Leider schon nach einem Monat Probleme mit der Lenkung
Meine Tochter mit 7jahren hat es alleine aufgebaut und ist mega stolz drauf. Sieht gut aus und funktioniert super mit der App.
Wirklich zu empfehlen!
Im Internet gibt es viele Reviews zu ganz unterschiedlichen LEGO-Sets, teils als Text und teils als Video. Dieses Set habe ich mir gekauft, ohne mir ein Review anzuschauen - ich wollte unvoreingenommen heran gehen. Eines gleich vorweg: ich bereue es.
Das Set habe ich mir für 88 EUR gekauft, was bereits einem gewissen Rabatt auf die UVP entspricht. Der Originalpreis wäre noch höher gewesen. Heute ärgert mich jeder einzelne dieser 88 Euros, den ich dafür ausgegeben habe - denn auch die Hälfte wäre noch zu teuer gewesen.
Einen gewissen Bauspass kann man damit tatsächlich erleben. Das Set hatte keine Unterteilung in Bauschritte, die Teile wurden in verschiedenen (unnummerierten) Tüten geliefert und diese sollten alle gleichzeitig geöffnet und die Teile auf dem Bautisch verteilt werden. Eher unüblich, dass es bei einem LEGO-Set keine Bauschritte gibt. Das ist aber nicht etwa ein Qualitätsmangel sondern schon ein deutlicher Hinweis, dass wir es nicht mit allzu vielen Teilen insgesamt zu tun haben.
Auch für ungeübte Bauer ist das Set in spätestens 1 Stunde fertig aufgebaut. Das macht, wie schon erwähnt, schon irgendwie Spass. Es war mein erstes Modell, bei dem Motoren und ein Hub verbaut werden. Für mich brachte dies der grösste Spass, damit hatte ich bisher nichts zu tun. Diese Teile zu verbauen, machte wirklich Freude. Nach Fertigstellung des Sets, war es dann aber leider auch mit dem Spass vorbei...
Was direkt aufgefallen ist: die beiden Vorderräder standen gar nicht grade. Das linke zeigte deutlich nach links, das rechte leicht nach rechts. Ich baue immer streng nach Anleitung und eine gewisse Intelligenz schreibe ich mir durchaus zu, daher betrachtete ich diesen Zustand direkt als Qualitätsmangel. Das ist man sich von LEGO eigentlich gar nicht gewöhnt.
Dann wollte ich das Teil natürlich auch ausprobieren. 6 frische Batterien in den Hub gepackt (hatte leider keine Akkus mehr frei) und die LEGO Technic App heruntergeladen - und es konnte sofort losgehen. Ehm nein, doch nicht sofort. Erst wollte sich die App gar nicht herunterladen lassen. Nach mehrmaligen Versuchen klappte es dann doch, dauerte aber ungewöhnlich lange. Das will ich LEGO aber nicht anlasten, das kann auch an einem temporär schlechten WLAN meinerseits oder anderen Faktoren gelegen haben. Geärgert hat es mich trotzdem. Dann endlich die App runtergeladen und installiert. Dann konnte es endlich losgehen. Ehm nein, doch noch nicht. Die App musste natürlich zuerst aktualisiert werden. Da stand was von Firmware, ob das jetzt nur die App betraf und/oder auch den verbauten Hub... keine Ahnung. Gute 5 Minuten hat es trotzdem gedauert.
Aber dann, ja dann konnte es endlich losgehen. Um zu Beginn möglichst neutral zu testen, habe ich den Buggy auf unserer Terrasse zur Jungfernfahrt antreten lassen. Also Steinplatten, weder ein Gefälle noch Hindernisse konnten dem Buggy hier zum Verhängnis werden. Die Fahrt war dann auch sauber und ohne besondere Vorkommnisse. Was sich jedoch als Problem herausstellte, war die Steuerung. Die App hatte 2 unterschiedliche Steuerungskonfigurationen zur Auswahl:
- einen Joystick, mit dem einhändig sowohl vorwärts/rückwärts wie auch links/rechts gesteuert werden konnte; und
- eine Alternativsteuerung mit 2 Joysticks, wobei der eine die Steuerung vorwärts/rückwärts und der andere die Steuerung rechts/links übernahm
Die erste Möglichkeit liess mich den Buggy nicht wirklich sauber fahren. Der Joystick liess sich in alle Himmelsrichtungen bewegen, selbst wenn ungewollt - und dorthin fuhr der Buggy dann auch. Ebenfalls ungewollt. Klar, hätte ich jetzt hunderte Stunden ins Training investiert - ich wäre nach ein paar Wochen damit klargekommen. Doch ich habe nach 1 Stunde entnervt aufgegeben und die zweite Steuerung ausprobiert.
Die zweite Steuermöglichkeit war aber nicht besser. Ich habe in meinem Leben schon viele ferngesteuerte Autos gefahren, von eher kleinen Modellen (die eigentlich meinem Sohn gehören), über mittlere Modelle (die meine Frau und ich mal aus Jux gekauft haben um damit den Garten zu "pflügen") bis hin zu mehreren hundert Euro teuren "Profi"-Modellen (Tamyia Monster Trucks, dürfte vielen ein Begriff sein). Und mit all diesen Modellen bin ich auch immer sehr schnell klargekommen - mit dem LEGO Buggy hingegen nicht. Wahrscheinlich lag es daran, dass vorwärts/rückwärts rechts angeordnet und links/rechts links angeordnet war. Mein Gehirn liess diese Kombination nicht zu, man war es sich umgekehrt zu gewöhnt, und der Buggy landete wieder überall... nur nicht dort wo gedacht.
Was ebenfalls auffiel - und dies leider negativ: die Verzögerung der Befehle zwischen Handy (also der App) und dem Ausführen am Fahrzeug. In der App hatte man längstens den Steuerknüppel nach links bewegt, doch der Buggy fuhr immer noch geradeaus vorwärts. Unschön.
Zuletzt kam noch der Praxistest. Meine Frau hatte unseren Rasen nur etwa 1 oder 2 Tage vorher gemäht. Der Buggy hätte damit also LOCKER klarkommen müssen. Leider soff er im für ihn "hohen Gras" total ab. Keine Power, kein Vorwärtskommen, nichts. Und wohlgemerkt:
- das Set von LEGO nennt sich "Outdoor Buggy"... OUTDOOR... und
- die Batterien im Hub waren alle brandneu
Trotzdem kam das gute Stück einfach nicht vorwärts. Eine riesen Enttäuschung.
Fassen wir mal zusammen:
- Bauspass mässig, so viele Teile sinds gar nicht
- Bautechniken eher Standard, kaum etwas aussergewöhnlich (ausser für mich zum 1. Mal Motoren + Hub)
- wieder massig Aufkleber dabei, das Gefuddel ist mir zu lästig aber ohne Aufkleber sieht das Auto nach nichts aus
- die Steuerung ist sogar für Erwachsene eher unbrauchbar, ungenau und zeitlich verzögert
- der Buggy kommt noch nicht einmal im frisch gemähten Rasen vorwärts
- 88 EUR als bereits rabattierter Preis ist eine Frechheit
Solche Modelle (Art, Grösse, Zielgruppe) gibts im normalen Spielzeughandel (also nicht als Klemmbaustein-Variante) für etwa die Hälfte des Preises schon zu kaufen. Und dann ist auch eine brauchbare Fernbedienung dabei. Und man kann nach Einlegen der Batterien direkt loslegen, weil es keine App dazu braucht. Und mehr Power dürfte so ein Modell dann auch haben.
Mein Fanboy-Auge weint. Schon wieder ein miserables Set von LEGO, auf das ich hereingefallen bin.
Für Groß und Klein geeignet.
Die Steuerung über die App benötigt etwas Übung.
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