Testurteil: "7.5 / 10"
Test: Einzeltest: Overlord II
Zitat: Pro: + Wunderschöne Märchenoptik, orchestraler Soundtrack, frische Spielidee, ordentlicher Umfang (ca. 15-25 Stunden), sarkastischer Humor, Reittiere, viel Abwechslung, Missionsvielfalt, netter Multiplayer-Modus, Splitscreen, individuelle Gestaltung des Turms, Sammlertrieb, schöne Bosskämpfe, endlich eine Minimap
Contra: Technische Schwächen (Bugs, Framerate, Clipping) auf beiden Konsolen (360, PS3), bescheidene Synchronisierung, miserable Steuerung, frustrierendes Speichersystem, teils harter Schwierigkeitsgrad, verbesserungswürdige Animationen, einfallslose Nebenmissionen, Magie meist unnötig, Schergenarten lassen sich nicht gruppieren, unspektakuläre Katapult-Abschnitte, belanglose Story
Man sollte bei dem Titel wohl folgende Reihenfolge vor Augen haben: „Böse – böser – Overlord“. Passt prinzipiell auch, denn wer nicht schon wieder als strahlender Held die Welt retten, sondern den anderen Pfad einschlagen möchte, für den ist Overlord 2 partout eine Möglichkeit. Doch schon nach den ersten Stunden werden die eigentlich wunderschöne Optik, der wunderbare Soundtrack und die Abwechslung mit all ihren willkommenen Rätsel- und Geschicklichkeitseinlagen durch technische Schnitzer beeinflusst. Sind diverse Clippingfehler, Framerate-Einbrüche und Bugs mittlerweile nicht mehr ein Hindernis in der Qualitätsabteilung? Bedeutet Qualität wiederum, dass man bei der Synchronisierung an professionellen Sprechern spart? Doch damit nicht genug: Im zweiten Teil gilt eine neue Abfolge: „Böse – Overlord – Steuerung“. Und das ist negativ gemeint. Overlord 2 steuert in diesem Punkt im wahrsten Sinne des Wortes beinahe in ein Debakel, was durch einen bisweilen ziemlich harten Schwierigkeitsgrad und ein frustrierendes Speichersystem nicht unbedingt begünstigt wird. Die sinnvoll eingefügten Neuerungen, der sarkastische Humor, der ordentliche Umfang und die erfrischende Spielidee bewahren den Titel vor dem Untergang – im Gegensatz zu Städten sähe der Overlord dies ausnahmsweise auch wohl eher ungern. Geduldige Spieler und Sammler kommen hier auf ihre Kosten und können die Steuerung vielleicht vom negativen Superlativ befreien. Alle anderen gehen – sofern noch nicht gespielt – im letztlich besseren ersten Teil mit Schergen auf Zerstörungsjagd oder suchen zunächst die heimische Videothek auf. Aber lasst sie heile!