Test: Einzeltest: Cougar GX 1050W + Designvergleich
Zitat: Das Cougar GX G1050 mit 1050 W ist ein größtenteils effizientes PC-Netzteil, das in Spielern mit starken Rechnern und großen Gehäusen eine geeignete Zielgruppe findet. Beispielsweise fallen die Leitungsstränge sehr lang aus. Bei manchen Systemen wird das fehlende Steckerangebot unter 50 cm sogar zum Problem. Im Leistungstest erreicht das Modell solide Ergebnisse und bleibt meist deutlich innerhalb der Spezifikation.
Wie die nähere Analyse des G1050 gezeigt hat, setzt das Modell nicht nur das stärkste, sondern auch das beste Design von HEC ein. Besonders die Unterschiede bei der Schalterwahl und die Leistungsaufteilung ab dem Vorregler trennen das G1050 vom G600 auch abseits der Dimensionierung. Zuletzt genannte war das Ziel, setzte aber grundlegende Änderungen in der PFC-Stufe und der Trafo-Beschaltung voraus. Markant sind die Überschneidungen zum M12D von Seasonic (PFC) und dem Revolution85+ von Enermax (Leistungsübertragung). Wer davon spricht, dass Cougar deren Konzepte übernommen hat, liegt bis auf wenige Details in der Halbleiterwahl und dem geringfügig anderen PWM-/PFC-IC nicht ganz falsch. Wie so oft gibt es Versprechungen seitens des Herstellers, die sich nicht gerade als Neuheit herausstellen. Beispielsweise gelten nach wie vor die großen Siebelkos aus Japan als Referenz, während die taiwanesischen Modelle aber auch ihren Zweck erfüllen. Auf diese wird allerdings erneut nicht hingewiesen, weshalb der Eindruck entsteht, dass ausschließlich japanische Elkos zum Einsatz kommen. RST als neuer Begriff für schnelleres und steileres Schalten klingt gemessen daran, dass die Unterschiede zur S-Serie marginal ausfallen, zu pompös. Eventuell daraus resultierende Nachteile in der EMV werden nicht genannt, können wir aber auch nicht überprüfen und deshalb kaum in das Urteil einfließen lassen.
Unter Berücksichtigung dessen, was wir bei ähnlichen Netzteilen
oder Geräten mit Resonanzwandler
gesehen haben, sind die geringen Änderungen aber unproblematisch. HEC tastet sich sehr vorsichtig an die Spitzenklasse heran und erreicht ein Niveau, das andere vor einiger Zeit verlassen haben, um immer schneller neue Schaltungen zu entwickeln. Gegenüber den älteren Geräten hat sich bei Cougar vor allem die Restwelligkeit verbessert. Zwar liegt +5 V mit 55 mV etwas über dem Sollwert, doch befinden die anderen Schienen deutlich innerhalb der Spezifikation. Auch die Spannungsregulation ist zufriedenstellend, da die schwächste +12 V-Schiene in unserem Test auf maximal 11,82 V abfällt. Mit 3,03 % startet +3,3 V bei 10 % Last allerdings auch ziemlich hoch. Der Wirkungsgrad ist bei zuletzt genannter Last und im amerikanischen Stromnetz eher schlecht, erreicht bei uns aber 90-91 % im höheren Lastbereich. Das entspricht dem Durchschnitt der aktuellen High-End Produkte.
Das GX verfügt über sechs PCIe-Stecker und einen sehr langen Strang mit CPU-Steckern, beginnend ab 60 cm, wobei sich die verschiedenen Steckertypen den gemeinsamen Querschnitt teilen müssen. Dass unterhalb von 50 cm keinerlei SATA- und HDD-Stecker zu finden sind, ist für kleine Gehäuse sicherlich ärgerlich. Ansonsten erstrecken sich die Peripherieleitungen bis zu einer Länge von 110 cm, zuzüglich Floppy-Adapter. Weiterhin sind 12-SATA Anschlüsse mehr als genug für die meisten Systeme. Der Sleeve ist gewohnt hochwertig und die Beigaben im Lieferumfang angemessen, wenn auch nur durchschnittlich.
Im Preisvergleich muss sich das Cougar GX 1050 W
gegen das günstigere OCZ Z-Series 1000 W
behaupten und gewinnt den Vergleich klar. Auch vor dem AeroCool V12XT 1000 W
muss sich der Proband nicht verstecken, da AeroCool als HEC-Kunde dort deutlich billiger eingekauft hat. Cooler Master könnte Cougar höchstens mit dem älteren Silent Pro begegnen, das sehr niedrige ripple & noise Ergebnisse ausweist. Mit dem GX kann das laute und teure Silent Pro Gold
einfach nicht konkurrieren. Apropos laut. Der neue Lüfter hat sich bereits im CMX 550 W bezahl...