In diesen Geschichten verwandelt García alltägliche Räume – Züge, Cafés, Provinzstraßen – in vibrierende Bühnen des Begehrens. Seine Figuren sind Männer, die reifen, zweifeln, beobachten, und plötzlich vom Funken eines Blicks getroffen werden. Die Titelgeschichte beginnt in einem fast leeren Waggon, irgendwo zwischen Bergen und Ebenen. Ein Fremder setzt sich nah genug, um den eigenen Atem zu verändern. „Seine Stimme klang ruhig, aber in der Wärme seiner Nähe lag etwas, das mich wachrüttelte.“ Während der Zug durch das französische Licht gleitet, verdichten sich Worte, Gesten und kaum merkliche Berührungen zu einem Moment, der den Protagonisten erkennen lässt, wie lebendig sein Körper noch ist. Ein sinnlicher, atmosphärischer Band über zufällige Begegnungen, die sich anfühlen wie Schicksal.
Monogamie ist von der Natur nicht vorgesehen. Mit dieser wissenschaftlich fundierten Erkenntnis stellen die Autoren unser Verständnis menschlicher Evolution und den angeblichen Kern unserer westlichen Gesellschaften infrage: die monogame Paarbeziehung. Dieses Buch stellt so ziemlich alles infrage, was wir bislang über Partnerschaft, Ehe und Gesellschaft geglaubt haben. Die beiden Autoren untersuchen die prähistorischen Wurzeln der menschlichen Sexualität und hinterfragen, welches Sexual- und Paarungsverhalten das natürliche ist. Die Veranlagung zur Monogamie, die Darwin und nach ihm viele Evolutionsbiologen konstatierten, ist eine krasse Fehlinterpretation. Die Autoren greifen die Wurzeln unseres Verständnisses von Ehe, Partnerschaft und Gesellschaft an und argumentieren damit gegen eine ganze Zunft, die Monogamie als genetische anthropologische Konstante betrachtet.
Der Ratgeber "Sleep Sex" bietet eine umfassende Analyse des Phänomens Sexsomnia, einer Schlafstörung, die bei vielen Menschen weltweit auftritt. In diesem Buch werden die wissenschaftlichen Erkenntnisse zu den Ursachen und Auswirkungen von Sexsomnia beleuchtet. Es wird darauf hingewiesen, dass in Toronto 7,6 % der Bevölkerung mit dieser Störung diagnostiziert wurden. Die Thematik gewinnt zunehmend an Bedeutung, nicht nur in der medizinischen Forschung, sondern auch im rechtlichen Kontext, da Anwälte diese Schlafstörung als Verteidigungsstrategie nutzen können. Der Ratgeber ist eine wertvolle Informationsquelle für alle, die mehr über diese komplexe Thematik erfahren möchten und die Herausforderungen, die mit Sexsomnia verbunden sind, besser verstehen wollen.
André Gelpkes Serie Sex-Theater entstand in den 1970er Jahren und zeigt Darsteller verschiedener Sextheater in Hamburg St. Pauli. „Die Faszination, die mich als Fotograf erfasste, ging von der Persönlichkeit des Einzelnen aus, dem Darsteller, der bereit war, die geheimen sexuellen Fantasien einer verklemmten Gesellschaft in aller Öffentlichkeit und nur gegen ein Honorar in die Realität umzusetzen.“ 1981 wurde Sex-Theater erstmals als Buch veröffentlicht und war schnell vergriffen. Die Ausgabe, die Spector Books gemeinsam mit cpress veröffentlicht, ist eine Neuinszenierung der Serie: mit einer erweiterten Bildauswahl, neuen Texten und in einer Form, die diesem Bildconvolut eine zeitgenössische Bühne im Buch verschafft. Denn die Epoche, die hier sichtbar wird, ist zu Ende. In Sex-Theater ist der Niedergang dieser Clubs festgehalten.
Alenka Zupančič’ Buch ist klarste Darlegung davon, warum die Psychoanalyse das Fundament der Philosophie erschüttert. Wissen und Sexualität sind beide von einer grundlegenden Negativität in ihrem Innern strukturiert, und diese Negativität verbindet sie miteinander in dem, was die Psychoanalyse »Unbewusstes« nennt. Das mit Sexualität verbundene Unbewusste wird in Zupančič’ Darlegung zum Begriff einer unschließbaren Lücke im Wissen, das so zu einer ebenfalls lückenhaften Ontologie, einem Denken des Seins in seiner Inkonsistenz führt.
Bei Trans*-Sexualität denken die meisten Menschen zunächst an das Phänomen der Transgeschlechtlichkeit. Aber wie steht es um die Sexualität von trans* Personen? Was macht für sie guten Sex aus? Und sind genitalangleichende Operationen notwendig für eine gelingende Sexualität? Zur Beantwortung dieser Fragen führte Jonas Hamm mit trans* Personen, die keine Genitalangleichung anstreben, Interviews über guten Sex und den Weg dorthin. Um den - oftmals nur scheinbaren - Widerspruch zwischen Geschlechterrolle und Genitalienstatus zu überbrücken, greifen die Interviewten auf eine Vielzahl intrapsychischer, zwischenmenschlicher und kollektiver Ressourcen und Strategien zurück. Hamm analysiert die Lern- bzw. Entwicklungsprozesse seiner Interviewpartner*innen, hinterfragt Vorurteile und gibt neue Verständnisimpulse für die Beratungsarbeit.