Testurteil: "10 von 10 Punkten"
Test: Einzeltest: Catan - Wien
Zitat: Das Konzept der Wahrzeichen – und das ist es, was Catan – Wien vom klassischen Siedeln unterscheidet – wird dem einen oder anderen Spieler bekannt vorkommen… und zwar den Spielern, die die Deutschland-Edition gespielt haben. Nun, was dort funktioniert hat, funktioniert auch hier bestens, somit ist der Unterschied zwischen diesen beiden Catans rein regionaler Natur. Dem Wiener steht ein Catan – Wien aus naheliegenden Gründen eben einfach näher als ein Deutschland – Catan (oder eines der anderen Regional-Catans wie etwa Catan – Baden-Württemberg , das nach demselben Schema funktioniert).
Als Spiel weiß Catan – Wien ebenso zu überzeugen wie das klassische Siedeln, was einfach daran liegt, dass die altbewährten Elemente, die wir Siedler so lieben (Rohstoffe abbauen, Handeln, Räuber), beibehalten wurden und anstelle der Städte jetzt eben die Wahrzeichen gerückt sind. Hier gibt’s nur eine kleine Materialrüge: Waren die Wahrzeichen in der Deutschland-Version noch kleine Metallfigürchen, so wird der Wiener mit normalen Kartonfiguren mit Platikstandfuß abgespeist. Naja, daran soll’s nicht scheitern.
Für ein bisschen kontraproduktiv in Sachen „Stimmung“ halte ich allerdings, in einem Spiel, das mit dem Feeling „Spätmittelalter – Entdeckerzeit“ hantiert als Wahrzeichen den Flughafen Wien-Schwechat einzubauen. Höchster Tower Europas hin oder her, so wirklich will er nicht ins Konzept passen. Zum Glück liegt das Flughafen-Feld so weit abgelegen, dass es ohnehin erst am Spielende erschlossen werden wird. Die Straßen aus Wien wiederum, die die Spezialhäfen bzw. die 3:1–Häfen doubeln, passen ins Bild, doch irgendwie hätte ich mir hier – zumindest für die 3:1-Häfen - die Donau aufs Spielbrett gewünscht.
Alles in allem aber eine sehr gelungene Variante, die gut funktioniert und den klassischen Siedler zufriedenstellen dürfte. Egal ob in Wien, in Deutschland oder sonstwo.