Vergleich KEF Q300 -- Dynaudio dm 2/7 -- Nubert nuline 34
Hallo allerseits,es folgt etwas viel Text. Wer es kurz haben möchte, einfach ins Fazit unten schauen.Nachdem ich mich gut einen Monat lang durch wahrscheinlich 90 % aller im Internet zu findenden Beiträge, Tests, usw. über das Thema Lautsprecher durchgekämpft habe, beschloss ich, einfach mal drauflos zu testen. Ich muss erwähnen, dass ich auf dem Gebiet HiFi absoluter Laie bin.Die Voraussetzungen für das Aufstellen von Lautsprechern sind bei mir – wie ich aufgrund des Internets kundig wurde – nicht als optimal zu bewerten, aber da ich alle drei Modelle gleich aufgestellt habe, waren die Bedingungen in diesem Vergleich jedenfalls fair. Ein Lautsprecher steht auf einer 1,50 m hohen Vitrine, der andere in ca. 0,5 m Höhe auf einem sideboard (es geht nunmal nicht anders, leider). Der Abstand zwischen den beiden beträgt ca. 2 m. Der Raum ist in die Länge gezogen und hat ca. 25 m² bei ungefähr 3,5 m hohen Wänden.Getestet habe ich die Modelle Nubert Nuline 34, KEF Q300 und Dynaudio dm 2/7. Preislich ist die Nubert die teuerste Box mit insg. 690 € inkl. Versand. Die Dynaudio habe ich über einen externen Anbieter in der Farbe Palisander zum Preis von ca. 580 € erstanden (es gab Skonto bei Vorauszahlung). Die Kef habe ich hier über amazon für 479 € gebraucht von einem Händler gekauft; sie war bereits ein Rückläufer von einem Kunden (wegen des Wertverlustes bei Rücksendungen möchte ich doch jedem raten, Lautsprecher, die zunächst vorrangig getestet werden sollen, gebraucht von einem Händler zu kaufen; sie sind nahezu immer wie neu, es gibt in der Regel Gewährleistung für 2 Jahre, und der Wertverlust für den Verkäufer wird nicht höher bei einer etwaigen Rücksendung. Aber das nur nebenbei).Der erste optische Eindruck ist bei allen hier getesteten Boxen tadellos. Alle sind spitzenmäßig verarbeitet und machen sehen sehr wertig aus. Die KEF und die Dynaudio wirken von der Seite aus betrachtet etwas kompakter als die Nubert, was mir persönlich gefiel. Die Nubert wirkte im Nachhinein betrachtet etwas zu klobig, da sie recht weit in die Tiefe geht (auch in Sachen Musik, aber dazu gleich). Ich hatte sie in komplett schwarz, was meilenweit besser aussieht, als schwarze Folie bei den KEF. Letztere würde ich mir auf jeden Fall in braun und nicht in schwarz bestellen. Die Nubert werden mit einem Metallgitter geliefert, was mir persönlich nicht so sehr gefiel. Die Stoffbespannung bei KEF und Dynaudio wirkt edler.-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------Nun zur eigentlichen Disziplin. Gespielt wurde Rock, Pop, HipHop, Drum & Bass, TripHop, Dubstep, Opern, Musicals, Streichquartette, Klaviermusik, etc… Ich habe die hier getesteten Modelle für ca. 2 Wochen intensiv mit Musik versorgt. Ich beschreibe die Eindrücke, die ich zum Ende dieser Zeit hatte, also nachdem die Modelle schon etwas eingespielt waren.Zur KEF: Sie spielen sehr fein aufgelöst. In Höhen, Mitten und Tiefe wunderbar gestaffelt. Man kann die Instrumente voneinander unterscheiden, wenn sie zusammen spielen. Stimmen sind sehr klar, der Text von Songs ist sehr deutlich wahrnehmbar, also man hört wirklich jeden Buchstaben (das ist bei der nuline leider anders, teilweise versteht man die Laute nicht deutlich,… großes Manko meiner Meinung nach!). Der Bass ist präzise und – bei höherer Lautstärke – auch druckvoll; bei geringer Lautstärke ist aber leider eindeutig zu wenig Bass zu hören. Schade! Dies war mir Grund genug, um sie zurück zu schicken. Ja, ich brauche Bass (HipHop, Drum and Bass, Dubstep,…. Einige Genres, die auf Bass schlechthin angewiesen sind. Bei Orchesteraufnahmen fällt dies ebenfalls auf, vor allem, wenn die Cellisten mal so richtig loslegen. Es fehlt einfach etwas). Gemessen am Preis von ca. 480 €: 3,5 Sterne.DYNAUDIO: Zur Auflösung der Musik: Am ehesten mit den oben beschriebenen KEF zu vergleichen. Höhen, Mitten, Tiefen,… alles wunderbar gestaffelt und fein. Wenn die Aufnahmen es hergeben, hört man die Sänger atmen. Sie spielen zudem noch etwas wärmer, was mir persönlich gefällt. Der Sound löst sich besser von den Lautsprechern als bei den KEF und bildet eine wunderbare Stereowand. Sie spielen einen präzisen und druckvollen Bass. Ich habe nichts, wirklich nichts an diesem Modell auszusetzen. Der Wow-Effekt war hier am größten. Preis (580 €)/Leistung: 4,5 Sterne.Nun die NUBERT: Die Beschreibung „satter Sound“ trifft wunderbar auf diese Lautsprecher zu. Man denkt, die Musik kommt aus einem Standlautsprecher. Grund für diesen voluminösen Sound ist wohl das bombige Bassfundament. Der Bass geht tiefer als bei den anderen Modellen und ist auch präzise, allerdings nicht so präzise wie bei der KEF und der Dynaudio, jedenfalls war dies mein Eindruck, der womöglich auch auf den Raum zurückzuführen ist. Vermutlich braucht die nubert noch mehr Platz zur Rückwand als die beiden anderen Modelle. Ein Subwoofer neben den nuline 34 ist meines Erachtens absolut überflüssig, geradezu herausfordernd, sofern man in einer Mietswohnung wohnt.Zur Kritik: Die Feinauflösung bei der nubert hinkt den anderen Modellen etwas hinterher. Im Vergleich kam der Sound etwas breiiger rüber. Texte von Songs hört man im Vergleich nicht so klar. Was mich bei der nuline nach einer Zeit gestört hat: Sie ist völlig emotionslos. Geradezu langweilig. Manche mögen sie als „neutral“ ansehen, allen voran wohl das Marketing von nubert. Die Kef ist für meine Ohren ebenfalls neutral, hört sich aber nicht so dermaßen langweilig an. Dieses Gefühl der Langeweile stellte sich umso stärker ein, je länger ich die nuline getestet habe. Von dem Gefühl der Begeisterung und vom satten Sound dieses schönen Lautsprechers beeindruckt, glaubte ich zu Beginn des Testens die richtige Box gefunden zu haben. Ich ringte mich nach knapp einer Woche doch noch durch, die Dynaudio zu bestellen und zu testen. Letztere bestellt, geliefert bekommen, angeschlossen und Musik angemacht: Ich brauchte keine 2 Minuten für die Entscheidung, die nubert zurück zu schicken. Gemessen am Preis von 690 €: 3,5 Sterne.---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------FAZIT:Kef: Aufgrund des fehlenden Bassfundaments bei geringer Lautstärke war sie für mich nicht geeignet. Mit einem Subwoofer zusammen betrieben würde ich sie der nuline 34 vorziehen.Nuline 34: Satter Sound. Man kann mit ihr sicherlich Spaß haben. Einer KEF Q300 ohne Subwoofer würde ich sie vorziehen, der Bass fegt einen weg. Zufrieden stellte sie mich persönlich jedoch nicht. Es gibt sicherlich vergleichbare Lautsprecher zu einem günstigeren Preis, so meine Vermutung.Dynaudio: Sie vereint die Vorzüge der beiden anderen Modelle. Ebenfalls satter Sound, dennoch fein aufgelöst. Sie spielt etwas wärmer, kommt allerdings von der Bassgewalt nicht an die nuline heran. Braucht sie für meinen Geschmack auch nicht, der Bass reicht völlig. Ich kann dieses Modell wirklich nur empfehlen.Ein letzter Tipp: Bloß nicht von den Audiozeitschriften beirren lassen. Wenn es nach diesen ginge, wäre die nuline 34 wohl konkurrenzlos. Wählen Sie zwei oder drei Modelle aus, testen Sie diese, und gut ist. Ihre Kaufentscheidung sollte sich einzig und allein nach Ihrem Gehör richten.Ich hoffe, etwas geholfen zu haben. Viel Spaß beim Testen!