Test: Einzeltest: Raidmax Helios
Zitat: Raidmax hat den Wandel in die Neuzeit geschafft. Dies ist keine Selbstverständlichkeit, denn speziell für einen Hersteller wie Raidmax bedeutet dies, dass man in vielen Bereichen komplett umdenken musste. Die Gehäuse die jetzt unter dem Namen Raidmax vertrieben werden, haben so garnichts mit den Gehäusen gemeinsam, die noch vor 5 Jahren unter diesem Namen angeboten wurden. Es ist fast so, als ob man einen neuen Hersteller vor sich hat, der sich auf andere Konzepte und Ideen verlässt. So muss man Raidmax als Hersteller ganz neu kennenlernen und darf sich nicht auf bestehende Erkenntnisse verlassen. Das Helios profitiert deutlich von diesem Wandel. Optisch und technisch entspricht es einem modernen Gehäuse. Es bietet ein unten liegendes Netzteil und obenliegende Bedienelemente. Besonders die obenliegenden Bedienelemente stellen einen wichtigen Faktor dar, der bei einem modernen Gehäuse nicht mehr anders umgesetzt sein sollte. Es findet sich eine offene Mainboard-Wand, durch die sich die Installation schwerer Prozessorkühler vereinfacht. Ebenso Schlauchöffnungen für eine externe Wasserkühlung. Und vieles mehr, mit dem sich das Helios auszeichnet.
Gleichzeitig gilt es auch Mängel zu beklagen. Denn obwohl Raidmax den Wandel hin zur Moderne vollzogen hat, kam man nicht drumherum, auch Altlasten mit zu schleppen. Dazu zählen die qualitativ durchwachsenen Lüfter. Die meisten von ihnen präsentieren sich leise, doch dies trifft nicht auf alle zu. Auch die Tatsache dass deren Lautstärke untereinander variiert, ist ein klares Indiz für eine durchschnittliche Qualität. Schade ist auch, dass die Lüfter nur mittels 4-Pin-Molex Anschlüssen mit Strom versorgt werden können und somit nicht ohne weiteres regulierbar sind. Auch wurde bei beiden Frontlüftern der Staubfilter eingespart, obwohl man sonst (beim Netzteil und den Frontblenden) darauf Wert legt.
Da sich die Mängel aber mehr oder weniger auf den Lüfter-Part des Gehäuses konzentrieren, besteht für den Anwender die Möglichkeit einer einfachen Nachbesserung. Neue und vor allem besonders leise Lüfter kosten kaum noch Geld. Auch nachrüstbare Staubfilter sind schnell montiert. Auf diese Weise schwebt der Helios vielleicht doch noch in himmlische Sphären und kann mit vielen anderen hochwertigen Mittelklasse-Gehäusen konkurrieren. In seiner Serienausstattung landet er jedoch nur im klassischen Mittelfeld, wo er sich für etwas über 60 Euro mit einem annehmbaren Preis anbietet.
Wer dem Raidmax Helios eine Chance geben will, wird zumindest auf lange Sicht nicht enttäuscht. So bietet er serienmäßig für alle seine 3,5" Laufwerkseinschübe auch den Einbau von 2,5" Laufwerken an. Ebenso verträgt er selbst die längsten Überlängen-Grafikkarten (auch im CrossFire und SLI) und ist sogar den extrem langen Netzteilen nicht abgeneigt. Schlussendlich kann er auch Prozessorkühler bis hin zu einer Höhe von 155mm vertragen. Damit dürfte er für die nächsten 10 Jahre Hardware-Entwicklung gut gerüstet sein. Lediglich ein Satz neuer Lüfter und zwei Staubfilter sollten gerade die anspruchsvollen Anwender gleich mitbestellen.