Ich kann mich der Rezi von Sally Midnight nur anschließen. Aus dem Film ist nicht ersichtlich, worum es geht und erst die Rezis machten mich klüger.Das Versteckspiel des Killers hielt ich auch für geheimnisvoll. Bis er sich zeigt. Dann macht es rückblickend keinen Sinn.Der nervige aber doch liebenswerte Trottel, der Killer mit dem sadistischen Spaß am Töten, die Kommandeuse mit der großen Schnauze und der schweigsame Boss, der eine günstige Gelegenheit abwartet, sind ja nicht schlecht, etwas Sinn hätte der Geschichte aber sehr gut getan. Der Bruder, um den es scheinbar geht, wird nur anfangs flüchtig erwähnt und so weiß keiner, worum es bei dieser Suche oder Verfolgung geht.Und da ich nicht weiß, worum es geht, kann ich bei der Hauptfrage, wie es ausgeht, keine Vorstellungen entwickeln.Warum die Ansammlung von aufgeworfenen Fragen, Auslassungen und Ungereimtheiten irgend eine Klasse sein soll, hat mir bisher noch niemand erklären können.Wohl eher ein Film für Leute, die beim Begriff Logik die Finger in die Ohren stecken.
Das Schießen - wohl eher nicht!
Ich habe mir den Film vor einer Weile gekauft, in der Hoffnung, einen Western zu sehen, der (wie es der Titel ja vermuten lässt) viel mit einer Schießerei oder zumindest einem Duell zu tun hat. Pustekuchen.Wie sich herausstellte ist es kein gewöhnlicher Western, sondern eher ein Psychospiel (oder so etwas ähnliches) zwischen 4 sehr undurchsichtigen Charakteren in einer öden Landschaft. Die Story ist sehr langwierig und teilweise auch verwirrend. Hätte ich nicht vorher auf der DVD-Hülle gelesen worum es geht, wäre ich vermutlich den ganzen Film lang im Dunkeln getappt, wer hier wen hinterherläuft/-reitet und warum.Die Musik zum Film ist auch nicht grad besonders zu empfehlen und Zusatzmaterial ist auf der DVD ebenfalls nicht vorhanden. Alles was neben dem Film in deutsch ansehen noch möglich ist, ist ihn in Englisch zu sehen.Meiner Meinung nach nicht besonders zu empfehlen es sei denn, man wollte schon immer mal Jack Nicholson in jüngeren Jahren vor der Kamera sehen.
Psychedelischer Wilder Westen...
Monte Hellman ist ein recht in Vergessenheit geratener amerikanischer Filmregisseur, der in den 60er und frühen 70er Jahren mit "Das Schiessen" und "Asphaltrennen" zwei interessante Kultfilme drehte, danach in der Bedeutungslosigkeit verschwand und erst 1992 wieder ins Gespräch kam als Mentor von Quentin Tarantino und Produzent von dessen Erstlingswerk "Reservoir Dogs".Durch die Zusammenarbeit von Regisseur Hellman mit dem damaligen Nachwuchsstar Jack Nicholson in seinem 1964 gedrehten Film "The Terror" wurden die beiden enge Freunde und dies führte dazu, dass Nicholson in den beiden Hellman Western "Ritt im Wirbelwind" und "Das Schiessen" mitwirkte.In Amerika floppten die Hellman Filme, in Europa wurden sie von der Kritik positiv gefeiert. Beide Filme wurden in Cannes als existentialistische Meisterwerke gewürdigt.Dabei geht es in "Das Schiessen" vor allem um einen Ritt, einen Auftrag, der sich später als Jagd heraussetellen wird:Der Cowboy Willett Gashade (Warren Oates), der früher auch seine Brötchen als Kopfgeldjäger verdiente, kehrt eines nachts in seine Goldmine zurück, die er mit seinem Bruder Coin und seinen Freunden beiden Freunden Coley Boyard (Will Hutchins) und Leland Drum (B.J. Merholz) betreibt. Doch es knallen Kugeln um seine Ohren. Er erfährt vom veränstigten Coley, der ihn für einen Fremden hielt, und deshalb panisch geschossen hat vom Tod Lelands. Dieser von einem Unbekannten im Lager erschossen. Coley war im Zelt und beobachtete das letzte Gespräch, das Leland mit dem ominösen Fremden führte, der nicht zu sehen war. Erfahren konnte er nur, dass Leland und Coin bei einem Ausflug in die Stadt Winslow einen über den Durst getrunken haben und volltrunken auf dem Weg nach Hause aus Versehen im Übermut ein Mann und ein Kind zu Tote geritten haben.Coin ist auf der Flucht vor dem Rächer.In der Einöde trifft bald eine mysteriöse Frau, (Millie Perkins) ein, die ein großes Interesse daran zu haben scheint, nach Kingsley zu gelangen.Eine Strecke, wo auch Coin vermutet wird. Sie bietet den beiden Cowboys 1000 Dollar für die Begleitung an. Willet vermutet in der fremden Frau, die immer kurz angebunden ist, die Mutter und Frau der Toten. Der Ritt führt bald durch die Wüste, ein Profikiller (Jack Nicholson) gesellt sich hinzu und bald geht es um ganz existenzielle Fragen, um Leben und Tod...Ein klasse Western - vorausgesetzt man kann sich auf die spröde und kryptische Handlung einlassen. Im Grunde passiert nicht viel. Es wird jemand gejagt und die Jäger - alle aus unterschiedlichen Gründen dabei - verbergen ihre Gesinnung. Der Zuschauer kann auch ein bisschen spekulieren, dabei lernt er die charakterlichen Profile der vier Protagonisten immer besser durch ihre Handlungsweisen und Gespräche kennen. Nebenschaupätze gibt es nicht. Hellman ist ganz nah bei seinen interessanten Figuren und schafft Platz für Tiefe, Atmosphäre und Meditation.Total unbekannt und trotzdem ein echtes Meisterwerk des Genres.
Perfektes psychedelisches Kino im Westerngewand
In der 60ern experimentierte man in den USA bereits auf dem Western-Sektor. Im Gegensatz zur Glorifizierung und dem amerikanischen Patriotismus, der in den Filmen von John Ford gern angewendet wurde, zeigte -Das Schießen- das krasse Gegenteil.Monte Hellmans Western, ist das was man jederzeit als Anti-Western bezeichnen kann. Eine zum Zweck zusammengekommene 4-köpfige Gemeinschaft ist auf unterschiedliche Art und Weise im Begriff ein Ziel zu verfolgen. Alle Beteiligten scheitern an Böswilligkeit, eigener Ignoranz und Menschenverachtung. Jeder Einzelne auf seine Weise. Als Ambiente zu diesem Drama, wird eine undurchdringliche, depressiv wirkende Wüstenlandschaft präsentiert. Die Kameraarbeit von Gregory Sandor trägt sehr stark zu diesem Gesamteindruck bei.Jeder der vier Hauptdarsteller verkörpert den ihm vorgegebenen Charakter absolut überzeugend. Angefangen bei Naivität bis hin zu Lakonismus. Hellman setzt hierbei geschickt auf die krassen Gegensätzlichkeiten.Die Story ist einfach gestrickt. Die Beweggründe spielen sich eher im Kopf der Zuschauer ab. Eine Sache die bei -Das Schießen- auch unverzichtbar ist. Der Zuschauer ist gefordert mit den Personen des Films eins zu werden. Sich in deren Egos zu vertiefen. Nur auf diese Weise gelingt es, die Brillanz dieses Films authentisch mitzuerleben-Das Schießen- ist einer der Filme, die leider niemals den Bekanntheitsgrad erhalten haben, den sie eigentlich verdient haben. Perfektes psychedelisches Kino im Westerngewand.Zur Umsetzung: Das Bild und der Ton sind in jeder Hinsicht als gut zu bezeichnen.
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