Testurteil: "8 von 10 Punkten"
Test: Einzeltest: Taschkent
Zitat: Taschkent kommt mit einem ungewöhnlichen Spielplan daher, der in seiner 45°-Ausrichtung nicht oft bei Brettspielen zu sehen ist. Das Material ist sehr wertig und auch fürs Auge sehr ansprechend.
Vom Spannungsbogen her geht es vor allem in den Aktionsrunden meist hoch her, denn jeder versucht zunächst, die zwei sicheren Runden zu nutzen und sich mit Handelswaren einzudecken. Hier gilt es, eine gesunde Abwägung zwischen Notwendigkeit und Wunsch zu finden. Findet dann doch keine dritte Aktionsrunde mehr statt, weil der Nachbar eine zu niedrige Zahl gewürfelt hat, muss trotzdem das Beste aus der folgenden Handelsrunde herausgeschlagen werden. Diesem Zwang unterliegen aber alle Spieler und nur wer am besten damit umgehen kann, wird am Ende siegreich sein.
Ein zusätzlich unangenehmes Spielelement ist das notwendige Anhäufen von Bargeld, weil ja der ärmste Spieler vor der großen Wertungsrunde am Ende des Spieles sofort ausscheidet und keine Möglichkeit mehr hat, seine vielleicht große Menge an Handelskarten zu werten. Auch hier gilt es für alle Spieler, ein gesundes Mittelmaß zu finden, um nicht schon in der Qualifikation zu scheitern.
Taschkent spielt sich leicht und locker, wobei die kurzen Regeln schnell verinnerlicht sind. Die Ablage der bunten Waren-Glassteine auf den Hütten ist manchmal etwas fisselig, auch die Handhabung der Handelswege ist eher als umständlich zu bezeichnen. Trotz dieser kleinen Kritikpunkte kam Taschkent in meinen Spielgruppen gut an. Haptisch und optisch schönes Spielmaterial verbunden mit einem schön gestalteten Spielplan, ein fein verzahntes Taktikspiel – Taschkent wird bestimmt noch oft den Weg auf meinen Spieltisch finden.