Testurteil: "8 von 10 Punkten"
Test: Einzeltest: Nürnberg
Zitat: Man kann es wohl schon an der Länge dieser Rezension absehen, dass Nürnberg nichts für eine gelegentliche Spielrunde ist, sondern seinen zeitlichen Tribut fordert. Verglichen zu anderen ähnlich regelintensiven Spielen hat Nürnberg tatsächlich eine wesentlich höhere Einlern- Akklimatisierungszeit aufzuweisen. Zum einen Teil ist das auf den dynamischen Aktionsmechanismus zurückzuführen, zum anderen auf den Umstand, dass es nur eine einzige Wertung gibt, sodass man während des laufenden Spieles kaum die eigene Position im Verhältnis zu der seiner Mitspieler bestimmen kann. Aufgrund der dynamischen Zugfolge ist eine strategische Planung zudem nahezu unmöglich, weshalb trotz der vielen strategischen Elemente, das ganze Spiel über kurzfristige Züge dominieren. Dennoch wirkt sich der Verlust eines Zuges (beispielsweise weil ein anderer Mitspieler die begehrte Ware vor der Nase wegschnappt) regelrecht fatal aus, weil Geld im Spiel nur sehr begrenzt in Erscheinung tritt. Insofern steht Nürnberg unter einem immerwährenden Konflikt zwischen Planungs-Wille und Taktik-Realität, der sich auch im wiederholten Male nicht aufzulösen vermag. Meine Spielegruppe und ich tendieren daher inzwischen eher zu anderen Spielen, dennoch sollte man sich den dynamischen Spielmechanismus zumindest einmal zu Gemüte führen und dann selbst entscheiden - denn durchdacht und spannend ist Nürnberg allemal.