Testurteil: "8 / 10"
Test: Einzeltest: Ghost Trick: Phantom Detektiv
Zitat: Pro: + die Geschichte wird von hinten aufgerollt
+ sehr abgedrehte Charaktere mit liebevollen, individuellen Eigenarten
+ einfach gestrickte Optik, die dank verschiedener, kleiner Details überzeugt
+ eingängige, gelungene Steuerung – ohne Ausreißer
+ viel, viel schräger, britisch angehauchter Humor
+ sehr ordentlicher Umfang
+ Checkpoints
Contra: - Texte können, sofern man eine Szene wiederholen muss, nicht weiter geklickt werden
- Alterseinstufung fragwürdig (ab sechs Jahre)
- keine Sprachausgabe und Begleitmusik eher unspektakulär
- oberer Bildschirm des DS wird nicht genutzt, bzw. nur für Statstiken
Es zeigt sich wieder einmal, dass das Rad nicht neu erfunden werden muss! So reicht es manches Mal bewährte Prinzipien schlicht ein wenig neu zu mischen, dass Ganze noch versehen mit einer frischen Idee und schon entsteht ein recht unverbrauchtes Spielerlebnis, denn das ist Ghost Trick: Phantom Detectiv ohne jeden Zweifel. Dass der Titel auf recht morbide Art und Weise mit dem Thema Tod umgeht, mag nur angesichts der etwas niedrigen Alterseinstufung (freigegeben ab sechs Jahren) ggf. kritisch betrachtet werden. Spieler, die sich darauf einlassen und mit Sissel herausfinden wollen, wer die wahrlich witzige Hauptfigur abgemurkst hat, werden sich indes weniger am Thema aufreiben, sondern hin und wieder eher einen Lachanfall bekommen! Viel grober aber auch sehr fein dosierter Witz, Marke „britischer Humor“ nehmen dem sonst gern als Schreckgespenst beschriebenen Thema Tod die Schärfe. Durch die sehr fantasievolle Gestaltung sowie die z.T. sehr abgedrehten Wege, wie man dem Sensenmanns eins ums andere Mal ein Schnippchen schlagen kann, fesselt – wenngleich die gebotene Rätselkost nicht nur ein wenig an „Crazy Machines“ erinnert, sondern sich leider mit der Zeit auch wiederholt. Es sind am Ende die Figuren, ihre Gedanken, ihre Obsessionen und der Wunsch nach Aufklärung sowie die partiell nicht wirklich erahnbaren Verstrickungen, die einen bei Laune halten und dafür sorgen, dass man zum Schluss auf jeden Fall erfährt, wer Sissel das Licht ausgeblasen hat.