Gute Kamera mit Verbesserungspotential
Die Kamera macht ohne Zweifel sehr gute Bilder. Einzig der Tunnelblick des Suchers und das kleine Display sind nicht mehr zeitgemäß.
Ich fotografiere vier Monate mit der G2. Nach 20 Jahren SLR-Fotografie (mit stets relativ neuen Kameras) hat mich diese Digitalkamera voll überzeugt. Ein Spitzengerät: Intuitiv zu bedienen, mit hervorragenden Abbildungseigenschaften, genau der richtigen Anzahl von Programmen und Einstellmöglichkeiten, dazu ist das Ganze in einem relativ unauffälligen Gehäuse verpackt. Ich benutze die G2 mit einem 1-GB-IBM-Microdrive und dem Metz-Blitz 40 MZ-3i. Diese Kombination liefert perfekt ausgeleuchtete Bilder in jeder Aufnahmesituation, ob nun direkt oder indirekt geblitzt, im Nah- oder Makrobereich; sogar Blitzbelichtung auf den zweiten Verschlussvorhang ist möglich. Auch Software-Probleme mit der G2 sind mir unbekannt.
Bleibt für Canon nur ein Problem: Nach einer Neuen werde ich wohl lange Zeit nicht mehr schielen.
Ich habe die G2 jetzt ein halbes Jahr und mehrere tausend Fotos auf meinem Computer. Dank dem Microdrive waren auch noch nie Platzprobleme aufgetreten. Schätzungsweise passen 1200 Bilder in hoher Auflösung (2272x1704) auf die kleine Scheibe. Eine Akkuladung reicht für ca. 250 Bilder, wenn man den Monitor ebenfalls einsetzt. Sowohl der Monitor als auch der Sucher zeigen die aktuelle Einstellung oft unscharf. Man
darf der Automatik aber meistens vertrauen, denn in 98% der Aufnahmen sind diese scharf. Eine Kontrolle der Bilder nach der Aufnahme ist
sinnvoll. Werden die Lichtverhältnisse schlechter, werden die Bilder zunehmend unschärfer, wenn der Blitz nicht eingesetzt werden soll. Mit Blitz ist die Aufnahmequalität ohne Mängel. Worauf man in vielen Fällen verzichten kann, sind die 30 Sekunden Filmchen. Es ist halt keine Videokamera und dementsprechend mies ist die Qualität, häufig unscharf und grieselig. Bei Nahaufnahmen und guter Beleuchtung sind diese Kurzfilme noch akzeptabel. Zumindest lässt sich mit Ton noch die Atmosphäre einfangen. Funktionell sind die S-Video-Kabel für den Anschluss an einen Fernseher, falls kein Computer zur Verfügung steht und ersetzen leicht einen Diaprojektor für einen geselligen Abend. Das letzte Experiment waren Bilder von Fotos. Mit Stativ gab es nichts zu bemängeln. Die Qualität ist gleich, so als wenn man die Bilder direkt digital aufgenommen hätte. Im letzten Urlaub stellte sich der Akku als absolutes Manko heraus, da ich das Ladegerät vergaß. Auf der Insel wurden ca. 15 Fotoläden nach Ladegerät oder Batterie gefragt: Fehlanzeige, nichts zu machen. Gut, dass eine nicht digitale Kamera als Ersatz vorhanden war. Die G3 hat übrigens denselben Akku-Typ. Ein Vergleich der beiden Geräte ist dringend zu empfehlen.
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Die Canon-Software wird zwar von Version zu Version moderner im Design, aber die Funktionsänderungen sind zweifelhaft. In der vorletzten Version konnte man noch die einzelnen Bilder nach Windows-Manier mit der Umschalttaste gruppenweise auswählen. Nach dem letzten Update ist man gezwungen, jedes einzelne Bild anzuklicken. Eine äußerst mühsame Arbeit, wenn man mehrere hundert Bilder gespeichert hat. Ebenso nervend ist der Einschaltvorgang, wenn die Software mal nicht den Computer zum Absturz bringt (hat sich gegenüber der Vorversion aber verbessert), da alle Bilder zunächst einmal in die Miniaturansicht geladen werden, obwohl nur 6-8 im aktuellen Fenster angezeigt werden können. Da können mehr als 4 Minuten vergehen. Verlässt man dazu den Raum und kommt dann wieder, hat das Timeout die Kamera bereits abgeschaltet und es geht wieder von vorn los. Der Programmierer hatte vermutlich nur ein Gerät mit einem 16 MB Speichermodul. Die Software weigert sich leider bei jpg-Bildern hartnäckig, die ursprünglich nicht mit der Kamera aufgenommen oder mit einem Programm verändert wurden, diese auf die Kamera zurück zu speichern. Noch ein Handycap der Software: Wer kennt ein Programm, welches die avi-Dateien auf einem Computer abspielen mag? Die Kurzfilme sind leider nur per S-Videokabel auf einem Fernseher direkt von der Kamera abspielbar. Vielleicht gibt es noch andere Software, die die Canon-Programme ersetzen kann.
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Dafür, dass dieses Gerät so gelobt wird, bin ich von der gebotenen Leistung enttäuscht.
Habe mir für meine G2 den 420EX gekauft. Leider wird (was erst nachher klar wurde) das AF-Hilfslicht nicht unterstützt und die TTL-Kommunikation klappt nicht. Das heisst, mit 420EX Ausschussquote nahe 80%. Der Fehler wird seit Dezember 02 gesucht, die Kamera wandert praktisch zwischen mir und der Werkstatt, ist nun bei CANON im Werk und selbst die sind ratlos. Da es sich um einen Garantiefall handelt, wäre wohl ein Neugerät die einfachste Lösung, doch irgendwie kommen die nicht auf diese Idee. So warte ich ab und bin heilfroh, noch eine 20 Jahre alte Minolta zu besitzen, die immer noch super Bilder liefert.
Bernd
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