch eher der Glücksfaktor. Denn bei ungünstiger Kartenlage hat man kaum mehr Chancen den Führenden einzuholen, da dieser durch den Doppelzug-Mechanismus mit Einauges Piratentisch exponentiell seine Führung ausbauen kann. Der führende Spieler, dh. derjenige mit den meisten Dukaten und Säbel, kann sich somit am häufigsten ein zusätzliches Kärtchen von Einauges Piratentisch holen, was ihm dadurch sofort wieder zusätzliche Erträge bringt. Somit ist derjenige mit den meisten Inselkarten überdurchschnittlich im Vorteil. An diesem etwas ungünstig ausbalanciertem Kernmechanismus des Spieles kann dann auch weder eine spezielle Strategie, noch die vom Autorenduo Kramer & Kiesling als Spielvariante beigefügte Profiregel etwas ändern, wirkt sich doch beides nur auf die Schlusswertung, nicht aber auf die als Kern der Spielmechanik vorhandene (Doppel)Zugmechanik aus.