Testurteil: "8.5/10"
Test: Einzeltest: Tales of Berseria
Zitat: Redaktionstipp
Pro: + Erfrischende und ungewohnte Perspektive
+ Spannende (und gleichzeitig philosophische) Geschichte
+ Humorvolle Präsentation
+ Viele Modifikationsmöglichkeiten
Contra: - Altbackene Optik und Technik
- Westliche Version in einer Szene entschärft
- Kampfsystem nicht ganz so eingängig wie in den Vorgängern
Ich bin mir momentan tatsächlich unsicher, ob Tales of Berseria auf meinen persönlichen Tales-of-Olymp geklettert ist. Rein vom Setting her und storytechnisch betrachtet (trotz Kürzung): definitiv. Leider konnte mich das Kampfsystem nicht ganz überzeugen, und die Gefechte in beispielsweise Tales of Xillia und Tales of Zestiria haben mir viel mehr Spaß gemacht. In Sachen Charakterdesign und Humor hingegen empfinde ich Berseria als ungeschlagen. Wie ich es schon bei den Vorgängern empfunden habe, handelt es sich hierbei abermals um ein Spiel, welches nicht durch Optik und/oder Technik, sondern durch ganz viel Herz und Inhalt besticht. Ein erfrischender Perspektivwechsel, die wunderbare Einbettung der Handlung (in was, verrate ich natürlich nicht) und die humorvolle Vermittlung eben jener – Tales-of-Fans werden wahrscheinlich schon ihr New Game + gestartet haben. Skeptikern und Serien-Neulingen rate ich, unbedingt einen Blick zu riskieren. Die Tales-of-Reihe existiert seit nunmehr über 20 Jahren und versorgt seitdem Rollenspielfans in selbstverständlicher Regelmäßigkeit und nur geringfügig schwankender Qualität mit neuen fantasievollen Abenteuern – so auch in diesem Jahr. Nachdem wir vor knapp zwei Jahren in Tales of Zestiria noch mit Hirte Sorey motiviert und voller Tatendrang die Menschheit vor dem Bösen bewahrt haben, dürfen wir im neu erschienenen 16. Teil der Serie eine ganz andere Perspektive einnehmen, die uns jedoch nicht weniger begeistert und angetrieben hat. Scharlachrote Nacht In Tales of Berseria übernehmen wir die Kontrolle über eine engagierte und fleißige junge Frau namens Velvet, die gemeinsam mit ihrem kleinen Bruder Laphicet und ihrem Schwager Arthur, der für sie gleichzeitig eine Mentorenrolle einnimmt, in einem kleinen Dorf im Wald lebt und dort friedlich ihr Tagewerk verrichtet. Doch der Frieden ruht nur innerhalb der Dorfmauern und ist selbst dort auf bröckeligem Fundament erbaut, denn die Bewohner der Spielwelt sind von einer Bedrohung in Form einer Krankheit namens Dämonenpest umgeben. Sie sorgt dafür, dass die Menschen sich plötzlich in rasende Kreaturen verwandeln, die nichts als Tod und Verwüstung hinterlassen.