Test: Einzeltest: mITX-Gehäuse - Lian Li PC-Q15
Zitat: Lian Li hat auf der CeBIT einige Gehäuse vorgestellt. Das Portfolio wirkt insgesamt größer, sodass jeder wohl das passende Gehäuse finden könnte. Das Lian Li PC-Q15 ist eines dieser Gehäuse. Es ist variabel nutzbar. Sowohl 2,5“- als auch 3,5“-Festplatten sind möglich sowie ein 5,25“-Laufwerk oder ein Einschub. Benötigt man letzteres nicht, ist ein weiterer 3,5“-Montageplatz vorhanden. Damit kann das PC-Q15 sowohl Home-Theater-PC als auch Home-Server sein. Mit dem Hot-Swap-fähigen Einschub ermöglicht das Gehäuse auch den Wechsel einer 3,5“-Festplatte im laufenden Betrieb.
Dass die Ausrichtung ganz klar in Richtung Multimedia geht, zeigt die Tatsache, dass Lian Li eher die Lautstärke in den Vordergrund stellt. Die geschlossenen Seitenteile, die sich einfach entfernen lassen, reduzieren den Schallpegel. Hinzu kommt die gut funktionierende Entkopplung. Auf der einen Seite nutzt Lian Li Gummi-Puffer, um die Laufwerke im Zaum zu halten und auf der anderen Seite haben wir ein überraschendes Ergebnis der seitlichen Rollen. Anstatt einen Kompromiss zwischen Design und Leistung eingehen zu müssen, macht das Lian Li PC-Q15 eine gute Figur.
Bei der Verarbeitungsqualität gibt es wie so oft nichts zu meckern. Der vorinstallierte Lüfter weist in unserem Fall keine Lagergeräusche auf und im Gegensatz zum größeren Lian Li PC-Q25 ist Luftrauschen nicht sonderlich wahrnehmbar.
Bei der Ausstattung gibt sich das PC-Q15 modern, doch irgendwie passen die durchgeschleiften USB-3.0-Anschlüsse nicht ins Konzept. Man muss zugeben, dass somit die Kompatibilität verbessert wird, da Ports der Revision 2.0 und 3.0 bedient werden können, doch wirkt das immer wie eine Notlösung. Zu diesem Thema kann man geteilter Meinung sein.
Ähnliches sehen wir beim vorinstallierten Netzteil. Das Modell ist ein 80Plus-zertifiziertes Modell, das uns nicht ganz unbekannt ist. Beim ATX-Stecker setzt Lian Li auf ein 24-poliges Modell ohne die Möglichkeit, diesen aufzuteilen (20+4). Damit war es uns nicht möglich, das Netzteil in Betrieb zu nehmen. Die Werte sollten aber identisch sein mit denen eines Fractal Design Array R2 oder auch SilverStone SST-SG06 . Auch hier kommt FSP-Technik zum Einsatz, nur die Stecker-Konfiguration unterscheidet sich.
Trotz der aktiven Belüftung durch die Front hat das Lian Li PC-Q15 bei der Kühlung zu kämpfen. Steigt die Abwärme im Gehäuse, stößt das PC-Q15 an seine Grenzen. Wünscht man sich also potentere Hardware mit entsprechend hoher thermischer Verlustleistung, so sollte auch an eine entsprechende Kühlung gedacht werden.
Schlussendlich müssen wir aber auch den Preis des PC-Q15 berücksichtigen. Mit Straßenpreisen um die 150 Euro gehört es nicht zu den Schnäppchen. Vor allem im Hinblick auf die mögliche Bestückung des Gehäuses mit Massenspeichern zeigt es seine Stärken. Die Kühlung kommt etwas zu kurz, dafür erreicht es gute Werte bei der Schallpegel-Messung. Dem Einsatz im Wohnzimmer ist vor allem der letztere Faktor zuträglich.