Test: Einzeltest: Aus allen Rohren?
Zitat: Der Tiefton gibt sich sehr konturiert und durchgezeichnet bis in die untersten Lagen. Er überzeugt vor allem durch hohe Auflösung, nicht durch schiere Opulenz – die KEF gibt sich vom Bass bis in den Grundton hinein eher etwas schlanker. Ein sehr nützliches Feature ist die „Flexible Port Technologie“, mit der der Bassoutput an Raumgegebenheiten und Hörgeschmack angepasst werden kann. Der tonal eher leichter denn erdig daherkommende Mittelton überzeugt mit erstaunlicher Auflösung und Feindynamik. Die Transientenwiedergabe erfolgt mühelos-plötzlich, Klangtexturen werden haarfein aufgefächert – eine echte Stärke. Die Ref 3 gehört definitiv zu den „ehrlichen Reportern“ unter den Lautsprechern, was auch heißt: Lieblos abgemischtes Material wird nicht umschmeichelt. Dafür ist's mit guten Aufnahmen eine ziemliche Wucht. Der Hochton wird straight durchgezogen – in den allerhöchsten Lagen wird immer noch sehr gut aufgelöst, wenngleich nicht mehr ganz so beeindruckend wie im Mittenband. Feindynamisch wird Überdurchschnittliches, grobdynamisch preis- und größenbezogen guter Klassendurchschnitt geboten. Timing und Rhythmus werden, nicht zuletzt dank der akkuraten Basswiedergabe, aus dem Effeff beherrscht. Neben der hohen Auflösung gewinnt die Reference 3 den Hörer auch mit ihrer involvierenden Raumdarstellung. Die virtuelle Bühne traut sich durchaus auch einen halben Schritt vor die Grundlinie und breitet sich – wenn gefordert – angenehm breit und vor allem auch tief aus. Die Lokalisationsschärfe ist hoch, die Übersicht übers Klangpanorama demgemäß ebenfalls. Das ist alles schon sehr wie aus dem audiophilen Lehrbuch