Eine Kamera, die weiterhin auf ihren Nachfolger wartet!
Ich teile die Auffassung, dass die Canon EOS 1Ds auch mit der neuen 1DX noch keinen würdigen Nachfolger gefunden hat, zumal Nikon gerade zeigt, was bei der Auflösung heute möglich ist. Daher gehe ich davon aus, dass schon 2014 eine Nachfolgerin der 1Ds folgen wird, die dann 1DXs heißen könnte.
Dazu einige Anmerkungen:
1. Bis jetzt kommt alle 2-Jahre eine neue DIGIC-Bildprozessoren-Generationen bei Canon raus. Die aktuelle Generation heißt DIGIC 6.
2. Grob gesagt ist der relevante Leistungsindikator "MB pro s". So beträgt er bei der 1Ds (21 MB x 4.8 pps) und der 1D (10 MB x 10 pp) jeweils 100. Hier ging es um den DIGIC III. Der DIGIC 4 kommt bereits in der 1D Mark IV auf 160 (16 MB x 10 pps), der DIGIC 5+ in der 1DX auf 216 (18.2 MB x 12 pps). Jeweils in der Double-DIGIC-Version. Das bedeutet eine Steigerung der Bildverarbeitungsrate um +30% pro Generation.
3. Damit läge ein Double-DIGIC 6 heute bereits bei ca. 250 MB/s, ein DIGIC 7 der (noch nicht realisierten) "Next-Generation" käme bereits auf deutlich über 300 MB/s.
4. Die Bildbverarbeitungsgeschwindigkeit ist im Wesentlichen ein Produkt aus Auflösung und Schnelligkeit.Bei einem Double-DIGIC 6 ließe sich bereits eine Kamera mit 45 MB-Bildauflösung bei 6 Bilder/s oder eine 28 MB-Bildauflösung bei 8 Bilder/s heute realisieren.
Mein Fazit:
Canon wird schon kurzfristig eine Nachfolgegeneration im Profi-Segment auf den Markt bringen. Bereits heute sind schnelle Geräte mit über 6Bilder/s bei einer Auflösung von 45 MB möglich. Mittelfristig (ab 2015/ 2016) werden Geräte auf den Mart kommen, die bei einer Auflösung von 75MB (oder neue Mehrschichtsensoren mit "netto" 25MB) bereits 5-6 Bilder/s aufnehmen können. Das ist mehr, als die heutigen Mittelformatkameras können. Canon wird also weiterhin "Pixelriesen" entwickeln, um auch den Markt der Mittelformatkameras zu "attackieren".
Ergo: Auch die Canon 1Ds hat weiterhin ihre Existenzberechtigung. Die 1DX ist im Wesentlichen ein alleiniger Nachfolger der 1D-Baureihe.
Hervorragende, besonders robust konstruierte Kamera mit hoher Auflösung!
Die EOS-1Ds Mk III ist auch im zarten Alter von 6 Jahren immer noch eine hervorragende, besonders robust konstruierte Kamera, mit der das Fotografieren richtig Spaß macht. Die trotz hoher Auflösung immer noch gute Geschwindigkeit macht sie zum (heute bereits wieder erschwinglichen) Allroundwerkzeug neben Studioeinsätzen auch für Makro-, Landschafts- und dynamische Reportagen.
Die hohe Sensorauflösung verlangt den verwendeten Objektiven allerdings einiges ab. Insbesondere im extremen Weitwinkelbereich offenbaren weniger gelungene Konstruktionen ihre Mängel gnadenlos. Schafft man es, dank guter Optiken und sorgfältigem Arbeiten, das Potenzial der Kamera auszureizen, beschert einem dies Ergebnisse, die in ihrem Detailreichtum allenfalls von guten und deutlich teureren Mittelformatrückteilen überboten werden. Aber: Diese Objektive sind teuer, man würde am falschen Ende sparen!
Die Live View-Funktion hat leider aufgrund der in diesem Modus gänzlich fehlenden AF-Funktion nur einen eingeschränkten Nutzen. Aufgrund des fehlenden AF ist auch die potenziell spannende Remote-Steuerung mit Hilfe der Canon-Software und dem Wireless File Transmitter (WFT-E2 II) oder - weniger elegant, aber funktionell - mit einem USB-Kabel, nicht ganz perfekt. Ein funktionelles Highlight der Kamera ist Live View also insgesamt nicht gerade, heute entspricht das nicht mehr dem Stand der Technik.
Rüstet man die Kamera zusätzlich aber mit dem optional erhältlichen WFT-WLAN-Transmitter WFT-E2 II und einem GPS-Tracker aus, ist eigentlich alles perfekt, inkl. GPS und den dann nutzbaren weiteren Schnittstellen, die heute zum Stand der Technik aktueller SLR's gehören.
Was dann noch an Nachteilen bleibt, ist hinnehmbar: der schwache ISO-Bereich bis 3.200 (für Studioaufnahmen akzeptabel), der schlecht auflösende 3-Zoll-Monitor, eine ungenügende Live-View und die fehlende Video-Funktion (die ich persönlich allerdings kaum vermisse, da ich wenig Bedarf für Filmaufnahmen habe).
Immer noch eine Spitzenkamera, aber nicht mehr auf dem Stand der Technik
Ich habe mir diese Kamera kürzlich gekauft. Da ich bereits eine komplette Fotoausrüstung habe, vorrangig der Canon L-Serie, wollte ich meine Canon 1D Mark III um eine Kamera mit besserer Auflösung ergänzen. In Summe bin ich sehr zufrieden, schließlich wusste ich, das die Kamera bereits 2007 rausgekommen ist und nicht in allen Punkten dem aktuellen Stand der Technik entspricht. Die Filmfunktion vermisse ich nicht, da ich nur selten filme, meistens spontan und dann mit der Canon Powershot G1X, die besser in jede Jackentasche passt.
Die Kamera hat folgende nachteiligen Punkte aus meiner Sicht:
(---) Monitorauflösung mit 230.000 Pixeln gerade noch ausreichend,
(---) kann keine SDXC-Karten verarbeiten (nur SD/ SDHC bis 32GB),
(--) mit ISO 50 bis 3.200 nur eingeschränkte Möglichkeiten,(-) unterstützt keine Videoaufzeichnung,
(-) Schwächen elektromagnetischer Verschluss bei der Liveview (kein elekrtronischer Verschluss, Autofokus in der Liveview wird nicht unterstützt),
(-) 4.8 Bilder/ Sekunde, das können andere besser,
(-) UDMA-Karten (Mode 6) werden nicht unterstützt,
(-) keine Custom-Programme,
(-) hohes Gewicht.
Dem gegenüber stehen aber auch Vorteile, die höher wiegen als die angesprochenen Punkte:
(+++) Vollformat-Sensor mit 21 MB grösser als bei der 1D-X,
(+++) sehr hohe Auflösung und Bildqualität,
(+++) die Kamera bietet viele individuelle Einstellmöglichkeiten und ist umfassend konfigurierbar,
(++) grosser Sucher,
(+) ISO-Rauschen hält sich deutlich in Grenzen,
(+) gute Auslöseverzögerung unterhalb 60 Millisekunden,
(+) sehr guter Dynamikumfang von 10.8 Blendenstufen,
(+) bewährtes 1D-Body-Bedienkonzept,
(+) hohe Robustheit,
(+) hoher Status einer Kamera der 1D-Serie,
(+) Hochformatgriff).
Aus meiner Sicht hat die Canon 1Ds seitens Canon auch mit der 1D-X keinen Nachfolger bekommen. Die 1D-X steht eher in der Tradition der Reportagekameras á la 1D Mark IV. Fokus ist Schnelligkeit, weniger die hohe Auflösung. Canon verlässt damit das Konzept der Spiegelreflexen mit hoher Auflösung für Studio-/ Atelieraufnahmen und überlässt damit dieses Feld zunehmend den Mittelformatkameras. Auch Nikon ist diesen Weg mit der D4 gegangen, somit stehen die Canon 1Ds Mark III und die Nikon D3X als letzte Vertreter ihrer Gattung da.
Wie auch immer, die 1Ds Mark III ist auch heute noch eine tolle Kamera, aufgrund der technischen Nachteile (immerhin ist sie mittlerweile älter als 6 Jahre) und der Ablösung durch die 1D-X auch preislich erschwinglich. Unbedingt zulegen.
Robustes und zuverlässiges Arbeitstier - nach Erscheinen der 1DX jetzt auch erschwinglich.
Diese Vollformatkamera mit 21-Megapixel-CMOS kostete rund dreimal soviel wie die 5D Mark II. Dafür erhält man: ein Profigehäuse mit integriertem Batteriehandgriff und ein AF-System mit 45 Messpunkten (19 Kreuzsensoren). Allerdings muss man mit zwei Digic-3-Prozessoren, einem Monitor mit reduzierter Auflösung und nicht vorhandener Videofunktion leben. Die Auslöseverzögerung inklusive AF-Zeit könnte vor allem bei wenig Licht geringer sein. Die Farbwiedergabe ist gut und der Weißabgleich treffsicher. Bei den höchsten ISO-Werten fällt allerdings die Farbsättigung ab, was heute nicht mehr zeitgemäß ist, aber das ist Jammern auf hohem Niveau. Aber in Summe handelt es sich immer noch um eine hochwertige Vollformat-Kamera, die nach Erscheinen der Canon 1DX auch als Gebrauchte zu erschwinglichen Konditionen erhältlich ist. Der 5D Mark III hat sie das robustere Gehäuse sowie das Image der "1D"-Klasse voraus, muss sich aber leicht in der Bildqualität, gerade bei höheren ISO-Zahlen, geschlagen geben. Eine unverwüstliche und zuverlässige Kamera mit ansonsten sehr guter Bildqualität und toller Ausstattung. Die Kamera ist prädestiniert für Profifotografen mit dem Schwerpunkt Porträt, im Studio und on location. Schade eigentlich nur, dass die Empfindlichkeit auf maximale ISO 3.200 beschränkt ist und sie "nur" 5 Bilder pro Sekunde schafft, aber auch als Gebrauchte ein Spitzengerät, mit dem man nichts falsch machen kann!
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