Testurteil: "8 von 10 Punkten"
Test: Einzeltest: Shitenno
Zitat: Die martialisch und böse dreinschauenden Generäle auf dem Schachtelcover suggerieren dem Käufer in erster Linie ein Kampfspiel á la Warhammer oder dergleichen. In Wirklichkeit aber ist Shitenno ein schlichtes Mehrheitenspiel mit einer ausgeklügelten und manchmal auch gemeinen Verteilungsphase, bei dem der amtierende Daimyo oftmals in einem Dilemma steckt. Bietet er lukrative Kartenzusammenstellungen an, läuft er Gefahr, dass einer der Mitspieler zugreift. Ist das Set eher mager, könnte er darauf sitzen bleiben und muss dann mit diesen Karten die nächste Runde bestreiten. Er muss also immer versuchen, die zur Verteilung anstehenden Karten ausgewogen zu verteilen und dabei selber nicht zu kurz zu kommen. Hier sind natürlich die richtige Einschätzung der Gegner und deren mögliche Vorhaben von Vorteil. Der Blick in die Glaskugel könnte somit einiges Erleichtern. Ansonsten ist Shitenno eher ein friedliches Nebeneinander bei dem jeder versucht, möglichst viele Provinzen unter seinen Einfluss zu bringen. Eine direkte Interaktion mit den konkurrierenden Generälen ist hier nicht vorgesehen – wer zuerst kommt, mahlt zuerst, wie man bei uns sagt. Von Vorteil ist dann lediglich, dass spätere Einflussnahmen in den Provinzen eine höhere Ausbeute an Gunstpunkten mit sich bringen, allerdings auf Kosten fehlender Bonusplättchen. Denn wer das vierte und damit letzte Kamonfeld einer Provinz belegt, geht diesbezüglich leer aus und bekommt stattdessen drei Punkte mehr als sein Vorgänger.