Testurteil: "48%"
Test: Einzeltest: Rise and Fall - Earthrise
Zitat: Pro: + Komplexes Crafting
+ Spielergetriebene Wirtschaft
+ Andersartige Charakterentwicklung
+ Atmosphärischer Soundtrack (wenn er sich auch zu oft wiederholt)
+ Teilweise hübsches Weltdesign
Kontra: - Inhaltsleere führt zu permanenten Grinden
- die leider aufgrund der geringen Spielerzahl nicht so recht funktioniert
- Hakelige Steuerung
- Massenweise Bugs (inklusive Abstürze)
- Lags
- Framerateneinbrüche
- Texturennachlader
- Nervtötendes KI-Verhalten (plötzlich unverwundbar
- etc)
- Optisch kaum Individualisierung
- Welt fühlt sich in Summe öde an
- Einstieg alles andere als intuitiv
Masthead Studios hat leider die Tradition der unfertigen Indie-Sandbox-MMOs „erfolgreich“ fortgesetzt. Was einem hier als fertiges Spiel verkauft wird, hätte anderweitig vermutlich noch kein einziger Spieler zu Gesicht bekommen. Über die Inhaltsleere und die Tatsache, dass das Spiel im Wesentlichen nur aus Grinden besteht, kann man mit etwas gutem Willen ja sogar noch streiten, schließlich ist man als Spieler in dieser Nische ohnehin schon abgehärtet. Dennoch bin ich der Meinung, dass ein Sandbox-Spiel, wenn es schon keinen vorgenerierten Content liefert, einem zumindest Werkzeuge zur Selbstbeschäftigung zur Verfügung stellen muss. Diese sind bei Earthrise kaum vorhanden. Noch deutlich unbestreitbarer sind die technischen Mankos. Diese fangen an bei kleinen Ärgernissen wie langen Ladezeiten, nachladenden Texturen oder dem Fehlen einer vernünftigen Multi-Core-Unterstützung. Aber sie gehen leider noch viel weiter. Bugs im KI-Verhalten führen dazu, dass bereits eine unterschiedliche Bodentextur dazu führt, dass sich der Gegner plötzlich abwendet und unbeschadet davonläuft. Unglaubliche Lagspitzen zwingen einen zum Ausloggen, wobei man natürlich in Wahrheit längst gestorben ist und sein Zeug nie wieder sieht. Ein kleiner Fall durch den Boden nach dem Teleportieren hat bekanntlich auch noch nie geschadet. Und wenn man sich dann doch einmal in den Spielfluss hineingekämpft hat, ist der Spielabsturz nur noch eine Frage der Zeit. Mit etwas Glück sogar inklusive Bluescreen. Für gewöhnlich versucht man als Tester auch bei weniger ansprechenden Spielen noch einen Funken Positives zu finden. Man spricht dann vom ungenutzten Potenzial, welches ein MMO ja im Laufe der Zeit entfalten könnte. Abgesehen davon, dass dies ohnehin so gut wie nie der Fall ist, fällt es mir bei Earthrise ehrlich schwer, überhaupt ein Potenzial zu sehen. Lediglich die Charakterentwicklung und das Craftingsystem fand ich nach entsprechender Eingewöhnungsphase brauchbar. Aber ohne entsprechendes Fundament auf Seiten des Gameplays können diese Systeme den Karren auch nicht aus dem Dreck ziehen. Dennoch bin ich bei Earthrise deutlich gespannter als bei so manch anderem Spiel, wie es sich weiterentwickelt, und wie lange es überlebt. Insbesondere, wie lange man das System der Abo-Gebühren halten kann. Aber wer weiß, Wunder geschehen immer wieder.