Testurteil: "6 von 10 Punkten"
Test: Einzeltest: Artificium
Zitat: Leider muss ich feststellen, dass ich ein wenig von Artificium enttäuscht bin. Es könnte aber auch sein, dass ich zu große Erwartungen an das Spiel hatte. Die Illustration und das Thema haben große Vorfreude bei mir aufkommen lassen und ich konnte es kaum erwarten Artificium zu testen. Doch leider kam schon bei der ersten Runde die Ernüchterung.
Der Mechanismus, wie man seine eigenen Produktionsketten aufbauen muss und bei jedem Schritt der Produktion Siegpunkte bekommt, gefällt mir ausgesprochen gut. Aber leider gibt es da noch die Aktionskarten die richtig kombiniert der Mittelpunkt des Spiels und absolut spielentscheidend sind.
Bei weiteren Testrunden hat sich meine Befürchtung bewahrheitet. Denn wer am Anfang Pech mit den Karten hat, hat es wirklich schwer seinen Rückstand wieder aufzuholen. Natürlich kann es sein, dass die Mitspieler in den darauffolgenden Runden ebenfalls Pech haben, doch ab der zweiten, spätestens ab der dritten kann das Kartenglück oder besser gesagt -pech recht gut durch bezahltes Kartentauschen ausgebessert werden. Dafür fehlt in der ersten Runde aber definitiv das Geld.
Weiters ist leider aufgefallen, dass die letzte Runde noch sehr viel am Ergebnis drehen kann. Es kam nicht selten vor, dass ein Spieler mit zwei oder drei passenden Karten noch in der letzten Runde alles für sich entschieden hat. Zusammengefasst heißt das: man muss entweder in der ersten oder in der letzten Runde viel Glück haben sonst wird es sehr schwer den Sieg an sich zu reißen.
Jetzt könnte man natürlich behaupten, dass dies bei einigen Spielen so sei. Das stimmt, aber bei Artificium hab ich mir einfach mehr erwartet. Der schöne Spielmechanismus ist meiner Meinung nach einfach zu schade wenn man dermaßen vom Glück abhängig ist. Die durchdachte Planung seiner Züge, um eine funktionierende Produktionskette auf die Beine zu stellen, ist teilweise Zeitverschwendung, wenn am Schluss doch Fortuna entscheidet.
Trotz allem kann ich Artificium durchaus empfehlen. Zwar nicht unbedingt Vielspielern, die nach Spielen suchen bei denen das Glück wenig bis gar keine Rolle spielt und die weit vorausplanen und sich eine Taktik zurechtlegen wollen. Diese Zielgruppe wird Artificium vermutlich recht schnell auf die Seite legen und sich anderweitig beschäftigen. Aber für Familien oder Spielgruppen, die ein Spiel suchen welches schnell erlernt ist, die die Sache nicht allzu ernst nehmen und nichts gegen Glück haben kann Artificium das Richtige sein. Absolut dafür spricht das schöne hochqualitative Spielmaterial.