Testurteil: "8.0/10"
Test: Einzeltest: Madden NFL 17
Zitat: Pro: + Viele Spielmodi
+ Mannschaftsgefüge weiter verbessert
+ Präzise Steuerung
+ Viele Spielzüge mit Freiheiten für Spieler
+ Starkes Kommentatoren-Duo
+ Abwechslungsreicher Soundtrack
Contra: - Schwache Präsentation
- Keine reguläre Saison
- Herbe KI-Aussetzer in der Defensive
- Grafikroutine ausgereizt
Madden 17 geht den viele Ausgaben zuvor eingeschlagenen Weg einer abwechslungsreichen Sportsimulation weiter. Die Geschwindigkeit ist niedriger, die Steuerung raffinierter, die Grafikroutine auf Anschlag und die Palette der Spielmodi aufgehübscht. Perfekt ist Madden 17 allerdings nicht. Eine reguläre Saison darf ich nicht spielen, die KI leistet sich peinliche Aussetzer, und noch immer ist der Sport Neulingen besonders fremd, woran EA auch keine Lust hat, etwas zu ändern. So scheint es mir. Habt ihr euch dann aber eingelebt oder seid schon lange auf den Madden-Zug aufgesprungen, ist die 2017er-Ausgabe trotz kleinerer Defizite ein Spiel, das ihr ohne Bedenken kaufen könnt. Als älteste Sportspielserie im EA-Aufgebot hat Madden schon aus Altersgründen einen Kultstatus inne. Also zumindest auf der anderen Seite des großen Teiches. Hierzulande war American Football viele Jahre eine Nischensportart, von der kaum jemand Notiz nahm. Dank Engagement diverser Free-TV-Sender und zunehmender Berichterstattung seitens etablierter Medien mausert sich das muntere Tackeln zu einem Phänomen, von dem man zumindest mal gehört haben sollte. In kleinen Schritten Richtung Perfektion Dementsprechend werden die Sportspielveröffentlichungen mit Titelgeber John Madden jedes Jahr erneut von einer Schar eingefleischter Fans herbeigesehnt. Während die PlayStation-4- und Xbox-One-Premiere von 2013 ein Graus war – geschuldet vor allem dem geringen Spielumfang –, steigerte sich die Qualität der Titel von Jahr zu Jahr. 2015 konstatierten wir, dass die Perfektion fast schon erreicht sei. Und dieses Jahr? Formulieren wir es so: Tiburon, Entwickler der Reihe, gab sich Mühe, den Update-Fluch des Sportspielgenres abzustreifen. Zwar sind es noch immer viele Kleinigkeiten, die sich gegenüber der Vorjahresausgabe änderten, große Baustellen wie eine komplett neue KI oder eine wesentlich lebendigere Präsentation machte man dann aber doch besser nicht auf. Schließlich hasst der Alljahres-Fan nichts mehr als radikale Brüche in seinem geliebten Franchise.