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Helmut Krausser, Eros

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17 Meinungen**

Neueste
Krausser steht für Qualität
Autor: Amazon.de Kunde
|
01.05.2019
|
Habe das Buch noch nicht ausgelesen. Aber die Story ist sehr interessant und sehr gut geschrieben.
„Obsession des Alltäglichen“
Autor: Amazon.de Kunde
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25.08.2014
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Manche Menschen schaffen sich eine besondere Aura, geniale Menschen neigen zum Wahnsinn. Krausser (1964) vereinigt beides und inszeniert sein Leben ebenso wie er es schützt. Ob als obdachloser Schachspieler in München oder als subjektiver Chronist mit seiner zehnjährigen Tagebuchreihe (als Vorbote aller blogger). Er liebt die Provokation und ist entweder geliebt oder gehasst. Die Leser lieben ihn, die Kritiker hassen ihn. Dazwischen gab es...mehr bisher nicht viel. Bisher. Sein Lebenswerk ist üppig, neben diversen Musikversuchen (von Indierock bis zum Opernlibretti), Theaterstücke (das beachtliche Lederfresse), Gedichten (Strom) und Novellen (Schmerznovelle) umfasst es nun vier große Romane, die Krausser die „Tetralogie der menschlichen Existenz“ nennt: Liebe (Melodien), Tod (Thanathos), Mythos (Ultrachronos) und jetzt Eros (Eros). Mehr, so Krausser, gibt es zum Menschen nicht zu sagen und deshalb schließt er sein Lebenswerk mit Eros ab und will nie mehr einen Roman schreiben, was zum Glück nicht stimmt. Nun also Eros, der letzte Roman, mit Spannung erwartet, das Gegenstück zu Thanathos, dem großen psychologischen Roman, der versuchte Raskolnikow in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts zu reinkarnieren. Ein großer Wurf, der in seinem metamorphosen Schluss die Hoffnung auf Eros nährte. Jetzt Eros. Dicht in der Sprache, lässt Krausser die Lebensgeschichte des Großindustriellen Alexander von Brücken von einem (unbekannten) Autor aufschreiben. Die Geschichte einer Obsession, einer unerfüllten Liebe, eines leidenschaftlichen Eros, der antreibt, um doch unerfüllt zu bleiben. Sophie heißt das Objekt der Begierde, deren Leben vom 2. Weltkrieg, über die 68er bis in die DDR beschrieben wird. lebensnah, detailliert, kontrolliert und doch von Alexander unerreicht. Krausser portraitiert aber nicht nur Sophie, sondern zeichnet sich, vor allem in der ersten Hälfte des Buches, als wunderbarer Chronist der entstehenden Bundesrepublik aus. Die Charaktere entfalten sich, die Atmosphäre ist dicht und spürbar, die Bilder Kraussers frisch und lebendig. Die Sprache ist für Krausser erstaunlich weich und die Betrachtungsweise der Protagonisten objektiv. Die Bilder des inneren Auges entstehen wie vor allein, als wäre Eros ein Drehbuch des menschlichen Verstandes. Doch in den wirren der 60er Jahre, mitten in den Studentenunruhen verliert der Film etwas an Farbe und gewinnt an Geschwindigkeit. Einzelne Situationen verschwimmen zunehmend und die bisher gesammelten Puzzelteile werden immer schneller zusammengesetzt und natürlich lässt Krausser einige Teile aus, so dass es wie, meist bei ihm, zu einem rätselhaften Schluss kommt. Krausser ist ein außergewöhnliches Buch gelungen, das ihn wieder von einer neuen literarischen Seite zeigt, ohne, dass er sich völlig aufgibt. Das hohe Niveau kann meiner Meinung nicht ganz bis zum Schluss durchgehalten werden und eingefleischte Krausser Fans werden sich mit der fast leidenschaftslosen Sprache des „Biografen“ erst anfreunden müssen. Keine schöpferischen Sprachexzesse, sondern eine behutsames deutsch-deutsches Portrait um eine unerfüllte Liebe. Leise schreibt Krausser mit ironischem Unterton über die Obsession des Alltäglichen, die das ganze Leben zerstören kann.weniger
Ein erfolgreicher Mann, der sich finanziell alles leisten kann, seine Liebe aber nicht erwidert wird
Autor: Amazon.de Kunde
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15.10.2013
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Eine leidenschaftliche und unerfüllte Liebe, die so lange hält, gibt es das? Könnte es wirklich so geschehen sein? Oder ist alles nur eine sehr gute Romanvorlage? Eins ist sicher, lesenswert und gelungen ist der Roman auf alle Fälle ... und außergewöhnlich überzeugend. "Jeder besitzt in seiner Vita gewisse Altäre und Opferstätten, dunkle Stellen, Patina, Spinnweb, Verdrängungskälte, ein eisiges Loch, ein tapeziertes Vakuum, wo etwas nicht...mehr mehr wahr sein darf, weil es verlorgen ging." Seite 44 Helmut Krausser hat die Macht der richtigen Worte.weniger
Der Titel ist nicht Programm
Autor: Amazon.de Kunde
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13.05.2013
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Wer hinter dem Titel "Eros" des Romanes von Helmut Krausser eine erotisch angehauchte Geschichte erwartet, wird und soll wohl enttäuscht werden. Wortgewaltig schlidert der Autor hier eine lebenslange besessene Liebe - oder vielleicht auch eine fixe Idee -, die natürlich in der Vergeblichkeit enden muss. Absolut lesenswert.
Der Autor des Autors tappst in die Falle des Protagonisten
Autor: Amazon.de Kunde
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07.01.2012
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Kurz gesagt: Helmut Krausser ist schwer zu durchschauen. Bei diesem Buch ganz besonders schwer. Romanautor Krausser denkt sich einen (namenlosen) Romanautoren aus, der von einem mächtigen Industriellen gebeten wird, einen Liebesroman nach seinen eigenen Lebenserinnerungen zu schreiben. Weil er sich und seine Geschichte damit unsterblich machen will. Schon nach den ersten Zeilen ist die Versuchung groß, Krausser in der Figur des fiktionalen...mehr Autoren zu entdecken und es wird bis zum Ende immer wieder so sein. Dabei wirkt der Protagonist-Roman-Autor zunächst klug und abgeklärt, entlarvt sich aber im Laufe des Buches als Gefangener. Nicht körperlich, sondern geistig. Er verliert die kritische Distanz zu seinem Sujet, er verzichtet letztlich sogar auf seine eigene Verschriftlichung, sondern übernimmt alles, was sein Auftraggeber ihm überlassen hat. Denn, so lässt sich am Ende ahnen, nur das ist die vollkommene Fiktion: Eigentlich ist die Geschichte nichts anderes als eine Analogie der Bibel. Gott lenkt die Geschicke, aber die Macht über den Willen und Geist der Menschen hat er nicht. Immer wieder müht er sich um ihre Zuneigung, doch ausgerechnet jene, die ihm besonders wichtig sind, verweigern sich. Also schafft er sich Statthalter, die ihm treu folgen und letztlich seine größte Bedrohung sind. Damit nicht sie die Bibel als moralische Instanz verfassen können, bittet er selbst einen Verfasser, seine Vorstellung der Geschichte unsterblich zu machen. Theoretisch ist "eros" also fast ein Meisterwerk. Aber einige der Konstrukte und geschichtlichen Anbiederungen sind so platt, dass sie beim Lesen einfach nur nerven. Die Beatles-Geschichte und die Ohnesorg-Anekdote kritisierte einer der anderen Rezensenten schon. Nervig auch das Treffen des allwissenden Stasi Mannes mit dem allwissenden Industriellen, so als ob göttliche und staatliche Willkür um jeden Preis aufeinandertreffen sollten. Das Buch "eros" zu nennen und über jemanden zu schreiben, der so gar nicht weiß, was das bedeutet, ist allerdings brillant. Wollen wir hoffen, Gott ist anders.weniger
Kraussers Meisterstück
Autor: Amazon.de Kunde
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22.02.2011
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Tom Tykwer sei aufrichtig dafür gedankt, aus dem Drehbuch keinen Film gemacht zu haben und damit diese Romanversion erst ermöglicht zu haben. Mit dem Verzicht auf seine üblichen pseudointellektuellen Spielereien ist Helmut Krausser nämlich hier ganz nebenbei ein Meisterwerk gelungen. Für mich ist Eros schlicht und einfach DER deutsche Roman des zwanzigsten Jahrhunderts. Und der Beweis dafür, dass sich der wohl meistunterschätzte deutsche Autor...mehr der Gegenwart nicht immer selbst im Weg stehen muss.weniger
Potenzial verschenkt
Autor: Amazon.de Kunde
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22.05.2007
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Nicht neu ist, dass Krausser polarisiert. Im Fall von "Eros" habe ich nun gewissermaßen die Pole gewechselt. War ich - gerade bei "Melodien" und "Thanatos" - noch glühender Verehrer seiner oft prätentiösen, stark konstruierten, aber berückend gut geschriebenen Mammutwerke, hat mich "Eros" in beinahe jeglicher Hinsicht enttäuscht. Bis über den Rand der Unglaubwürdigkeit hinaus wird hier ein weiterer...mehr Versuch unternommen, den gesamtdeutschen Nachkriegsroman zu schreiben. So wie Krausser seinen Protagonisten schnitzt, bietet dieser ihm allmächtige Chancen, auch absurdeste Konstellationen zu rechtfertigen. Als Teil des Wirtschaftswunders zu einem der reichsten Männer in ganz Deutschland geworden, verfolgt Alexander von Brücken die Obsession seiner heimlichen Liebe, die er nahezu gar nicht persönlich kennt, bis weit in den Wahn hinein. Für Abermillionen installiert er einen eigenen paramilitärischen Geheimdienst, der seine angebetete Sofie auf Schritt und Tritt verfolgt. Was genau an ihr aber nun derart reizvoll ist, bleibt ewig unklar. Sie selbst als sein Gegenbild taucht nach einer Erzieherinnenausbildung ab, studiert und geht in den Widerstand. Nun ergibt es sich, dass von Brückens Bodyguards höchstpersönlich sie davor retten, anstelle von Benno Ohnesorg erschossen zu werden. Ihr Retter ist undercover dabei, aber allzeit zu feige, sich zu offenbaren. Er vereinsamt in seiner Prunkvilla und nimmt am Leben nur Teil durch seine perfiden Spitzel. Bei alldem lässt Krausser leider zum Einen das Gespür für die Sprache der jeweiligen Zeit vermissen, schreibt zuweilen flapsig, zeigt, dass die Sprache gerade der 60er Jahre nicht seine eigene ist. Und spätestens als von Brücken den Beatles unendlich viel Geld bieten will, damit sie sich nicht trennen, wird der Roman zum Ärgernis. Natürlich wird Sofie noch heimlich in die DDR abgeschoben und natürlich rettet von Brücken sie auch von dort, und natürlich scheitert er am Ende trotzdem. Nicht zuletzt auf Grund der riesigen Diskrepanzen zwischen beiden. Die Erzählperspektive mit einem selbstverliebt-zynischen Erzähler, der schlussendlich die Gespräche von Brückens kolportiert, ist zu Beginn noch überzeugend, doch verliert sich dieser Vorzug bald in Beliebigkeit und so bleibt der Roman beispielsweise meilenweit hinter Kehlmanns "Ich und Kaminski" zurück, das genau diese Erzählhaltung des selbstverliebten, eitlen Pfaus perfektioniert. Dass der Eros selbst im Roman nur unterkühlt und in fahler Sprache zu Tage tritt, ist Teil des Konzepts. Nach den völlig berechtigten Lobpreisungen früherer Werke von Krausser scheint er allmählich an seinen Überambitionen zu scheitern. Dieser Roman hatte großes Potenzial, ist jedoch leider fast auf ganzer Strecke enttäuschend. Inhaltlich, sprachlich, erzählerisch. Und das, obwohl er selbst diesen Stoff 17 (!) mal be- und überarbeitet hat, bevor er ihn nun als Roman veröffentlicht hat.weniger
Vom ersten Satz bis zur letzten Silbe: lesen!
Autor: Amazon.de Kunde
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15.02.2007
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Der erste Satz eines Romans ist für mich oft ein entscheidendes Kaufkriterium. Deshalb zitiere ich ihn: "Ohne viel von ihm zu wissen, außer dem wenigen, was es hier und da zu lesen gab, und ohne ihn je gesehen zu haben, außer auf schon vergilbten Fotografien, war er mir widerlich." Dass ein so eingeführter Protagonist es wert ist, ihn kennen zu lernen, hatte mich überzeugt. Wer mir dabei nicht folgen mag, dem seien die Rezensionen der...mehr anderen Leser empfohlen. Eros zählt für mich zu den Büchern, bei denen man sich am liebsten beim Autor persönlich für die Stunden bedanken möchte, die man in seiner geschaffenen Gesellschaft verbracht hat. Und vielen Dank auch für die Ausdauer eines gewissenhaften Autors, der der Stoffbearbeitung fast zehn Jahre widmete, bevor er zufrieden war.weniger
Sehr komplex!
Autor: Amazon.de Kunde
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13.02.2007
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Helmut Krausser hat mit seinem Buch "Eros" einen weiteren, tollen und komplexen Roman geschrieben, der alles, was Wahnsinn, Leidenschaft, Genie, Liebe und Entwicklung betrifft, enthält. Sehr zu empfehlen!!!
Roman im Roman
Autor: Amazon.de Kunde
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05.01.2007
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Wer bei dem Titel "Eros" eine furiose Liebesgeschichte erwartet mag nach dem Lesen des Romans enttäuscht sein. Vor dem Hintergrund einer (unerfüllten oder unerwiderten) Liebe geht es vielmehr um das Erzählen. Ums das Erzählen der eigenen Lebensgeschichte und der Verarbeitung der Erinnerungen, wunderbar praktiziert in der Umsetzung Kraussers. Dass der Ich-Erzähler die "Biographie" Alexander von Brückens im Roman nicht als...mehr fiktionalen Roman umwandelt, sondern vielmehr als fast wörtliche Abschrift zu Papier bringt, da "[d]ie Art, wie er manches nicht [im Original kurssiv] beschrieb, oder zu beschreiben sich weigerte, schien (...) mehr mitzuteilen, als es jede noch so ornamentreiche Erfindung vermocht hätte" (S. 317), macht den Reiz des Romans aus.weniger
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