Test: Einzeltest: Harvest Moon 3D - Geschichten zweier Städte
Zitat: Geschichten zweier Städte setzt eine Serie fort, die sich inzwischen nicht nur in verschiedenste Teilbereiche sondern auch auf verschiedenste Plattformen hinfortentwickelt hat. Insofern ist es etwas verwunderlich, dass man bei Geschichten zweier Städte keinesfalls das Gefühl hat, dass sich an der Serie etwas getan hätte. Gut, natürlich gibt es inzwischen eine Streetpass-Unterstützung, freilich wird der 3D-Modus des 3DS unterstützt und selbstverständlich wurden die bestehenden Konzepte um eine gemeinschaftliche Story ergänzt; aber so schön all diese Änderungen grob klingen mögen, so minimalistisch wurden sie umgesetzt: Streetpass ist ein vom Spiel getrennter Punkt, der 3D-Modus wird hauptsächlich für Menügrafiken und Bäume verwendet und die Story von der Zusammenführung der zwei vermeintlich verhassten Dörfer kränkelt an einer Vielzahl von Widersprüchen, wie etwa dem schon zuvor beschriebenen Phänomen, dass den Sieg eines Dorfes beim Kochduell plötzlich zu mehr Harmonie bei beiden Dörfern führen soll.
Was dagegen definitiv klappt ist das Gameplay, denn die Kombination aus kindlicher Ressourcensammelei, kreativer Kochzauberei und alltäglicher Umsorgung von Flora und Fauna schafft es einen gnadenlos in seinen Bann zu ziehen, insbesondere weil die Entwickler es verstehen, einem alle paar Tage wieder eine neue Kleinigkeit zu offenbaren, mit der man sich beschäftigen kann. Störend ist dabei nur, dass die Entwickler alle Spieler zu Volksschülern degradieren und jede noch so kleine Tätigkeit mit einer Flut an (immer den selben) Dialogen und stets mit der Frage, ob man noch ja alles verstanden hat oder nochmal hören will endet. Eine Option zum Abschalten dieser Nervelei vorzusehen, wäre das Maß aller Dinge gewesen, stattdessen aber müsst ihr euch selbst bei kleinsten Dingen wie verpassten Aufträgen mit wiederkehrenden Wortschwallen auseinandersetzen, die ihr zwar beschleunigen, aber eben nicht abbrechen könnt. Gerdezu ironisch, dass dafür Dinge wie bestimmte Aufträge oder der Erhalt notwendiger Extras (beispielsweise wie man Hammer oder Angel erhält) kaum oder gar nicht erklärt werden und geradezu nach Lösungshilfe aus dem Internet schreien.
Kurzum präsentiert man mit Harvest Moon 3D ein für heutige Maßstäbe (insbesondere für jene, die Animal Crossing: New Leaf setzte) durchschnittliches Spiel, das einen kurzweilig unterhalten kann, aber an vielen Ecken und Enden deutlich runder verlaufen und ausgebaut gehören werden müsste. Ein Titel somit, der sich wohl eher auf einem Smartphone (und dem entsprechenden Preisniveau) rechtfertigen ließe, anstatt als vollpreisiges 3DS-Game in Erscheinung zu treten.