Riesiger Forstschritt zum i1 Display 2
Als langjähriger Anwender von ColorManagement war ich nach schwerer Enttäuschung mit einem Spyder noch im Besitz der GretagMacbeth Vorgängerlösung "Eye-One Display 2". Mit dieser Lösung war ich viele Jahre sehr zufrieden. In den letzten Monaten hatte ich es allerdings nicht mehr verwendet, da ich nach der Kalibration meines Eizo Bildschirms immer einen unerklärlichen Rotstich feststellen mußte.
Mittlerweile weiß ich warum dieser Rotstich aufgetreten ist: Die Vorgängerversionen des i1Display haben, wie die aktuellen Spyder-Produkte übrigens auch, organische Farbfilter eingebaut, die nach ca. 4 - 5 Jahren so gealtert sind, dass die Messergebnisse entsprechend negativ beeinflusst werden. Man sollte also solche herkömmlichen Colorimeter nicht länger als maximal 5 Jahre benutzen.
Das neue i1Display Pro soll lt. Hersteller völlig neu entwickelte, langlebige Filter haben, welche unempfindlich gegenüber hohen Temperaturen und Luftfeuchte sind. Darüber hinaus sollen alle aktuellen Monitortechnologien, wie z.B. Wide-Gamut oder LED-Backlight Monitore damit problemlos profilierbar sein. Auch an die Zukunft wurde gedacht, das Gerät ist per Firmwareupdate auch an zukünftige Monitortechnologien anpassbar.
Das X-Rite i1Display Pro hat ein neues, gegenüber dem Vorgänger wertigeres Gehäusedesign. Es erinnert mit seiner großen Glasoptik ein wenig an eine "Überwachungskamera" (siehe hochgeladenes Bild). Das Gegengewicht ist flexibel verstellbar am USB-Kabel integriert, ein deutlicher Fortschritt zum fummeligen Vorgänger. Trotz Verzicht auf Saugnäpfe läßt sich das Gerät sehr gut am Monitor platzieren. Das Panel wird somit nicht beschädigt und Streulicht kommt auch nicht an den Sensor heran.
Völlig umstellen mußte ich mich seitens Software. Der neue i1Profiler verlangt zunächst etwas Eingewöhnung, da diese Software rein gar nichts mehr mit dem Vorgänger zu tun hat. Auffällig sind sehr viele neue Features, die es früher nicht gab. So kann man z.B. die Anzahl der zu messenden Farben nun zwischen minimal 119 und maximal 478 wählen. Der Vorgänger bot hier meines Wissens nur ca. 60 Farben fest vorgegeben an. Darüber hinaus kann die neue Lösung mittels Flare-Correct" auch die auftretenden Reflexionen am Monitorpanel ermitteln und berücksichtigen. Zusätzlich ist es nun möglich, die Homogenität des Monitors über die gesamte Fläche zu ermitteln. Auch das Umgebungslicht wird gemessen und berücksichtigt.
Der Messvorgang geht trotz der vielen gemessenen Farbfelder sehr schnell vonstatten. Das liegt nicht zuletzt an der ebenfalls neuen ADC-Funktion (Automatische Monitor Kontrolle). Mussten beim Vorgänger noch Helligkeit, Kontrast und Rot/Grün/Blau manuell über das Monitor-OSD eingestellt werden, kommuniziert die neue Lösung direkt über das DVI-Kabel mit der Monitorelektronik und stellt alles selbsttätig ein. Das ist wirklich sehr komfortabel!
Besonders begeistert bin ich von der "Monitor-Qualitätskontrolle". Nach Abschluss der Kalibration kann man mittels dieser Option das Ergebnis der Profilierung verifizieren. In meinem Fall liegt der mittlere DeltaE bei fantastischen 0,79. Somit habe ich die absolute Gewissheit, mich 100%ig auf meinen Monitor verlassen zu können.
Ein kleines Problem hatte ich allerdings, welches jedoch vom kompetenten X-Rite Support problemlos gelöst werden konnte. Nach der ersten Kalibration waren sämtliche Bilder im Bildbetrachter von Windows 7 viel zu dunkel. Allerdings nur dort, in der Adobe Bridge oder Photoshop gab es keinerlei Probleme. Abhilfe schaffte der Tipp des netten Supportmitarbeiters, in den Profileinstellungen statt Version 4 die Version 2 anzuwählen. Offenbar ist Windows 7 noch nicht kompatibel zum neuen Profilstandard 4.
Fazit: Das neue Produkt begeistert mich total! Nachdem ich sowohl den Vorgänger als auch die Datacolor Spyder aus eigener Erfahrung kenne, ist das neue i1Display Pro die mit Abstand beste Lösung zur Monitorkalibrierung, die ich je genutzt habe. Für Anwender mit professionell