Ein sehr ausführliches Buch..
das mir durchaus auch weiter geholfen hat. Allerdings sind die Seiten sehr zart und leicht empfindlich. Schade, denn dieses Buch muss mehr als einmal zur Hand genommen werden, damit man sich konzentriert mit dem Inhalt auseinander setzen kann und dieser Vorgang wird schwierig, wenn man immerzu darauf achten muss, nichts kaputt zu machen. Vom Inhalt her gibt es aber nichts auszusetzen. Das Denken in Japan wird einfach und klar geschildert und dem Leser werden viele interessante Informationen geboten.
In diesem Bändchen finden sich drei Aufsätze des berühmten Politikwissenschaftlers Maruyama Masao: "Denken in Japan" (1957), "Die japanischen Intellektuellen" (die überarbeitete Fassung von 1982) und "Was man ist und was man tut" (1959). Eingangs begegnet man einem etwa 15 seitigen Vorwort, das erklärt, wer Maruyama war.
Die Aufsätze selbst bieten ideen- oder geistesgeschichtliche Skizzen, keine kalten Detailanalysen, eher scharfsinnige Einblicke in das Denken japanischer Intellektueller meist vor oder nach dem 2.Weltkrieg, und deren Auseinandersetzung mit dem Kommunismus, der Modernisierung und den Traditionen Japans. Der letzte Aufsatz versucht eine Charakterstudie, getragen von einem unterschwelligen, kritischen Ton.
Letztlich habe ich aus dem Buch recht viel gelernt, die vielen neuen Namen gaben Anlass zum Weiterlesen und zur Recherche, soziale Herkunft und Status des "Intellektuellen" in Japan - all das war recht aufschlussreich. Besonders der erste titelgebende Aufsatz ist selbst bereits ein geistesgeschichtliches Monument, ein Klassiker seiner Art - freilich mit dem entsprechenden Alter.