Peter Lang GmbH, Internationaler Verlag der Wissenschaften Die Gefahr der Mehrfachverfolgung und Mehrfachbestrafung im internationalen Korruptionsstrafrecht
Zur Bekämpfung internationaler Korruption wird zunehmend ein globaler Ansatz verfolgt. Diese Entwicklung wird durch die Vielzahl der zur Korruptionsbekämpfung abgeschlossenen Übereinkommen deutlich. Bei der Umsetzung dieser vorrangig auf Kriminalisierung abzielenden Übereinkommen treten die BRD, die USA und das UK als besonders eifrige Akteure auf. Gleichzeitig besteht für das verfolgte Individuum kein Schutz vor Mehrfachverfolgung und -bestrafung, da ein umfassend geltendes transnationales ne bis in idem gegenwärtig nicht existiert. Diese Rechtslage entspricht nicht der auf transnationaler Ebene bestehenden Interessenlage. Bereits vorhandene Lösungsvorschläge können diesen Interessenkonflikt im Bereich des internationalen Korruptionsstrafrechts nicht zufriedenstellend auflösen. In dieser Arbeit wird daher ein eigenes Lösungsmodell entwickelt, welches insbesondere an Anforderungen gemessen wird, die im Rahmen der Diskussion bereits vorhandener Lösungsmöglichkeiten aufgestellt werden.
Peter Lang GmbH, Internationaler Verlag der Wissenschaften Die deutsche Unternehmensmitbestimmung in internationalen europaeischen Konzernen
Diese Studie befasst sich mit der Unternehmensmitbestimmung in europäischen Konzernen. Es wird nachgewiesen, dass die deutsche Unternehmensmitbestimmung nicht in der Lage ist, grenzüberschreitend tätige Konzerne hinreichend zu erfassen. Untersucht wird zunächst, in welchem Umfang internationale Konzerne durch die deutschen Mitbestimmungsgesetze überhaupt erfasst werden. Weiterhin werden Gestaltungsmöglichkeiten aufgezeigt, wie die Mitbestimmung bei grenzüberschreitend tätigen Konzernen vermieden werden kann. In diesem Zusammenhang werden ausländische Konzernspitzen, ausländische Kapitalgesellschaften mit Sitz in Deutschland und die Errichtung von Europäischen Aktiengesellschaften behandelt. Abschließend werden Vorschläge an den deutschen Gesetzgeber für eine Reform der Unternehmensmitbestimmung gegeben.
Peter Lang GmbH, Internationaler Verlag der Wissenschaften Internationale Zuständigkeit im deutsch-türkischen Rechtsverkehr A1071432182
Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Frage der internationalen Zuständigkeit von Gerichten, wobei der deutsch-türkische Rechtsverkehr im besonderen hervorgehoben ist. Das ist im Hinblick auf die hohe Anzahl der in Deutschland lebenden Ausländer türkischer Herkunft, weit über 2,5 Millionen, ferner aufgrund der insbesondere in den letzten Jahren gestiegenen Investitionen deutscher Unternehmen in der Türkei und des regen Warenaustausches zwischen beiden Ländern vom besonderem Interesse. Diese Berührungspunkte führen zwangsläufig zu Meinungsverschiedenheiten, die nicht selten vor Gericht enden. Daher wird hier die Rechtslage, unter besonderer Berücksichtigung der Rechtspraxis in beiden Ländern, dargestellt. Ferner wird versucht, die dieser Rechtslage zugrundeliegende Dogmatik zu erklären und schließlich in strittigen oder regelungsbedürftigen Fällen eine praktisch und dogmatisch richtige Lösung anzubieten. Dabei geht es nicht um die Auflistung und die Kommentierung aller Rechtsnormen, die sich auf die internationale Zuständigkeit beziehen, sondern darum, die Grundprinzipien des internationalen Zuständigkeitssystems beider Länder, sowie die im deutsch-türkischen Rechtsverkehr am häufigsten in Anspruch genommenen Gerichtsstände im Rechtsvergleich darzulegen.
Peter Lang GmbH, Internationaler Verlag der Wissenschaften Internationale Sportschiedssprüche vor deutschen Gerichten A1071191330
Ziel der Arbeit ist es, die Grundsätze zur Überprüfung internationaler Sportschiedssprüche durch deutsche Gerichte abstrakt herauszuarbeiten, um so eine Grundlage und Systematik zu schaffen, anhand derer die Lösung des jeweiligen Einzelfalles entwickelt werden kann. In den bisherigen gerichtlichen Entscheidungen fehlt es mitunter an einer exakten Auseinandersetzung mit den Vorgaben des Internationalen Privatrechts und mit dem Einfallstor für den ordre public sowie dessen Inhalt. Die Schwerpunkte der Arbeit sind daher die Beantwortung der Frage, ob ein originäres und von staatlichem Recht unabhängiges internationales Sportrecht besteht, und die darauf aufbauende Darstellung der grundlegenden Systematik, wie eine internationale Sportgerichtsentscheidung von einem deutschen Gericht zu überprüfen ist.
Peter Lang GmbH, Internationaler Verlag der Wissenschaften Internationaler Steuerwettbewerb und Koordination der Steuersysteme A1071406245
Die Arbeit untersucht die Wohlfahrtswirkungen des internationalen Steuerwettbewerbs sowie die Notwendigkeit und Möglichkeit einer Koordination der Steuersysteme im Bereich der direkten Steuern. Hierzu wird der Zusammenhang zwischen den Rahmenbedingungen, unter denen ein Steuerwettbewerb stattfindet, und dessen Rückwirkungen auf die Entscheidungen privater und staatlicher Akteure detailliert in einem einheitlichen Modellrahmen aufgezeigt. Dabei wird deutlich, dass negative Effizienzwirkungen des Steuerwettbewerbs Folge eines (n-1)-Problems sind. Weitere Schwerpunkte der Arbeit sind der Steuerwettbewerb zwischen Leviathan-Staaten sowie der Steuerwettbewerb und die Möglichkeit staatlicher Umverteilung bei internationaler Haushaltsmobilität. Ferner werden die Grenzen internationaler Kooperationen aufgezeigt und ein Lösungsansatz zur internationalen Kapitaleinkommensbesteuerung formuliert.
Peter Lang GmbH, Internationaler Verlag der Wissenschaften Der Internationale Strafgerichtshof als Faktor der Globalisierung A1071420917
Der im Jahr 2002 errichtete Internationale Strafgerichtshof stellt in vielerlei Hinsicht ein bemerkenswertes Novum in der völkerrechtlichen Landschaft dar. Ziel der angestellten Überlegungen ist es, diese Neugründung in den größeren Zusammenhang der allenthalben konstatierten Globalisierungsdynamiken zu stellen und im Rahmen derselben einer genaueren Analyse zu unterziehen. Dies geschieht unter Rückgriff auf klassische Deutungsmodelle internationaler Beziehungen, vor allem auf die von Immanuel Kant in seiner Friedensschrift vorgelegte Weltrepublikskonzeption. Vor diesem Hintergrund ergeben sich sowohl Ansätze für ein vertieftes Verständnis des Phänomens des Internationalen Gerichtshofs selbst als auch neue Perspektiven für die Debatte zur Globalisierung sowie zu Status und Rolle von Staat und Individuum in dieser.
Peter Lang GmbH, Internationaler Verlag der Wissenschaften Effiziente Steuersysteme und internationaler Steuerwettbewerb A1071404541
In der Europäischen Union werden Fragen des internationalen Steuerwettbewerbs heftig diskutiert. Die Arbeit verfolgt das Ziel, diese kontroverse Diskussion theoretisch zu fundieren. Dazu werden sowohl Ansätze zur Theorie der Optimalen Besteuerung als auch Modelle der Neuen Institutionellen Ökonomie herangezogen und der Steuerwettbewerb anhand der Anforderungen an eine effiziente Steuerpolitik in den jeweiligen Modellen beurteilt. In der Analyse zeigt sich, daß eine klare Antwort auf die Frage nach der Beurteilung des Steuerwettbewerbs nicht ohne weiteres möglich ist, sondern von den jeweiligen konkreten Annahmen und verwendeten Modellen abhängt. Das analytisch gewonnene Bild ist jedoch sehr breit und differenziert und erlaubt wichtige finanzpolitische Folgerungen.
Peter Lang GmbH, Internationaler Verlag der Wissenschaften Regulierung anwaltlicher Parteivertreter in internationalen Schiedsverfahren
Der Autor untersucht die Regulierung ausländischer Parteivertreter in internationalen Schiedsverfahren mit Sitz in Deutschland. Anders als vor nationalen Gerichten dürfen in internationalen Schiedsverfahren auch ausländische Parteivertreter, d.h. Anwälte, die nicht am Sitz des Schiedsgerichts zugelassen sind, als Bevollmächtigte auftreten. Welches Berufsrecht ist auf sie anwendbar? Wird ihre Tätigkeit vom deutschen Strafrecht erfasst? Welche Kompetenzen haben Schiedsgerichte, um etwa kollidierende Berufsrechte in Ausgleich zu bringen oder Fehlverhalten zu sanktionieren? Neben diesen Fragen diskutiert der Autor außerdem, ob eine zusätzliche Regulierung durch sog. «Soft-Law», wie etwa den Guidelines von IBA oder LCIA, für den Schiedsstandort Deutschland notwendig oder wünschenswert ist.
Peter Lang GmbH, Internationaler Verlag der Wissenschaften Europäische Ethnologie und Folklore im internationalen Kontext
In über 50 Beiträgen vermittelt dieses Buch einen Einblick in die Breite und Vielfalt aktueller folkloristischer Forschung in Europa, den Vereinigten Staaten von Amerika, Israel und Indien. Der Schwerpunkt liegt auf der internationalen Narrativistik sowie auf stoff- und motivgeschichtlichen Untersuchungen zur historischen und gegenwärtigen Erzählkunst von der Antike über das Mittelalter bis in die Gegenwart. Die von Erzählforschern, Philologen, Volkskundlern, Mediävisten und Psychologen verfaßten Beiträge zeigen sehr verschiedene methodische und hermeneutische Zugänge auf. Immer wieder werden Fragen des Verhältnisses von Schriftlichkeit und Mündlichkeit und der Interdependenz von Volkserzählung, Literatur und Kunst behandelt. Neben Sagen und Märchen finden auch andere Gattungen der Folklore wie Sprichwort und Redensart, Volksbuch, Legende, Volkslied und Bänkelsang Berücksichtigung.
GRIN Das Eigenkapital einer Kapitalgesellschaft nach International Accounting Standards/ International Financial Reporting Standards (IAS/IFRS)
Studienarbeit aus dem Jahr 2019 im Fachbereich BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern, Note: 2,0, FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, München früher Fachhochschule, Sprache: Deutsch, Abstract: Die Arbeit beschäftigt sich mit der Bilanzierung von Eigenkapital nach International Accounting Standards/ International Financial Reporting Standards (IAS/IFRS). Hierbei wird das Eigenkapitals nach internationaler Rechnungslegung gewürdigt.Außerdem wird die Bilanzierung des Eigenkapitals nach IAS/IFRS von der Bilanzierung nach HGB abgegrenzt. Es folgt eine Erläuterung der ausgewiesen Bilanzpositionen, sowie der Besonderheiten innerhalb der Bilanzierung. Die weltweiten Exporte im Warenhandel haben sich in den vergangenen Jahren drastisch erhöht. Diese Entwicklung lässt sich mit der voranschreitenden Globalisierung begründen. Auch am Kapitalmarkt ist zu erkennen, dass große Volumina von Direktinvestitionen ins Ausland flossen. Aufgrund dieser Faktoren ist eine einheitliche Berichtsform erforderlich, um Lieferantenrisiken, Forderungsausfallrisiken und den Risikogehalt einer Investition beurteilen zu können. Aufgrund dessen gewinnt der IFRS immer mehr an Bedeutung. Da Eigenkapitalgeber im Falle einer Insolvenz eines Unternehmens immer erst Auszahlungen aus der Insolvenzmasse erhalten, nachdem sämtliche Lieferantenverbindlichkeiten, Kreditverbindlichkeiten und sonstiges Fremdkapital bedient wurden, ist für die Beurteilung der Risikotragfähigkeit eines Unternehmens eine einheitliche Beurteilung von Eigenkapital unabdingbar aus Sicht von Lieferanten und Kreditgebern.
Peter Lang GmbH, Internationaler Verlag der Wissenschaften Das deutsche und italienische internationale Kindschaftsrecht im Rechtsvergleich
Dieses Buch befasst sich rechtsvergleichend mit der Rechtsposition des Kindes im internationalen Privatrecht Italiens und Deutschlands. Es behandelt die Reformen beider Länder unter Berücksichtigung des internationalen Zivilverfahrensrechts und einschlägiger Staatsverträge. Die Notwendigkeit einer interessengerechten Anknüpfung wird durch Anwendungsfälle veranschaulicht. Die Arbeit diskutiert, ob die Begünstigung der ehelichen Abstammung immer den Interessen des Kindes entspricht. Ferner wird die Frage behandelt, ob Integration oder Wahrung der kulturellen Identität dem Kindeswohl besser entspricht. Die Arbeit endet mit einem Reformvorschlag, der Inhalt eines europäischen Familienrechts werden könnte.
Peter Lang GmbH, Internationaler Verlag der Wissenschaften Nichteheliche Lebensgemeinschaften und ihre Einordnung im Internationalen Privatrecht
Nichteheliche Lebensgemeinschaften sind seit Jahren keine gesellschaftliche Randerscheinung mehr. Ihre Eingehung macht naturgemäß vor Ländergrenzen nicht halt. Die unterschiedliche rechtliche Erfassung dieser Verbindungen in den einzelnen Staaten erfordert klare Regeln über das in Fällen mit Auslandsberührung anzuwendende Recht. Derartige gesetzliche Regelungen existieren in Deutschland jedoch nicht. Ausgehend von den unterschiedlichen Motiven nichtehelichen Zusammenlebens und ihrer rechtlichen Anerkennung in den einzelnen Rechtsordnungen wird in dieser Arbeit eine Kollisionsnorm für das deutsche Internationale Privatrecht entwickelt.
Peter Lang GmbH, Internationaler Verlag der Wissenschaften Werbung im Internet und das deutsche Internationale Privatrecht
Die Arbeit geht der Frage nach, ob die Anknüpfungsregeln des Internationalen Wettbewerbsrechts für Werbung im Internet tauglich und die zu Presse, Rundfunk und Fernsehen entwickelten Anknüpfungsregeln («Marktortprinzip») auf Werbung im Internet übertragbar sind. Der Vorentwurf für eine Verordnung (EG) über das auf außervertragliche Schuldverhältnisse anzuwendende Recht («Rom II») und die E-Commerce-Richtlinie («Herkunftslandprinzip») sowie ihre Umsetzung ins deutsche Recht werden im Hinblick auf Werbung im Internet eingehend gewürdigt. Die Verfasserin gelangt zu dem Ergebnis, daß sich das Marktortprinzip internetspezifisch fortentwickeln läßt. Sie spricht sich für eine entsprechende Anknüpfungsregel in der «Rom II»-Verordnung aus.
Peter Lang GmbH, Internationaler Verlag der Wissenschaften Menschenrechte und ordre public im Internationalen Privatrecht
Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Grenzen einer Einbeziehung der Normen des völkerrechtlichen Menschenrechtsschutzes in die allgemeine Vorbehaltsklausel des deutschen Internationalen Privatrechts. Nach einer einführenden Darstellung zu Funktion, Strukturprinzipien und Anwendungsvoraussetzungen von Art. 6 EGBGB gewährt die Untersuchung einen Überblick über die elementaren Bestandteile des regionalen und universellen Menschenrechtsschutzes und seiner Überwachung auf völkerrechtlicher Ebene. Im zentralen Teil der Arbeit werden die Grundlagen einer menschenrechtsbezogenen Anwendung der ordre public-Klausel aufgezeigt. Es wird dargelegt, inwieweit die Normen des internationalen Menschenrechtsschutzes zur Konkretisierung der international-privatrechtlichen Vorbehaltsklausel herangezogen werden können und welche Folgerungen sich dabei für die Anwendung von Art. 6 EGBGB ergeben. Die Ergebnisse dieses Abschnitts werden im Schlußkapitel exemplarisch anhand des internationalen Eheschließungsrechts umgesetzt und konkretisiert.
Peter Lang GmbH, Internationaler Verlag der Wissenschaften Internationales Uwe-Johnson-Forum- Band 10 (2006)
Die Schriftenreihe setzt auch mit Band 10 ihre Zielsetzung fort: hermeneutische Auslotung und analytische Erschließung eines Werkkomplexes, der von der Literaturgeschichte oftmals als schwierig apostrophiert wird. Uwe Johnson (1934-1984) gilt als intellektueller Autor, der es seiner Leserschaft nicht leicht gemacht hat. Er befindet sich auf einer kompromisslosen Wahrheitssuche in der europäischen Geschichte, die einen von Spannungsbögen durchzogenen poetischen Raum voraussetzt. Dieser erstreckt sich von den Mutmassungen über Jakob (1959) bis zum vierten Band der Jahrestage: Erzählstrukturen, Schauplätze, Handlungsstränge, Personenkonstellationen, Sprache und Vokabular, Milieu und Rollenverhalten, Selbstreflexion und Ideologiekritik sind so aufeinander abgestimmt, dass die Grenzen von Fiktionalität und realistischer Weltsicht verschmelzen. Hier beginnt die interpretatorische Arbeit, das Kommentieren und Erklären, die Konstruktion von «Lesehilfen». In zahlreichen Beiträgen haben LiteraturwissenschaftlerInnen versucht, Johnsons literarisches Werk nach unterschiedlichen Kriterienkatalogen aufzuschlüsseln. Das Internationale Uwe-Johnson-Forum bietet Raum für innovative und kontroverse Interpretationen, komparatistische und sprachkritische Untersuchungen sowie für Beiträge zur Biographie des Autors. Band 10 setzt einen Akzent auf Johnsons Verhältnis zu Prag und seiner Mutmaßung, er sei vom Geheimdienst der ČSSR und der Stasi observiert worden. Die Dokumentation zum Uwe-Johnson-Preis 2003 und ein Nachtrag zur Johnson-Bibliographie bilden den Schlussteil.
Peter Lang GmbH, Internationaler Verlag der Wissenschaften Die Soziale Marktwirtschaft als Vorbild in internationalen Krisen
Kaum war die Wirtschaftskrise von 2008 und 2009 richtig im Bewusstsein der Bevölkerung angekommen, so scheint sie schon wieder vorbei zu sein. Wirtschaftspolitischer Pragmatismus regierte, ja triumphierte. Das sogenannte neoliberale Projekt ist seitdem weitgehend diskreditiert, ordnungspolitische Positionen wurden bedenkenlos als unnötige Hindernisse zu einer ideologiefreien und funktionierenden Wirtschaftspolitik über Bord geworfen. «Gier» wurde als hervorstechende Eigenschaft des marktwirtschaftlichen Systems definiert und die Kontrolle dieser Gier verlangte nach schnellen und quasi unlimitierten Staatseingriffen. Die Ursachen der Krisen in der Gier der privaten Akteure zu suchen, ist nicht unbedingt falsch. Falsch ist es jedoch, diese Gier alleine am privatwirtschaftlichen Handeln festzumachen und die Kontrolle durch den Staat als Lösung des Problems zu betrachten. Tatsächlich waren es Regulierungsdefizite und Politikversagen, nicht das Versagen von Märkten, die zur Krise geführt haben. Deshalb wird in diesem Band die Finanz- und Wirtschaftskrise aus ordnungspolitischer Sicht reflektiert. Dabei wird eine vergleichende Perspektive genutzt, so dass sich auch Aufsätze zu Themen der Transformation von Wirtschaftsordnungen wie zur Innovations- oder Regionalpolitik finden.