Testurteil: "7.5 / 10"
Test: Einzeltest: CSI Tödliche Verschwörung
Zitat: Pro: + abwechslungsreiche Tatorte, die aber leider grafisch in der Gesamtheit schwächeln
+ tolles, modernes Labor mit einigen Möglichkeiten & Mini-Spielchen
+ Originale Charaktere mit z.T. originalen Stimmen (englische Originale)
+ einfache, eingängige und gut funktionierende Steuerung
+ der berühmt-berüchtigte „rote Faden“ zieht sich erstmals durchs gesamte Geschehen
+ gelungene Dialoge dargeboten durch ambitionierte Sprecher
+ deutsche Untertitel
+ automatische Speicherfunktion
Contra: - für Veteranen zu einfach und partiell auch zu langweilig
- technisch hoffnungslos veraltet, vor allem bei düsteren Außenlevel sehr auffällig
- altbackene Animationen, die steif, eckig und ungelenk wirken
- nur englische Sprachausgabe verfügbar
- nervige Ingame-Werbung
- der „rote Faden“ ging zu Lasten der Individualität und lässt das Ganze sehr linear erscheinen
- viele Scripting-Abfolgen (‚erst wenn Aufgabe A erledigt ist, dann ist Option B machbar‘, usw.)
- Dialoge, Zeugenbefragung und dergleichen ist nur bedingt zu beeinflussen; Meistens sind die Aussagen vorgegeben
- mit knapp/rund 10 Stunden Spielzeit eher ein kurzes Vergnügen
Es ist geschehen – selbst als ausgemachter CSI-Fan muss man dieses Jahr in den sauren Apfel beißen und bekennen, dass nicht alles schmeckt wo CSI drauf steht. Während die TV-Serie, nicht zuletzt durch gekonnte Story-Wendungen, Umbesetzung bei den Charakteren als auch schnellerem Setting deutlich zugelegt haben, scheint die gleichnamige virtuelle Umsetzung des Ganzen Rückschritte zu vollführen. Nicht nur die veraltete Technik und die z.T. schon grotesk anmutenden Animationen sorgen für Unmut, auch die – sagen wir – Unverschämtheit, deutlich Werbung zu platzieren und dem User im Umkehrschluss keinen Nutzen zu bieten (ggf. verbesserte Engine, größerer Spielumfang, usw.), sind auf jeden Fall ein Dorn im Spielerauge. Das einmal mehr die Dialoge in Englisch ergehen, sei es drum – man sollte es einfach als potentielles Training verstehen, zumal die Aussprache als auch das Arrangement in Sachen Akustik in der Gesamtheit überzeugen kann. Wer des Englischen nicht einwandfrei mächtig ist, liest schlichtweg mit, denn deutsche Untertitel sind vorhanden. Forensisch ambitionierte Wiederholungstäter werden allerdings, neben den technischen Unzulänglichkeiten, noch eine weitere unschöne Erfahrung machen müssen. Waren die bisherigen Teile darauf ausgelegt, durchaus als abgedreht zu bezeichnende Fälle zu servieren, da man wahrlich um die Ecke denken musste und Beweise, Hinweise und Zeugen nicht zwangsläufig auf dem Silbertablett serviert wurden, regiert nun der zwar früher immer fehlende rote Faden im Geschehen, aber gleichzeitig ist selbiger ein Garant dafür, dass es zu banal in Las Vegas zu geht. Linear beschreibt es am besten und das vorhandene Scripting lässt die Mordserie deswegen auch nicht spannender werden. Ärgerlich wird es zudem noch, wenn man wegen des strikt vorgegebenen Schematas ins Stocken gerät. Das hat nichts mehr mit einem knackigen, Hirn verknotendem Fall zu tun, sondern ist einfach nur noch banal und langweilig. Eines muss man CSI: Tödliche Verschwörung dennoch zugestehen: Obwohl wir dieses Mal recht harsch mit dem Spiel ins Gericht gegangen sind, bleibt am Ende – zumindest für knallharte Fans als auch Einsteiger ins Tatortermittler-Treiben rund 10 Stunden vernünftige Spielkost, die zwar mehr und mehr dem Schema F folgt, aber dank authentischer Charaktere sowie guter Dialoge in der Lage ist, den Kahn noch über Wasser zu halten. Bleibt zu hoffen, dass mit dem irgendwie offenen Ende und der damit versteckten Andeutung einer noch nicht bestätigten Fortsetzung, diese, sollte sie dann angekündigt werden, nächstes Jahr besser wieder besser, vor allem aber fordernder wird.