Testurteil: "79%"
Test: Einzeltest: Rhiannon - Fluch der Vier Zweige
Zitat: Rhiannon Der Fluch der Vier Zweige ist ein sorgfältig programmiertes und stimmiges Adventure, dass an der altmodischen Präsentation und fehlenden Nebencharakteren krankt. Die positiven Aspekte des Spiels, wie der originelle Hintergrund der die Geisterhausgeschichte wieder interessant zu machen vermag und die langsame und gründliche Storyentwicklung überwiegen aber klar und versöhnen den Spieler für etwaige äußerliche Mängel mit einem Gameplay, welches den Spieler fast unmerklich immer tiefer in seinen Bann zieht. Walisische Folklore ist tatsächlich eine spannende Angelegenheit. Auch die Puzzle und Aufgaben im Spiel, die gut konstruiert und hervorragend integriert wurden, kompensieren die hakelige Steuerung und die schmalspur Optik. Die Spielzeit ist mit ca. 30 Stunden, was an teilweise ziemlich anspruchsvollen Rätseln liegt, auch nicht zu kurz, sodass man nicht das Gefühl bekommt für die 25 Euro die der Titel kostet behumpst zu werden. Insgesamt kann man ein wenig wehmütig werden, denn mit einem größeren Budget hätte Rhiannon ein absoluter Top-Titel werden können. Präsentation ist, vor allem bei Adventure-Spielen, längst nicht alles und sollte niemals wichtiger als das Gameplay werden. Aber in Spielen, die von Atmosphäre leben, gehört heutzutage ein gewisser Standard dazu. So wirkt das Spiel eher wie ein gutes, altes und äußerst dickes Buch dessen Inhalt gute Unterhaltung verspricht aber bei dem 1500 Seiten den modernen Leser abschrecken. Wer hat denn heutzutage noch die Zeit dazu? Und das Buch hat noch nicht einmal Bilder!