Testurteil: "66%"
Test: Einzeltest: Game of Thrones
Zitat: Pro: + gute Sprachausgabe bei Hauptcharakteren ...
+ gut ausgearbeitete Hauptfiguren
+ streckenweise starke Dialoge
+ gelungene Geschichte
+ viele Querverweise auf die Romane
+ schöne Hintergrundmusik
+ viele kleine Entscheidungen
+ bekannte Charaktere eng an denen der TV-Serie mit gleichen Sprechern
Contra: - … aber Sprecher bei Nebenfiguren eher mäßig und oft identisch
- technisch unzureichend
- matschige Texturen
- Dialoge manchmal zu ausufernd
- unausgegorenes Kampfsystem
- eng begrenzte Level
- keine nennenswerte Mimik
- hölzerne Präsentation
- Kampfergebnisse wirken oft zufällig
- sehr holprige Spielmechaniken
- sehr wenig Interaktionsmöglichkeiten
- oftmals leblose Umgebungen
- handwerklich schwach umgesetzt
- Kamera in Kämpfen zickig
- Charakter- und Skill-System nur oberflächlich durchdacht
- schwach umgesetztes Hunde-Feature
Game of Thrones hat genau einen Pluspunkt, nämlich die gelungene Geschichte mit ihren beiden Hauptcharakteren, die mich erstaunlicherweise immer wieder dazu motiviert hat, mich durch die immense Vielfalt an spielerischen und technischen Mängeln zu quälen. Schlicht, weil ich wissen wollte, wie es weitergeht, wie Alester und Mors zusammenhängen, ob ich endlich den Fiesling Valarr ins Jenseits befördere und was alles hinter den ganzen Ereignissen steckt, die immer wieder mal nette Wendungen mit sich bringen. Gute Arbeit zumindest in dieser Hinsicht, auch wenn es eine Weile dauert, bis man wirklich Geschmack an der leider etwas träge beginnenden Handlung findet. Allerdings muss man eine Menge Leidensfähigkeit mitbringen, um das gute Finale des Spiels zu erleben, denn handwerklich hat Cyanide alles andere als solide Arbeit geleistet. Das auf den ersten Blick tief greifende Kampfsystem ist eine qualvolle und frustrierende Angelegenheit, das Charaktersystem seinen Namen nicht wert, die technische Umsetzung streckenweise grauenvoll. Fast alle spielerischen Elemente wirken amateurhaft und nicht gründlich durchkonzeptioniert, geschweige denn ausbalanciert. Man wird irgendwie den Eindruck nicht los, dass 90 Prozent des Budgets in den großen Namen investiert wurden und schlussendlich nur noch ein paar Kröten für das eigentliche Spiel übrig geblieben sind, das fix mit der heißen Nadel zusammengestrickt wurde. Ich mag mir kaum vorstellen, was für ein tolles Spiel ein kompetenteres Studio mit etwas mehr Budget daraus hätte machen können. Wer es absolut nicht lassen kann, auch diese Variante von Game of Thrones zu erleben, und die Wahl hat, sollte übrigens zur PC-Version greifen, die ist nicht ganz so hässlich und besser bedienbar.