Testurteil: "9 von 10 Sternen"
Test: Einzeltest: Apocalypse now für Casual Gamer
Zitat: "Dark Souls" ist ein brutal schweres Rollenspiel-Monster, dass man besiegen muss. Ihr werdet es so schnell nicht vergessen. Selten habe ich so lange mit einem Spiel verbracht, dass mir so viele Frustmomente beschert hat. Aber die Motivationskurve ist enorm. Jede Niederlage hat mich eine Spur besser gemacht und ich bin erst zufrieden ins Bett gefallen, als sich der Gegner vor mir in Staub auflöste. Eigenartigerweise hat es mich als leidenschaftlichen Story-Liebhaber nicht gestört, dass eben diese kaum vorhanden ist. Eine seltsame Welt, skurrile Momente und das brillante Spielprinzip haben mich vollkommen in ihren Bann gezogen. Dabei kann ich "From Software" für das "Metroid"-ähnliche Leveldesign und die stets fairen Kämpfe nicht genug loben. Auch die Speicherpunkte sind zwar rar gesät, aber dank der zahlreichen Abkürzungen sind sie fair platziert. Deshalb stört es mich nicht, das die Technik veraltet ist oder die K.I. nur einem Stück Brot Konkurrenz macht. "From Software" demonstriert mit "Dark Souls" die große Kunst des Spieldesigns. Es st eine Spielperle, bei der man viel entdecken und gewinnen kann.Dieser Artikel ist aber auch eine Warnung: Das Spiel ist nichts für ungeduldige Gelegenheitsspieler mit geringer Frustrationsschwelle! Wer schon beim Wort "Backtracking" Ausschlag bekommt oder wer in den nächsten Wochen einfach keine Zeit hat, sollte um "Dark Souls" einen großen Bogen machen.@|@Was für ein Ritt: Dark Souls macht praktisch alles besser, was schon beim Vorgänger richtig gut war. Das Kampfsystem ist nach wie vor ein Brett und der Schwierigkeitsgrad wird euch zum Schreien zwingen. Ja, es ist NOCH härter und NOCH unbarmherziger. Aber die Motivation es immer und immer wieder zu probieren ist gigantisch. Aus der alten, ein wenig konservativen Leveleinteilung wurde eine verboten schöne, unheimliche wie faszinierende Spielwelt, welche die RPG-Konkurrenz regelrecht deklassiert. Ich laufe nahtlos von einem Szenario zum nächsten, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Ich schalte Stück für Stück Abkürzungen frei, die das Design in einem Metroidvania-ähnlichen Kaliber erstrahlen lassen. Ich registriere so gut wie jeden Gegner und jedes Objekt als etwas Eigenständiges, bei dem ich sofort fühle: Es macht Sinn, warum dies und das dort kreucht und fleucht.Das Konzept mit den Leuchtfeuern gefällt mir mehr als der zentrale Nexus in Demon’s Souls, schlicht weil es mir mehr Freiraum gewährt. Der Unterschied zwischen lebendig und tot sein wurde zum Glück bedeutend abgemildert – die halbe Energie gibt es nur bei Flüchen und diese konnte ich bis auf ein einziges Mal gekonnt verhindern. Der Trickserei der Magier hat man aufgrund der Begrenzung der Zauberspruchmenge Einhalt geboten. Einzig der Fernkämpfer kann hier und da die teilweise arg dumme K.I. weiterhin austricksen und mit hunderten von Pfeilen so einige dicke Endgegner zur Verzweiflung bringen.Ansonsten gefällt mir die Präsentation dramatisch besser als die des Vorgängers: Allein die Katakomben wirken so beklemmend, dass ich nach stundenlangem Aufenthalt wie ein seit Jahren verschollener Abenteurer das Sonnenlicht wohlig in Empfang nahm, als ich mich wieder zur Oberfläche zurück kämpfte. Oder der magische Aschesee, am Fuße eines dicken, gefühlt hundert Meter tiefen Baumes, den ihr von Innen (!) erforscht – eine wahre Pracht. Auch die Musik ist viel, viel, viel besser, Motoi Sakuraba sei Dank. Das Thema von Smough und Ornstein werde ich jedenfalls niemals mehr vergessen.Es ist einfach herrlich, wie brillant durchdacht Dark Souls ist.