Testurteil: "8.0/10"
Test: Einzeltest: Vampyr
Zitat: Pro: + Gelungener Story-Ansatz
+ Gut in Szene gesetzter Hauptcharakter
+ Sherlock-Holmes-Atmosphäre
+ Hochwertiger Soundtrack
+ Keine komplett freie Welt
+ Kampfsystem mit interessanten Optionen
Contra: - Etwas altbackene Gesichter
- Steife Bewegungen in den Kämpfen
- Teils chaotische Kameraführung
- Zu wenig Dynamik in den Nahkämpfen
Insgesamt gefällt mir das Konzept von Vampyr wirklich gut. Die kreierte Atmosphäre, die einen gewissen Sherlock-Holmes-Charme hat, konnte mich ebenso überzeugen wie der Hauptcharakter und seine Geschichte. Das Kampfsystem verfügt über einige interessante Aspekte wie zum Beispiel das Trinken des Blutes der Feinde, wodurch sich besondere Vampirfähigkeiten nutzen lassen. Dennoch sind die Nahkämpfe gerade dann, wenn wir es mit mächtigen Bossgegnern zu tun bekommen, auf Dauer etwas zu abwechslungsarm, und die Bewegungen innerhalb der Kämpfe wirken nicht so richtig geschmeidig. Auch die Darstellung der Gesichter kann gerade in den Dialogen nicht wirklich überzeugen und lässt das Spiel deutlich älter wirken, als es ist. Die Entscheidung für eine etwas eingeschränktere Spielwelt ist in meinen Augen dagegen definitiv eine gute, denn diese stellt die Geschichte deutlich mehr in den Fokus. So präsentiert sich Vampyr am Ende als grundsolides Action-Rollenspiel mit einigen interessanten Aspekten. Der ganz große Wurf ist es aber nicht geworden. Mit Vampyr gehen die Macher des Erfolgstitels Life is Strange neue Wege. Ob uns das düstere Rollenspiel, das im London des Jahres 1918 angesiedelt ist, gefallen hat, zeigen wir euch in unserem Test. Zurück von den Toten Nach der kurzen Introsequenz des Spiels, die allerdings mehr Fragen aufwirft, als sie beantwortet, erwachen wir auf einem verlassenen Friedhof und befinden uns inmitten von Leichen und Skeletten. Wankenden Schrittes bewegen wir uns anschließend durch die wenig einladende, von Nebel umhüllte Umgebung, um herauszufinden, was mit uns geschehen ist. In den ersten Spielminuten setzt der Titel auf einen äußerst stimmungsvollen Effekt, der uns an die Comicverfilmung Sin City erinnert – so ist die Spielwelt in Grautöne getaucht, die sichtbaren Blutspuren erstrahlen dagegen in einem leuchtenden Rot und verleihen dem Spiel von Beginn an eine eigenartig unwirkliche Stimmung. Auch nehmen wir Menschen in unserer Umgebung an dieser Stelle nicht wirklich als Personen wahr, sondern erkennen lediglich eine dunkle Silhouette, die von strahlend roten, mit Blut gefüllten Adern durchzogen ist. Diese Ansicht kann von uns auch im späteren Verlauf bei Bedarf genutzt werden und ist zum Beispiel beim Verfolgen von Blutspuren äußerst nützlich.