Testurteil: "76%"
Test: Einzeltest: Eine verlorene Seele auf Reisen - Silent Hill: Downpour
Zitat: Pro: + moralische Entscheidungen
+ gute Mischung aus Erkundung
+ Rätsel und Story
+ weitläufige Stadt
+ beklemmende Atmosphäre
+ Nebenmissionen abseits vom Haupthandlungsstrang
+ ordentliche Auswahl an Waffen
+ sechs unterschiedliche Endsequenzen
+ atmosphärische Soundkulisse
+ wechselndes Wetter (Regen)
+ Tag-Nacht-Zyklus
+ gute Sprachausgabe (aber nur Englisch)
+ ordentlich lokalisierte
+ deutsche Untertitel
Kontra: - die allerdings nicht tief genug gehen
- verwaschene Texturen
- mittelmäßige Grafik
- technische Mängel (Nachladen
- Geruckel)
- falsche Schattenwürfe
- wenig Abwechslung bei den Gegner-Typen
- wenig Schocker
- träges
- unpräzises Kampfsystem
- schwache KI
Silent Hill: Downpour macht wieder einen Schritt zurück zum Ursprung und spricht vor allem Spieler an, die weniger Splatter dafür aber den subtilen Horror suchen. Das Spiel wartet mit einer guten Mischung aus Erkundung, Rätsel, Story und Überlebenskampf vor der bedrückenden Kulisse von Silent Hill auf. An der beklemmenden Atmosphäre und dem nagenden Gefühl von Einsamkeit gibt es nichts zu bemängeln. Vatra Games macht vieles richtig - aber davon geht mir einiges nicht tief genug. Die moralischen Entscheidungen zum Beispiel schaffen eine Verbindung zum Charakter, aber das Feature wird lediglich angerissen und wirkt sich nicht unmittelbar auf den Verlauf der Story aus. Inhaltlich gibt es nichts zu meckern. Wer auch ruhige Momente aushalten kann, gerne auf Erkundungstour geht und Geheimnisse lüftet, wird seinen Spaß an Silent Hill: Downpour haben. Den Spielspaß trüben allerdings technische Mängel wie Ruckler und falsche Schattenwürfe. Mit dem auf das Nötigste reduzierten Kampfsystem kann ich persönlich gut leben, da es dem einfach gestrickten Charakter Murphy wie auf den Leib geschnitten ist. Nervig ist jedoch die träge Handhabung. Zu oft baut der Kampf auf Zufallsmomente auf und die volle Kontrolle hat man selten. Sympathisch sind die kleinen Anspielungen auf andere Silent Hill-Teile. So kann man in Pearl Creek eine Replikation von Room 302 besuchen, wobei Murphys Zellennummer zufälligerweise 302B ist. Im Devil´s Pitstop gibt´s ein Musik-Schankerl (Silent Hill Theme), wenn man eine Münze in die Jukebox wirft. Immerhin darf man so noch einmal in musikalischer Erinnerung an Akira Yamaoka schwelgen, der für den neuesten Teil nicht mehr für die musikalische Untermalung zuständig war. Aber Daniel Licht machte ebenfalls einen guten Job. Auch ein genauer Blick auf einige Gemälde im Spiel lässt alte Erinnerungen aufblitzen. Silent Hill: Downpour ist für Xbox 360 und PlayStation 3 erhältlich und kostet zirka 50 Euro. Das Spiel hat eine USK-Freigabe ab 18 Jahren.