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Audio Media Digital Der Herzenfresser A1069252698
Eine unheimliche Mordserie erschüttert die Habsburger- Monarchie. Der Kirche kommt das gelegen. Sie deutet die Morde als Werke des Teufels und als seine Antwort auf die vermeintlich ketzerische Politik des aufklärerischen Kaisers Joseph II. Um seine Macht zu wahren, muss der Monarch handeln. Er schickt zwei Ermittler in ein kleines steirisches Dorf, die den wahren Täter fassen sollen. Nicht weniger als die Zukunft der Monarchie liegt in ihren Händen. Ein packender historischer Krimi, der auf wahren Begebenheiten beruht.
Aber vor allem, und das war das Schlimmste, sie hatte schon keine eigenen Ansichten mehr. Sie sah Gegenstände um sich und begriff alles, was ringsumher vor sich ging, aber sie konnte sich über nichts eine eigene Meinung bilden und wusste nicht, wovon sie sprechen sollte. Und wie entsetzlich ist das, keine eigene Meinung zu haben!
Es roch die ganze Zeit nach Braten und nach der Pfeife des Finnen, aber einmal spürte Klimow auch den ausgesprochenen Geruch von Weihrauch. Es wurde ihm davon übel, und er schrie: "Weihrauch! Fort mit dem Weihrauch!"
In China, weißt du ja wohl, ist der Kaiser ein Chinese, und alle, die er um sich hat, sind Chinesen. Es sind nun viele Jahre her, aber gerade deshalb ist es wert, die Geschichte zu hören, ehe sie vergessen wird. Des Kaisers Schloss war das prächtigste der Welt, ganz und gar von feinem Porzellan, so kostbar, aber so spröde, so misslich daran zu rühren, dass man sich ordentlich in acht nehmen musste.
In den weltabgewandten alten Aristokraten am Hradschin über Prag erwachen die Dämonen der Vergangenheit, und die eigene missbrauchte, verdorbene Jugend schreckt die Greise. In den entarteten Enkeln aber erstehen die Ahnen, geben ihnen ungeheure Kräfte und peitschen im böhmischen Proletariat die Taten längst vermoderter Gewaltgestalten wieder auf. ... In diesem Roman beherrscht das unwirkliche Leben einer unbekannten Welt ganz und gar die Geschehnisse der sogenannten wirklichen Welt. Das okkulte Seintriumphiert, bis die Wirklichkeit vernichtet und ausgelöscht ist.
Sachverständige sind der Meinung, dass vier Millionen siebenmalhunderttausend Taler für jene Zeit eine gewaltige Summe vorstellten, und bis zu dieser furchteinflößenden Ziffer war das Schuldenthermometer nach und nach gestiegen. Das lawinenhafte Anschwellen zu stauen, sahen auch die geriebensten Köpfe keinen Weg, und alle Arten von Finanzoperationen bewiesen bloß, dass der Hydra immer neue Köpfe wuchsen. Zu dem einfachen Mittel, den Haus- und Hofhalt zu beschränken und in der Verwaltung zu sparen, hätte auch nur ein Ignorant raten können, der nicht in Betracht zog, dass die Verschwender und Bankrottierer sich dadurch über Wasser halten, dass sie ihre Schulden mit ihren Schulden zahlen und dass ein glänzendes Firmenschild die Dummen und Gierigen noch anlockt, auch wenn der Kassenschrank so leer ist, wie ein Bethaus um Mitternacht.
Wart' du nur! – Ich werde dir schon zeigen, was es heißt, unschuldige Mädchen zu verführen! Das Kind werf ich dir vor die Tür ... zum Gericht geh' ich ... Deiner Frau erzähl' ich's...
Die Totenfeier am Sarge des berühmten Anatomen und Leiters des Physiologischen Instituts der alten Universität gestaltete sich zu einer ergreifenden Huldigung der akademischen Kreise vor den Verdiensten des großen Verstorbenen. Der Katafalk war mit Kränzen und seidenen Schleifen behängt, in Lorbeer und Blumen gehüllt, brennende Wachskerzen umrahmten ihn, und vor ihm waren auf samtenen Kissen die zahlreichen Orden ausgebreitet, die der gelehrte Forscher mit berechtigtem Stolz getragen hatte.
Audio Media Digital Die Haselmaushochzeit A1069230377
An einem alten Gemäuer stand ein Haselnussstrauch. Feine Spinnwebfäden spannen sich von der alten Mauer zum Haselnussstrauch hinüber. Der Mond Stand groß und silbern am Himmel. Er beschien eine kleine, befellte und gerührte Gesellschaft. Die Haselmäuse feierten Hochzeit. "Mein Haselstrauch ist auch dein Haselstrauch. Meine Haselnüsse sind auch deine Haselnüsse". Sagte eine alte Haselmaus. Alle waren sehr ergriffen und falteten die Pfoten.
Alles kann sich in diesem Leben verändern, verbessern, nur nicht die Trinkgeldfrage. Denn wie könnte man wirklich irgendeinen Menschen daran hindern, aus freiestem Entschlusse durch kleine oder große Gaben an Leute, von denen er irgendwie abhängig ist (Lohndiener, Stubenmädchen, Köchin, Portier) den »Wagen zu schmieren«, dass er besser, rascher fahre! Trinkgelder richtig, zart, großzügig, edel anwenden, halte ich direkt für den Prüfstein der inneren wirklichen Kultur eines Menschen! Menschen, die mit Trinkgeldern knausern, hasse und verachte ich instinktiv, besonders wenn es »Damen« sind, denn das sind eben dann keine Damen!
Der Vater meiner Mutter war ein Brigittenauer Indianer. Er hatte meist ein weißes, kragenloses Hemd an, darüber eine schwarze Anzugsweste. Graue Hosen mit aufgenähten bunten Flecken, schwarze hohe Schuhe. Auf dem langen Schädel...
Klaus Türmer steuert zielgerichtet auf jeden Fettnapf zu. Wo andere bloß ab und zu hineintappen, schmeißt er sich pausenlos ohne Rücksicht auf Verluste hinein. Niemand beherrscht die Kunst des Versagens so wie er. Klaus durchlebt eine turbulente Berg- und Talfahrt des Erwachsenwerdens, bei der neben Karin, seiner heißen Liebe, und Christoph, seinem besten Freund, die Losergruppe Peter, Charly und Özkan, der Provokateur Moritz, die schreckliche Tillmann, die mysteriöse Nicole, der strenge Fleischhacker, der bewundernswerte Gogl, die nette Treiber, der arme Remp sowie die verführerische Holperer und viele andere, prägende Rollen einnehmen.
Hässlich sei sie wie die Sünde, sagen die Leute. Aber wer will das wissen, da keiner sie gesehen hat. Seit Jahren hat sie ja ihr Haus nicht verlassen und wagt es kaum, sich hinter den Fenstern zu zeigen, vermutlich deshalb, weil man sie bei dieser Gelegenheit einst mit Steinwürfen bewillkommte. Auch empfängt sie ja niemand, ausgenommen ein rotbäckiges junges Mädchen, das ihr alle drei Tage ein Körbchen mit Lebensmittel vom Land hereinbringt. Auffallender weise scheint sie dasselbe bis jetzt noch durchaus nicht behext zu haben. Ja, es lacht einen sogar ganz offen aus, wenn man es fragt, ob es sich nicht fürchte, das verrufene Haus zu betreten. Frank Wedekind (* 24. Juli 1864 in Hannover; † 9. März 1918 in München; eigentlich Benjamin Franklin Wedekind) war ein deutscher Schriftsteller und Schauspieler. Wedekind, der der Familie Wedekind zur Horst angehört, wuchs ab 1872 in Lenzburg in der Schweiz auf. Sein Vater, der pensionierte Gynäkologe Dr. med. Friedrich Wilhelm Wedekind, war aus Opposition gegen das neu gegründete preußisch-deutsche Reich mit seiner Familie dorthin emigriert. Schon nach der gescheiterten Märzrevolution 1848/49 war er zunächst nach San Francisco ausgewandert (wo er Emilie Kammerer, die Tochter des Erfinders der Streichhölzer Friedrich Kammerer, heiratete), 1864 aber nach Deutschland zurückgekehrt. Er kaufte das Schloss Lenzburg, und sein Sohn Frank verbrachte dort seine Jugendzeit. Seit Herbst 1872 ging Frank in die Lenzburger Gemeindeknabenschule, die dortige Bezirksschule. 1879 wechselte er auf die Kantonsschule in Aarau. Hier gründete er den Dichterbund Senatus Poeticus zusammen mit W. Laué, A. Vögtlin und O. Schibler. Für seine Schwester Emilie entstand das Kinderepos Der Hänseken, mit Zeichnungen des Bruders Armin (EA 1896). Nach Abschluss der Schule und einem abgebrochenem Jurastudium arbeitete Frank Wedekind unter anderem als Journalist, Chef der Werbeabteilung bei Maggi und Sekretär. 1889 siedelte er nach München über, wo er ab 1896 die Zeitschrift Simplicissimus mitbegründete, in der er auch unter verschiedenen Pseudonymen veröffentlichte. Wegen "Majestätsbeleidigung" in dieser Zeitschrift wurde er 1899 verurteilt und verbrachte sechs Monate in Festungshaft. 1901/02 wirkte er im Münchner Kabarett Die Elf Scharfrichter mit, dort sang er nach eigenen Kompositionen seine Lieder zur Gitarre. Wedekind trat auch als Schauspieler in eigenen Stücken auf. Er schrieb gegen das Bürgertum und dessen Scheinmoral. Mit der Schauspielerin Tilly Newes hatte Wedekind zwei Töchter, Pamela und Kadidja. Grabstelle Waldfriedhof Solln, München. Seine Dramen Erdgeist und Die Büchse der Pandora dienten als Vorlage für die Oper Lulu von Alban Berg und dem Stummfilm Die Büchse der Pandora von Georg Wilhelm Pabst (Deutschland, 1929).
Die Menschen gerade so wie die Tiere sind selten mit dem zufrieden, was sie haben und halten die Brocken für die besten, die sie einem anderen wegschnappen. – Ludwig Thoma ... Hier seine Erzählung: "Bauernmoral"
Heute gehe ich zu Fuß vom Westbahnhof bis zum Hotel Bauer. Meine schwarze Tasche, deren Träger abgerissen sind, halte ich umschlungen. Wie einen Schutzpolster. Stark befahrene Straße, schmaler Gehsteig. Vorbei am Café Novi Beograd, vorbei am Restaurant Donaudelta, vorbei an der Kirche Maria vom Siege. Die Tasche wie ein Baby tragend vermeide ich jeglichen Blickkontakt, schaue zumeist auf den grauen Gehsteig.
Ich lag auf dem Bauch, ein scharfer Geruch hing in der Luft, irgendetwas gab ein sirrendes Geräusch von sich, ich war nackt und fühlte mich irritierend zugepfropft. Mehr – vor allem wo ich mich befand – war im Moment des Erwachens noch nicht klar.
Um 3 Uhr morgens begannen die Vögel leise zu piepsen, andeutungsweise. Meine Sorgen wuchsen und wuchsen. Es begann im Gehirn wie mit einem rollenden Steinchen, riss alle Hoffnungsfreudigkeiten mit, die Lebensleichtigkeiten, wurde zu zerstörender Lawine, begrub die Fähigkeit, dem Tage zu genügen und der unerbittlichen gebieterischen Stunde!
Solange die Armen im Krieg draufzahlen, solange sind die Reichen nicht dagegen. Die Geduld geht einem selten aus, wenn man sie dann und wann unterbricht.
In dem schrecklichen, nur historischen, also unlebendigen Venedig, am grausandigen, unromantischen »Lido«, einem ekligen »Vergnügungsetablissement« der Müßiggänger und Partieenjägerinnen und koketten Verheirateten, nannte man sie liebevoll »Sansaras«, schützte sich vor ihnen schweigend durch Räucherkerzchen, die an Weihrauch erinnerten.
Ich darf mich bei Ihnen kurz vorstellen, mein Name ist Iron R.O.B.O.T. 987XV. Kurz gerufen, Rob. Ich bin nun seit zirka acht Jahren der Familie Futures zu Diensten. Mein Aufgabenbereich besteht darin, Mutter Denise, Vater Steven und den beiden Kindern Samantha und Leo ihr Leben zu erleichtern. Ich putze, wasche, koche, erledige den Einkauf und bin gleichzeitig der beste Freund der Familie. Als ich damals nagelneu in der Fabrik zusammengeschraubt wurde, einen schönen Anstrich bekam und somit mein gutes Aussehen, genoss ich eine dreiwöchige Ausbildung auf einer renommierten Elitelehrakademie.