Testurteil: "5 von 10 Punkten"
Test: Einzeltest: Chicago Gangsters
Zitat: Als Erstes fällt einem die sehr lange Spielanleitung auf, die ohne große Farbtupfer daherkommt und nüchtern das Spiel erklärt. Sie lässt keine Fragen offen, aber die „Goldene Feder“ der Stadt Essen wird sie nicht gewinnen.
Die Karten sind sehr dunkel und düster, was zwar passend zur damaligen Zeit, aber für das spielende Auge eher kontraproduktiv ist.
Das Hauptkennzeichen des Erstlingswerkes von Autor Jürgen Kiedaisch sind wohl die wechselnden Partnerschaften. Bedingt durch das Auslegen der Koalitionskarten kann zwar nicht groß vorausgeplant werden, was dem Spiel aber keinen Abbruch tut. Das Kartenspiel ist insgesamt zu fisselig und unspektakulär. Durch die Verteilung der Beute, bei der oftmals auch der in einem Duell unterlegene Gegner etwas erhält, kommt irgendwie kaum Spannung auf. „Ist doch egal, ob man gewinnt oder verliert, es bekommt ja jeder etwas“, so der oft gehörte lapidare Satz in meinen Spielrunden. Und dabei sind die Unterschiede zwischen den verschiedenen Prämien oftmals nur marginal, was keinen der Gangster unbedingt reizt, etwas mehr in die Waagschale der Duelle zu werfen.
Insgesamt ist Chicago Gangsters ein ganz nettes Spiel, bei dem erst eine hohe Schwelle des Regelstudiums überwunden werden muss. Wer sich durchgekämpft hat, wird nicht unbedingt großzügig belohnt, sondern nur mit einem eher durchschnittlichen Kartenspiel konfrontiert. Es gibt einfach wesentlich bessere Kartenspiele, als dass Chicago Gangsters bei uns öfters auf dem Spieletisch landen wird.