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Suhrkamp Das unnennbare Heute, Belletristik von Roberto Calasso
Roberto Calassos Essay ist in drei Kapitel gegliedert. Das dritte, zwei Seiten lang, beschreibt einen Traum Baudelaires als Präfiguration der zusammenstürzenden Zwillingstürme. Das zweite, »Die Wiener Gasgesellschaft«, durchläuft die Jahre 1933 bis 1945. Es präsentiert Zitate deutscher und ausländischer Autoren, die damals ihre Eindrücke von Nazi-Deutschland festgehalten haben (Louis-Ferdinand Céline, André Gide, Simone Weil, Klaus Mann, Walter Benjamin, Carl Schmitt, Ernst Jünger, Arthur Koestler, Curzio Malaparte, Virginia Woolf, Samuel Beckett u. a.). Erläuternd führt der Autor durch ein Panoptikum, in dem Naivität immer mehr dem Entsetzen weicht. Es sind Blicke auf Deutschland ausserhalb der Leitlinien deutscher Erinnerungskultur, Blicke der unmittelbaren Erfahrung. »Touristen und Terroristen«, das theoretisch grundlegende erste Kapitel, nimmt gesellschaftskritische Motive aus Calassos letztem Buch Die Glut auf und spitzt sie zu. Gesellschaft überhaupt ist ein Gegner von metaphysischem Rang, nur metaphysische Waffen sind gegen ihn tauglich. Deren Arsenale jedoch hat die säkularisierte Gesellschaft geplündert. Sorge, in der Immanenz zu ersticken, prägt Das unnennbare Heute. Alles, was über die Gesellschaft hinaus auf ein Anderes, Jenseitiges wies, hat sie sich in pervertierter Form dienstbar gemacht: Ritus, Theologie, Metaphysik, selbst das Denken und die Sprache. Als ein Symptom dieser Situation, des »unnennbaren Heute« also, interpretiert Calasso den Terrorismus - den heutigen, insbesondere islamistischen, und den von früher. »Nichts ist wahr, alles ist erlaubt.«.
Mattel® Anziehpuppe Mattel Disneys Wish, König Magnifico und Königin HRC18
Dieses Set mit 2 Puppen – König Magnifico und Königin Amaya von Rosas – ist vom Königspaar aus dem Film „Wish“ der Walt Disney Animation Studios inspiriert und erweckt die Magie und Gefühle des animierten Musicals zum Leben! Die posierbaren Modepuppen von König Magnifico und Königin Amaya tragen ihre typischen Outfits, die auch ausgezogen werden können, und warten nur darauf, Szenen aus dem Film nachzustellen! Königin Amaya mit ihrem langen geflochtenen Haar trägt ihren Umhang, ihre Krone und ihre Kette. Auch der Umhang von König Magnifico ist mit filmgetreuen Details gestaltet. Hier werden Wünsche wahr und Geschichten und Erinnerungen im Königreich von Rosas entstehen wie von selbst! Die Puppen können nicht von allein stehen. Abweichungen in Farbe und Gestaltung vorbehalten. Fröhliche Filmszenen nachspielen mit den Puppen von König Magnifico und Königin Amaya von Rosas aus Disneys Wish – zusammen in einem Set Getreu der animierten Figur trägt die Königin Amaya Modepuppe ein charakteristisches Outfit, das ausgezogen werden kann, und Accessoires wie etwa ihre goldene Krone Auch die Puppe von König Magnifico mit Umhang und Gürtel ist standesgemäß gekleidet und genau das Richtige, um Szenen aus dem Film immer wieder neu zu erzählen Disneys Wish Puppen bringen die Magie des Wünschens zum Ausdruck und sind ein inspirierendes Geschenk für Kinder, die damit ihre größten Träume nachspielen können Fans können ihre Lieblingscharaktere sammeln, um Szenen nachzustellen und sich ihre eigenen Geschichten und Abenteuer auszudenken, Alle Artikel separat erhältlich ACHTUNG: Nicht für Kinder unter 3 Jahren geeignet. Enthält verschluckbare Kleinteile.
Das Unbekannte: Wie nähert man sich ihm an? Soll man darauf zugehen, es umkreisen, mit ihm in die Irre gehen? Und wie wirkt sich die Begegnung mit ihm auf das literarische Verfahren aus? Was ist das Unbekannte? Nur ein Wort? Etwas, das (noch) im Verborgenen liegt? Dunkle Materie? Ein blinder Fleck? Eine Streichung? Etwas, das wir nicht sehen können oder wollen? Mal wird das Unbekannte als etwas Bedrohliches, mal als inspirierendes Faszinosum, ja als Bedingung für die Literatur und die Künste betrachtet. Gilt es also, sein Geheimnis und seinen Reiz zu wahren oder will man ihm seine Unheimlichkeit stehlen und es ins grelle Scheinwerferlicht des Fortschrittsglaubens und der Forschungsreisen stellen? Am Ende entdeckt man vielleicht nur, dass das Unwissen wächst, je mehr man es einzuhegen trachtet. 21 Mitglieder der Akademie der Künste nähern sich dem Begriff des Unbekannten in essayistischen, lyrischen und fiktionalen Texten. In den Schlummerstätten der Archive befragen sie die Schriftspuren von in Vergessenheit geratenen Künstler*innen sowie die Lücken in den Beständen, spekulieren über das utopische und kreative Potenzial des Unbekannten, gehen literarisch auf Reisen, dringen in entfernte Zeiten und Räume vor oder tauchen ins Dunkel der eigenen Person ein. Mit Beiträgen von: Friedrich Dieckmann, Ulrike Draesner, Aris Fioretos,Annett Gröschner, Durs Grünbein, Kerstin Hensel, A. L. Kennedy, Esther Kinsky, Dagmara Kraus, Michael Krüger, Thomas Lehr, Peter Nádas, Ulrich Peltzer, Teresa Präauer, Kathrin Röggla, Karin Sander, Kathrin Schmidt, Katharina Schultens, Aleš Šteger; Cécile Wajsbrot, Caspar Johannes Walter
Reichert, L Jahrbuch der Oswald von Wolkenstein-Gesellschaft
„(V)erdichtete Leben“ stellt die Frage nach dem Zusammenhang von autobiografischen und biografischen Elementen und literarischen Strategien. Dabei geht es weniger um die alte Frage, ob es ein richtiges Leben im erdichteten geben kann, also ob bestimmte autobiografische Angaben „wirklich wahr“ sind. Es geht vielmehr darum, wie bestimmte Lebenssplitter und biografische Informationen im Rahmen von literarischen Texten eingesetzt werden, um damit bestimmte Aussagen tätigen oder unterstützen zu können, bestimmte literarische Funktionen erfüllen zu können, bestimmte Exempel bieten zu können oder das Publikum von bestimmten Aussagen zu überzeugen. Welche Methoden setzen Verfasser von Literatur ein, um Lebenselemente in Dichtung umzusetzen. Welche Ziele verfolgen sie damit? Welche literarischen Effekte werden damit erreicht? Die Tagung der Oswald von Wolkenstein-Gesellschaft, deren Beiträge diesem Band zugrunde liegen, spannte dabei den thematischen Bogen von Minnesang und Artusroman bis zu den Reise- und Lebens-Beschreibungen des Spätmittelalters, von dem Versuch der Beschreibung des Rittertums bis zur Mystik und zu Legenden. So wird ein sowohl methodisch als auch gattungsbezogen breiter Überblick anhand zahlreicher Einzelfallstudien und einiger übergreifender Ansätze ermöglicht. Die behandelten Autoren reichen von Walter von der Vogelweide bis Oswald, von Mechthild von Magdeburg bis Heinrich Seuse, von Kaiser Maximilian I bis Götz von Berlichingen. Der Band versucht damit, den methodischen Ansatz, der sich aus dem Titel „(v)erdichtete Leben“ ergibt, auf die deutsche Literatur des Mittelalters anzuwenden und so von dieser Epoche aus einen neuen Blick auf das Thema (Auto)biographie und Literatur zu werfen.
Brot riecht nach Heimkommen, nach Familie und Liebe. Brot stiftet Religionen und Revolutionen – und verursacht Zöliakiepanik und Weizenwampenangst. Brot ist Grundnahrungsmittel – und essbare Sehnsucht. Brot ist eine Metapher. Brot ist universell. Was erzählt Brot über die Menschen, die es essen, und über die Verhältnisse, in denen es gebacken wird? Was findet man, wenn man dem Duft des Brotes folgt? Walter Mayer macht sich auf die Suche danach, was sich hinter der Universalie Brot verbirgt: Er schreibt über Gluten und gierige Saatgutkonzerne, über liebevoll gehegte Sauerteigkulturen und die wundersame Brotvermehrung im Neuen Testament. Er lässt sich von Sarah Wiener die Grundlagen des handwerklichen Backens erklären, spricht mit dem Ernährungsminister Christian Schmidt und interviewt den Brotmilliardär Heiner Kamps. Er fährt zu Bäckerinnen und Bäckern in die Berge von Albanien, in die Medina von Marrakesch, in die moorige Landschaft um Edinburgh und in die österreichischen Alpen. Und am Ende führt ihn seine Entdeckungsreise in die Küche seiner Mutter, der Bäckerstochter – immer auf der Suche nach dem Duft des Lebens. Dieses wunderbar illustrierte Geschenkbuch ist eine fein abgewogene Mischung aus Reportage, Kulturgeschichte und Familienmemoir und eine Liebeserklärung an das Brot. Wie das duftet! »Meine Nase nahm aufs Intensivste einen ganz besonderen Duft wahr. Etwas kümmelig Feines, etwas Roggen-Kräftiges, etwas staubig Warmes und zugleich etwas umfassend Zufriedenstellendes. Ein Geruch setzt sich, wenn er die Nasenzellen schwingen lässt, ja aus mindestens 400 Komponenten zusammen. Carsten hatte frisches Brot gebracht.«
Brot riecht nach Heimkommen, nach Familie und Liebe. Brot stiftet Religionen und Revolutionen - und verursacht Zöliakiepanik und Weizenwampenangst. Brot ist Grundnahrungsmittel - und essbare Sehnsucht. Brot ist eine Metapher. Brot ist universell. Was erzählt Brot über die Menschen, die es essen, und über die Verhältnisse, in denen es gebacken wird? Was findet man, wenn man dem Duft des Brotes folgt? Walter Mayer macht sich auf die Suche danach, was sich hinter der Universalie Brot verbirgt: Er schreibt über Gluten und gierige Saatgutkonzerne, über liebevoll gehegte Sauerteigkulturen und die wundersame Brotvermehrung im Neuen Testament. Er lässt sich von Sarah Wiener die Grundlagen des handwerklichen Backens erklären, spricht mit dem Ernährungsminister Christian Schmidt und interviewt den Brotmilliardär Heiner Kamps. Er fährt zu Bäckerinnen und Bäckern in die Berge von Albanien, in die Medina von Marrakesch, in die moorige Landschaft um Edinburgh und in die österreichischen Alpen. Und am Ende führt ihn seine Entdeckungsreise in die Küche seiner Mutter, der Bäckerstochter - immer auf der Suche nach dem Duft des Lebens. Dieses wunderbar illustrierte Geschenkbuch ist eine fein abgewogene Mischung aus Reportage, Kulturgeschichte und Familienmemoir und eine Liebeserklärung an das Brot. Wie das duftet! »Meine Nase nahm aufs Intensivste einen ganz besonderen Duft wahr. Etwas kümmelig Feines, etwas Roggen-Kräftiges, etwas staubig Warmes und zugleich etwas umfassend Zufriedenstellendes. Ein Geruch setzt sich, wenn er die Nasenzellen schwingen lässt, ja aus mindestens 400 Komponenten zusammen. Carsten hatte frisches Brot gebracht.«
Roberto Calassos Essay ist in drei Kapitel gegliedert. Das dritte, zwei Seiten lang, beschreibt einen Traum Baudelaires als Präfiguration der zusammenstürzenden Zwillingstürme (9/11). Das zweite, »Die Wiener Gasgesellschaft«, durchläuft die Jahre 1933 bis 1945. Es präsentiert Zitate deutscher und ausländischer Autoren, die damals ihre Eindrücke von Nazi-Deutschland festgehalten haben (Louis-Ferdinand Céline, André Gide, Simone Weil, Klaus Mann, Walter Benjamin, Carl Schmitt, Ernst Jünger, Arthur Koestler, Curzio Malaparte, Virginia Woolf, Samuel Beckett u. a.). Erläuternd führt der Autor durch ein Panoptikum, in dem Naivität immer mehr dem Entsetzen weicht. Es sind Blicke auf Deutschland außerhalb der Leitlinien deutscher Erinnerungskultur, Blicke der unmittelbaren Erfahrung. »Touristen und Terroristen«, das theoretisch grundlegende erste Kapitel, nimmt gesellschaftskritische Motive aus Calassos letztem Buch Die Glut auf und spitzt sie zu. Gesellschaft überhaupt ist ein Gegner von metaphysischem Rang, nur metaphysische Waffen sind gegen ihn tauglich. Deren Arsenale jedoch hat die säkularisierte Gesellschaft geplündert. Sorge, in der Immanenz zu ersticken, prägt Das unnennbare Heute . Alles, was über die Gesellschaft hinaus auf ein Anderes, Jenseitiges wies, hat sie sich in pervertierter Form dienstbar gemacht: Ritus, Theologie, Metaphysik, selbst das Denken und die Sprache. Als ein Symptom dieser Situation, des »unnennbaren Heute« also, interpretiert Calasso den Terrorismus - den heutigen, insbesondere islamistischen, und den von früher. »Nichts ist wahr, alles ist erlaubt.«
Jacob Taubes, 1923 in Wien geboren und 1987 in Berlin verstorben, der heute weltweit als „Religionsphilosoph“ gilt, ist wohl richtiger als Judaist und Religionssoziologe zu bezeichnen. Seinem großen Freundes- und Bekanntenkreis war er vor allem ein kritischer Diskussionspartner und eine unerschöpfliche Quelle von Hinweisen und Anregungen. Taubes dachte fast durchgängig in (absoluten) Gegensätzen – von Antipoden her und auf sie hin, und betrachtete seit den Baseler und Züricher Studientagen Carl Schmitt als seinen Feind „par excellence“ und dieser für ihn eine geradezu magische Anziehungskraft hatte. Im ersten der hier vorgelegten Essays von Richard Faber, der von Taubes promoviert wurde und Anfang der 1980er Jahre sein Hochschulassistent war, hat die Rolle des Antipoden der (gleich Schmitt) konservativ-revolutionäre Hans-Joachim Schoeps. Stand dieser für eine schöpfungstheologische „Theokratie von oben“; so steht der bekennende Antinomist Taubes für eine messianische „Theokratie von unten“. Neben dem Essay „Walter Benjamin und das ‚Vater unser‘“; in dem es implizit um eine Auseinandersetzung mit Gershom Scholem geht, mit dem er seit dem Bruch in den frühen 50er Jahren in einem Dauerzwist lebte, legt Faber den Essay „Moderne Gnosis“ vor. In ihm zeigt er, dass für Taubes noch in seinen gleichsam testamentarischen Heidelberger Vorlesungen zu Paulus (einem seiner Lieblingsthemen) dieser in aller Regel nur der Deckname für den „Erzketzer Marcion ist – und dieser für ihn der wahre „Apostel“. Faber schließt den Band mit einer Sammlung politisch-religiöser Witze „Das ist die Synagoge, in die ich nicht gehe“ – im Sinne von Jacob Taubes: die ich gerade deshalb benötige, um mich zu identifizieren, zu definieren und von meinen Feinden abzugrenzen.
Reichert, L Jahrbuch der Oswald von Wolkenstein-Gesellschaft A1063951145
„(V)erdichtete Leben“ stellt die Frage nach dem Zusammenhang von autobiografischen und biografischen Elementen und literarischen Strategien. Dabei geht es weniger um die alte Frage, ob es ein richtiges Leben im erdichteten geben kann, also ob bestimmte autobiografische Angaben „wirklich wahr“ sind. Es geht vielmehr darum, wie bestimmte Lebenssplitter und biografische Informationen im Rahmen von literarischen Texten eingesetzt werden, um damit bestimmte Aussagen tätigen oder unterstützen zu können, bestimmte literarische Funktionen erfüllen zu können, bestimmte Exempel bieten zu können oder das Publikum von bestimmten Aussagen zu überzeugen. Welche Methoden setzen Verfasser von Literatur ein, um Lebenselemente in Dichtung umzusetzen. Welche Ziele verfolgen sie damit? Welche literarischen Effekte werden damit erreicht? Die Tagung der Oswald von Wolkenstein-Gesellschaft, deren Beiträge diesem Band zugrunde liegen, spannte dabei den thematischen Bogen von Minnesang und Artusroman bis zu den Reise- und Lebens-Beschreibungen des Spätmittelalters, von dem Versuch der Beschreibung des Rittertums bis zur Mystik und zu Legenden. So wird ein sowohl methodisch als auch gattungsbezogen breiter Überblick anhand zahlreicher Einzelfallstudien und einiger übergreifender Ansätze ermöglicht. Die behandelten Autoren reichen von Walter von der Vogelweide bis Oswald, von Mechthild von Magdeburg bis Heinrich Seuse, von Kaiser Maximilian I bis Götz von Berlichingen. Der Band versucht damit, den methodischen Ansatz, der sich aus dem Titel „(v)erdichtete Leben“ ergibt, auf die deutsche Literatur des Mittelalters anzuwenden und so von dieser Epoche aus einen neuen Blick auf das Thema (Auto)biographie und Literatur zu werfen.
CEP Europäische Verlagsanstalt Ad Jacob Taubes A1061614301
Jacob Taubes, 1923 in Wien geboren und 1987 in Berlin verstorben, der heute weltweit als „Religionsphilosoph“ gilt, ist wohl richtiger als Judaist und Religionssoziologe zu bezeichnen. Seinem großen Freundes- und Bekanntenkreis war er vor allem ein kritischer Diskussionspartner und eine unerschöpfliche Quelle von Hinweisen und Anregungen. Taubes dachte fast durchgängig in (absoluten) Gegensätzen – von Antipoden her und auf sie hin, und betrachtete seit den Baseler und Züricher Studientagen Carl Schmitt als seinen Feind „par excellence“ und dieser für ihn eine geradezu magische Anziehungskraft hatte. Im ersten der hier vorgelegten Essays von Richard Faber, der von Taubes promoviert wurde und Anfang der 1980er Jahre sein Hochschulassistent war, hat die Rolle des Antipoden der (gleich Schmitt) konservativ-revolutionäre Hans-Joachim Schoeps. Stand dieser für eine schöpfungstheologische „Theokratie von oben“; so steht der bekennende Antinomist Taubes für eine messianische „Theokratie von unten“. Neben dem Essay „Walter Benjamin und das ‚Vater unser‘“; in dem es implizit um eine Auseinandersetzung mit Gershom Scholem geht, mit dem er seit dem Bruch in den frühen 50er Jahren in einem Dauerzwist lebte, legt Faber den Essay „Moderne Gnosis“ vor. In ihm zeigt er, dass für Taubes noch in seinen gleichsam testamentarischen Heidelberger Vorlesungen zu Paulus (einem seiner Lieblingsthemen) dieser in aller Regel nur der Deckname für den „Erzketzer Marcion ist – und dieser für ihn der wahre „Apostel“. Faber schließt den Band mit einer Sammlung politisch-religiöser Witze „Das ist die Synagoge, in die ich nicht gehe“ – im Sinne von Jacob Taubes: die ich gerade deshalb benötige, um mich zu identifizieren, zu definieren und von meinen Feinden abzugrenzen.
Covadonga Verlag Tausend Kilometer Süden A1060316669
Eine mitreißende, poetische, rauschhafte Erzählung vom Radfahren in den Bergen. Eine Ode an die große Freiheit auf zwei schmalen Reifen… Eine Langstreckenprüfung für unerschrockene Radfahrer, ein Irrsinn für Normalsterbliche: 1.000 Kilometer in maximal 75 Stunden. Start und Ziel in der Provence, über Alpenriesen hinweg, quer durch Ligurien. Drei Tage und drei Nächte im Sattel. Non-stop, unterbrochen nur durch kurze Verpflegungsstopps an Bäckereien oder ein Nickerchen in Bushaltestellen. Und durch unangekündigte Geheimkontrollen, die verhindern, dass jemand auch nur ein Stück des Weges abkürzt. Mal in kleinen Gruppen unterwegs, aber praktisch ganz auf sich allein gestellt. Kälte, Wind, Einsamkeit, infernalische Abfahrten, bedrohliche Müdigkeit, leuchtende Landschaften, die Euphorie der Endorphine. So ist der Mille du Sud. Ein Brevet für Randonneure, wie sich die wahren Giganten der Landstraße, die namenlosen Ausdauerhelden, selbst nennen. Walter Jungwirth ist einer von ihnen. Tausend Kilometer Süden ist sein Erstling. Eine mitreißende, poetische, rauschhafte Erzählung vom Radfahren in den Bergen. Eine Ode an die große Freiheit auf zwei schmalen Reifen… und an die unerschöpflichen Ausdauerreserven der menschlichen Spezies. Aber auch eine inspirierende Antwort auf entscheidende Fragen: Warum nimmt jemand so etwas – freiwillig – auf sich? Warum liegt in der unermesslichen Strapaze die noch größere Erfüllung? Und vor allem: Wen juckte es nach der Lektüre dieses kleinen, großen Büchleins nicht in den Beinen, es dem Autor gleichzutun und länger und weiter Rad zu fahren, als man es selbst je für möglich gehalten hätte?
Saxoniabuch.de Perlen englischer Dichtung in deutscher Fassung A1050521469
Der Deutsch-Amerikaner Herman Behr hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, Meisterwerke der englischen Dichtung und Poesie in sein "geliebtes Deutsch" zu übersetzen. Er würdigt im vorliegenden Band englische Lyriker, wie John Keats, Percy Bysshhe Shelley, Lord Byron, Sir Walter Scott, Lord Tennyson, Henry Wadsworth Longfellow u.v.a. Z.B. zählte John Keats (1795-1821) neben Lord Byron und Percy Bysshe Shelley zu den bedeutendsten Vertretern der englischen Romantik. 1819 schrieb Keats seine berühmtesten Gedichte wie Ode to Psyche, Ode on a Grecian Urn, Ode to a Nightingale, On melancholy, und To autumn. Diese Gedichte zeigen ihn als Meister lyrischer Meditationen und reflektierender Verse, welche die traditionellen Konventionen der Gattung überwinden. Thematisch behandeln sie Fragen nach Schönheit, Vergänglichkeit und Tod. Oscar Wilde schrieb später: "[...] wer außer dem vorzüglichsten und perfekten Künstler könnte aus einer bloßen Farbe ein Motiv so voller Wunder erschaffen: und jetzt bin ich fast verliebt in das Papier, das diese Hand berührte, und die Tinte, die seine Befehle ausführte; lieb gewonnen habe ich die süße Anmut seiner Handschrift; denn ich habe seit meiner Kindheit niemanden mehr geliebt als euren wunderbaren Verwandten, diesen gottgleichen Jungen, den wahren Adonis unserer Zeit [...] In meinem Himmel geht er ewig neben Shakespeare und den Griechen." (Wiki) Nachdruck der historischen Originalauflage von 1922.
DVD Das Dschungelbuch - Doppelpack (Disney Classics + 2. Teil) [2 DVDs] 8717418532604
""Das Dschungelbuch"" Hier tanzt der Bär! Der erfolgreichste Zeichentrickfilm aller Zeiten ist endlich wieder da. Unvergessliche Charaktere, ultimativer Spaß und mitreißende Dschungelhits - da ist gute Laune garantiert!Das kleine Menschenkind Mogli wird von Wölfen großgezogen. Doch eines Tages kehrt der böse Tiger Shir Khan in den Dschungel zurück und Mogli macht sich mit Hilfe des klugen Panthers Baghira auf, um Schutz in der Menschensiedlung zu suchen. Als die beiden auf ihrem Weg dorthin den stets gut gelaunten Bären Balu treffen, geht der Trubel erst richtig los. Ob swingender Affentanz mit dem verrücktesten Orang-Utan King Loui, die unvergessliche Elefantenparade oder eine hypnotische Begegnung mit der Schlange Kaa - im Disney-Dschungel ist einfach der Bär los!Der Oscar-nominierte Song ""Probier's mal mit Gemütlichkeit"" und all die anderen bärenstarken Hits zum Mits(w)ingen machen Walt Disneys Meisterwerk ""DAS DSCHUNGELBUCH"" zu einem wirklich einmaligen Spaß für die ganze Familie. Ein wahrer Kultfilm zum Immer-wieder-Sehen - jetzt noch brillianter, in neuem Glanz und Klang.""Das Dschungelbuch 2"" Bezaubert von Shantis braunen Augen, ist Mogli dem kleinen Mädchen in die Menschensiedlung gefolgt. Dennoch hat er schon bald Sehnsucht nach dem sorglosen Leben im Dschungel - und natürlich vermisst er seinen ""Papa Bär"" Balu! Eines Nachts schleicht sich dieser in das Dorf, um Mogli urück in den Urwald zu holen. Und damit geht das Abenteuer erst richtig los!Aufregende und komische Begegnungen mit der Schlange Kaa, den verrückten Geiern, der Elefantenpatrouille und vielen anderen witzigen Dschungelbuchbewohnern bringen den Urwald zum Beben!Doch dann steht Mogli plötzlich seinem alten Feind, dem Tiger Shir Khan, gegenüber ...
Suhrkamp Werke und Nachlass. Kritische Gesamtausgabe, Fachbücher von Walter Benjamin
Die Konstruktion des Lebens liegt im Augenblick weit mehr in der Gewalt von Fakten als von Überzeugungen. Und zwar von solchen Fakten, wie sie zur Grundlage von Überzeugungen fast nie noch und nirgends geworden sind. Unter diesen Umständen kann wahre literarische Aktivität nicht beanspruchen, in literarischem Rahmen sich abzuspielen – vielmehr ist das der übliche Ausdruck ihrer Unfruchtbarkeit. Mit diesen programmatischen Worten beginnt die Einbahnstrasse, eines der ungewöhnlichsten Bücher Walter Benjamins. 1928 nicht als Buch, sondern als Broschüre veröffentlicht, gestaltet in konstruktivistischer Typographie, versehen mit dem berühmten Umschlag von Sasha Stone, dazu geschrieben in der „prompten Sprache“ von Flugblättern, Annoncen und Plakaten, die allein „sich dem Augenblick wirkend gewachsen“ zeigt, nimmt diese Sammlung von Aphorismen eine auf den ersten Blick singuläre Stellung in Benjamins Werk und der Literaturgeschichte des 20. Jahrhunderts ein. Die Einbahnstrasse war stilbildend und kann als Vorbild etwa für Blochs Spuren oder Adornos Minima Moralia gesehen werden. Auf den zweiten Blick und in der Rückschau offenbart sich eine weitere Besonderheit der Einbahnstrasse: Sie ist eine entscheidende Gelenkstelle in Benjamins Gesamtwerk, in der Überlegungen des Frühwerks transformiert werden, um sie dann in späteren Arbeiten weiterzuführen. Dies veranschaulicht insbesondere die 43 Texte umfassende „Nachtragsliste zur Einbahnstrasse“, die Benjamin Anfang bis Mitte der dreissiger Jahre zusammenstellte. Sie wird, neben dem Erstdruck und allen handschriftlichen Vorstufen sowie zeitgenössischen Rezensionen, in der neuen Edition erstmals als Einheit zu lesen sein. Der Kommentar und das Nachwort des Herausgebers machen zudem die Verbindung der einzelnen Texte mit dem Gesamtwerk Benjamins sichtbar und zeigen, inwiefern die Einbahnstrasse die Tradition der europäischen Aphoristik aufgenommen und zugleich erneuert hat.
S. Fischer Publishing Die Freimaurer – Der mächtigste Geheimbund der Welt, Sachbücher von John Dickie 3103973357
Die wahre Geschichte hinter dem Mythos. Der Historiker und Mafia-Experte John Dickie liefert die erste umfassende und seriöse Geschichte der Freimaurer – des Geheimbunds, der seit seiner Gründung im 18. Jahrhundert die Geschicke des Westens entscheidend mitbestimmt hat. Mozart, Goethe und Friedrich der Grosse gehörten dazu. George Washington, Franklin D. Roosevelt und Winston Churchill auch. Genauso wie Louis Armstrong, Walt Disney und vielleicht auch Brad Pitt. Sie alle eint der wohl mächtigste und mysteriöseste Geheimbund der Welt, die Freimaurer-Loge. Von Winkel und Zirkel im Grundstein des Kapitols bis zur Pyramide auf dem amerikanischen Dollarschein – die Symbole der Freimaurer sind in die westliche Ikonographie der Macht eingegangen. Aber wie weit reicht ihre Macht wirklich? Haben die Freimaurer die Französische Revolution ausgelöst? Stecken sie hinter den Serienmorden von Jack the Ripper? Oder steht ihr Griff nach der Weltherrschaft gar unmittelbar bevor? Der Historiker Dickie entlarvt Mythen und zeigt gleichzeitig auf: Von den aufkeimenden europäischen Nationalstaaten und der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung bis hin zu Sklavenhandel, Imperialismus und der Frauenfrage haben die Freimaurer eine Schlüsselrolle in den Kerndebatten der westlichen Gesellschaft gespielt. John Dickie deckt das fundamentale Paradox auf, wie ausgerechnet ein geheimer und exklusiver Männerbund entscheidend zur Verbreitung der westlichen Werte von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Toleranz und Humanität beigetragen hat. John Dickie ist Historiker am University College London und Mafiaexperte. Nach einem Radiointerview, in dem er die Mafia als „Freimaurer für Kriminelle“ bezeichnet hatte, wurde er zu einem Gespräch in die Freimaurerloge gebeten. Dies sollte der Anfang einer langen Reise auf den Spuren der Freimaurer sein – von Washington über New York nach Rom, Neapel, Wien und Paris. John Dickie, selbst kein Freimaurer, erklärt uns diesen mysteriösesten aller Geheimbünde.
In Farbe und Bunt Verlag TREKminds - Nur der Himmel ist die Grenze A1017319799
Star Trek ist mehr als Action und Abenteuer, mehr als nur gute Unterhaltung. Es ist eine Philosophie, ein Vorbild... ein Gefühl. Das neue Buch "TREKminds - Nur der Himmel ist die Grenze" nimmt Sie mit auf eine Reise hinter die Kulissen und Schauplätze. Hin zu den Ideen, aus denen ein die Generationen überdauerndes Franchise entstand. Ideen des gemeinsamen Miteinanders und der Verständigung, des menschlichen Geistes. Ideen, die weltweit von Millionen von Trekminds gelebt - und geliebt - werden, im Großen wie im Kleinen. Star Trek lebt heute vielleicht mehr denn je - und mit ihm seine Ideale. Begleiten Sie die Autoren Mike Hillenbrand (u.a. "Dies sind die Abenteuer - 40 Jahre Star Trek", HEEL) und Christian Humberg (u.a. Deutschland-Korrespondent von StarTrek.com) zu einer amüsanten und interessanten Tour jenseits der letzten Grenze. (Mit den Comics vom Alien-Kindergarten von Draco Stellaris.) Aus dem Inhalt: Babelfish forever oder Sokath. Seine Augen unbedeckt Die wahre letzte Grenze Das Abrams-Abenteuer 01 Eine Lektion in Liebe Beam me up (M)Ein Parallel-Universum Sind wir nicht alle ein bisschen Broccoli? Das Abrams-Abenteuer 02 Wellenreiter "Star Trek" und die Wissenschaft Guter Hoffnung Walter Koenig und der teuerste Donut der Welt Was die Wirtschaft von "Star Trek" lernen kann. Das Abrams-Abenteuer 03 "… und geradeaus bis zum Morgen" His Way Wie man es richtig macht Sympathy for the devil Das Abrams-Abenteuer 04 Apropos Lernen - Die Direktiven der Sternenflotte Optimisten im Blaumann In der Ruhe liegt die Kraft Kirk : 2 = Ich ... und du? Das Abrams-Abenteuer 05 "Tschuldigung, wir würden gern den Trekkie sehen …" Begegnungen mit dem Vorurteil Nachwort: Was ist "Star Trek"?
Franz Werfel wurde am 10. September 1890 in Prag als Sohn eines jüdischen Kaufmanns geboren. Nach der Matura studierte er in seiner Heimatstadt sowie in Leipzig und Hamburg Jura und Philosophie, dann wurde er Lehrling in einer Spedition in Hamburg. Weder Studium noch Lehre führte er zu Ende; er arbeitete einige Zeit als Lektor des Kurt Wolff Verlags in Leipzig. Schon während seiner Schulzeit hatte er Gedichte veröffentlicht, zwischen 1911 und 1915 erschienen drei Gedichtbände, die ihm zu frühem Ruhm verhalfen. Während des Ersten Weltkriegs war er zuerst Soldat, später Kriegsberichterstatter. Nach dem Krieg lebte Werfel in Österreich, er lernte die faszinierende Alma Mahler-Gropius ¿ die Witwe des Komponisten Gustav Mahler und Gattin von Walter Gropius ¿ kennen, die er 1929 heiratete. In den 1920er und 1930er Jahren war er einer der bekanntesten deutschsprachigen Schriftsteller, seine Bücher waren Welterfolge. Unter den Nazis wurden die Werke des Schriftstellers als »Gefährdung öffentlicher Sicherheit und Ordnung« verboten. 1938 ging er zuerst nach Frankreich, 1940 weiter in die USA ins Exil; er erhielt 1941 die amerikanische Staatsbürgerschaft. Trotz zunehmender gesundheitlicher Probleme bleib er auch im Exil ein produktiver und erfolgreicher Schriftsteller. Am 26. August 1945 starb Franz Werfel in Beverly Hills an einem Herzinfarkt. Dieser Band enthält drei späte Novellen von Franz Werfel, die erschienen, als er bereits im Exil war: Die wahre Geschichte vom wiederhergestellten Kreuz zuerst erschienen: 1939 Eine blaßblaue Frauenschrift zuerst erschienen: 1941 Géza de Varsany oder: Wann wirst du endlich eine Seele
Suhrkamp Werke und Nachlaß. Kritische Gesamtausgabe
»Die Konstruktion des Lebens liegt im Augenblick weit mehr in der Gewalt von Fakten als von Überzeugungen. Und zwar von solchen Fakten, wie sie zur Grundlage von Überzeugungen fast nie noch und nirgends geworden sind. Unter diesen Umständen kann wahre literarische Aktivität nicht beanspruchen, in literarischem Rahmen sich abzuspielen – vielmehr ist das der übliche Ausdruck ihrer Unfruchtbarkeit.« Mit diesen programmatischen Worten beginnt die Einbahnstraße, eines der ungewöhnlichsten Bücher Walter Benjamins. 1928 nicht als Buch, sondern als Broschüre veröffentlicht, gestaltet in konstruktivistischer Typographie, versehen mit dem berühmten Umschlag von Sasha Stone, dazu geschrieben in der »prompten Sprache« von Flugblättern, Annoncen und Plakaten, die allein »sich dem Augenblick wirkend gewachsen« zeigt, nimmt diese Sammlung von Aphorismen eine auf den ersten Blick singuläre Stellung in Benjamins Werk und der Literaturgeschichte des 20. Jahrhunderts ein. Die Einbahnstraße war stilbildend und kann als Vorbild etwa für Blochs Spuren oder Adornos Minima Moralia gesehen werden. Auf den zweiten Blick und in der Rückschau offenbart sich eine weitere Besonderheit der Einbahnstraße: Sie ist eine entscheidende Gelenkstelle in Benjamins Gesamtwerk, in der Überlegungen des Frühwerks transformiert werden, um sie dann in späteren Arbeiten weiterzuführen. Dies veranschaulicht insbesondere die 43 Texte umfassende »Nachtragsliste zur Einbahnstraße«, die Benjamin Anfang bis Mitte der dreißiger Jahre zusammenstellte. Sie wird, neben dem Erstdruck und allen handschriftlichen Vorstufen sowie zeitgenössischen Rezensionen, in der neuen Edition erstmals als Einheit zu lesen sein. Der Kommentar und das Nachwort des Herausgebers machen zudem die Verbindung der einzelnen Texte mit dem Gesamtwerk Benjamins sichtbar und zeigen, inwiefern die Einbahnstraße die Tradition der europäischen Aphoristik aufgenommen und zugleich erneuert hat.
Suhrkamp Werke und Nachlaß. Kritische Gesamtausgabe A1002390845
»Die Konstruktion des Lebens liegt im Augenblick weit mehr in der Gewalt von Fakten als von Überzeugungen. Und zwar von solchen Fakten, wie sie zur Grundlage von Überzeugungen fast nie noch und nirgends geworden sind. Unter diesen Umständen kann wahre literarische Aktivität nicht beanspruchen, in literarischem Rahmen sich abzuspielen – vielmehr ist das der übliche Ausdruck ihrer Unfruchtbarkeit.« Mit diesen programmatischen Worten beginnt die Einbahnstraße, eines der ungewöhnlichsten Bücher Walter Benjamins. 1928 nicht als Buch, sondern als Broschüre veröffentlicht, gestaltet in konstruktivistischer Typographie, versehen mit dem berühmten Umschlag von Sasha Stone, dazu geschrieben in der »prompten Sprache« von Flugblättern, Annoncen und Plakaten, die allein »sich dem Augenblick wirkend gewachsen« zeigt, nimmt diese Sammlung von Aphorismen eine auf den ersten Blick singuläre Stellung in Benjamins Werk und der Literaturgeschichte des 20. Jahrhunderts ein. Die Einbahnstraße war stilbildend und kann als Vorbild etwa für Blochs Spuren oder Adornos Minima Moralia gesehen werden. Auf den zweiten Blick und in der Rückschau offenbart sich eine weitere Besonderheit der Einbahnstraße: Sie ist eine entscheidende Gelenkstelle in Benjamins Gesamtwerk, in der Überlegungen des Frühwerks transformiert werden, um sie dann in späteren Arbeiten weiterzuführen. Dies veranschaulicht insbesondere die 43 Texte umfassende »Nachtragsliste zur Einbahnstraße«, die Benjamin Anfang bis Mitte der dreißiger Jahre zusammenstellte. Sie wird, neben dem Erstdruck und allen handschriftlichen Vorstufen sowie zeitgenössischen Rezensionen, in der neuen Edition erstmals als Einheit zu lesen sein. Der Kommentar und das Nachwort des Herausgebers machen zudem die Verbindung der einzelnen Texte mit dem Gesamtwerk Benjamins sichtbar und zeigen, inwiefern die Einbahnstraße die Tradition der europäischen Aphoristik aufgenommen und zugleich erneuert hat.
S. Fischer Publishing Die Freimaurer – Der mächtigste Geheimbund der Welt, Sachbücher von Irmengard Gabler, John Dickie
Die wahre Geschichte hinter dem Mythos. Der Historiker und Mafia-Experte John Dickie liefert die erste umfassende und seriöse Geschichte der Freimaurer – des Geheimbunds, der seit seiner Gründung im 18. Jahrhundert die Geschicke des Westens entscheidend mitbestimmt hat. Mozart, Goethe und Friedrich der Grosse gehörten dazu. George Washington, Franklin D. Roosevelt und Winston Churchill auch. Genauso wie Louis Armstrong, Walt Disney und vielleicht auch Brad Pitt. Sie alle eint der wohl mächtigste und mysteriöseste Geheimbund der Welt, die Freimaurer-Loge. Von Winkel und Zirkel im Grundstein des Kapitols bis zur Pyramide auf dem amerikanischen Dollarschein – die Symbole der Freimaurer sind eingegangen in die westliche Ikonographie der Macht. Aber wie weit reicht ihre Macht wirklich? Haben die Freimaurer die Französische Revolution ausgelöst? Stecken sie hinter den Serienmorden von Jack the Ripper? Oder steht ihr Griff nach der Weltherrschaft gar unmittelbar bevor? Der Historiker Dickie entlarvt Mythen und zeigt gleichzeitig auf: Von den aufkeimenden europäischen Nationalstaaten und der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung bis hin zu Sklavenhandel, Imperialismus und der Frauenfrage haben die Freimaurer eine Schlüsselrolle in den Kerndebatten der westlichen Gesellschaft gespielt. John Dickie deckt das fundamentale Paradox auf, wie ausgerechnet ein geheimer und exklusiver Männerbund entscheidend zur Verbreitung der westlichen Werte von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Toleranz und Humanität beigetragen hat. John Dickie ist Historiker am University College London und Mafiaexperte. Nach einem Radiointerview, in dem er die Mafia als „Freimaurer für Kriminelle“ bezeichnet hatte, wurde er zu einem Gespräch in die Freimaurerloge gebeten. Dies sollte der Anfang einer langen Reise auf den Spuren der Freimaurer sein – von Washington über New York nach Rom, Neapel, Wien und Paris. John Dickie, selbst kein Freimaurer, erklärt uns diesen mysteriösesten aller Geheimbünde.