Es ist einfach der beste Film den es zu diesem Thema gibt.Volle Punkte!!
Brüller aus Omas Klamottenkiste
Ein Dank an Studiocanal, diesen Komödienklassiker aus den Tiefen des Filmarchieves gehieft zu haben. Ist "Sein oder nicht sein" für alle Filmhistoriker ein wohlbekannter Meilenstein des Kinos, ist er der breiten deutschen Öffentlichkeit wohl weniger bekannt.Die Verwirrungen um die polnische Theatergruppe, in dem von Nazis besetzten Warschau ist zu komplex und virtuos, um sie ausgiebig zu erläutern. Im Groben geht es aber darum, einem deutschen Spion, der die Adressen von polnischen Dissidenten und Widerständlern besitzt, die Liste mit den Namen abzujagen. Da die Namen der Schauspieler mit auf der Liste sind, ist es in ihrem ureigensten Interesse die Liste zu vernichten, um einer Hinrichtung zu entkommen.Zuerst versucht man es mit der stärksten Waffe, nämlich dem weiblichen Charme der bekannten Theaterschönheit Maria Thura. Als diese jedoch im Büro des Spions festsitzt, verkomplizieren sich die Dinge ungemein und die Theatergruppe muß selbst das Heft in die Hand nehmen um den eigenen Kopf zu retten. Da eine vor kurzem eine Parodie auf Adolf Hitler aus dem Theaterprogramm genommen wurde, die Uniformen aber noch in der Requisite lagern, fliegt der zündende Funke schnell: Man muß sich selbst als Nazis ausgeben und die Liste der Widerkämpfer aus der Höhle des Löwen klauen...Abgesehen von turbulenten Beziehungsintrigen innerhalb der Theatertruppe und den kunstvoll ineinander geschachtelten Täuschungsmanövern der Theaternazis, punktet "Sein oder nicht sein" aber vor allem mit leichtfüßgiem Wortwitz und respektloser Demaskierung der Mechanismen des Naziregimes und Führerkultes. So werden blinder Gehorsam, Rassenideologie und Militärwahn schonungslos der Lächerlichkeit preisgegeben.1942, als längst noch nicht alle Kriegsgräuel Hitlers im Bewußtsein der Öffentlichkeit waren, ließen sich wahrscheinlich Parodien auf das Hitlerregime noch unbeschwerter inszenieren. Die allgemeine Übereinstimmung, daß man "darüber" keine Witze macht, manifestierte sich erst später, wahrscheinlich zusammen mit der Veröffentlichung von Bildern aus den Konzentrationslagern. So aber konnte man sich zum Zeitpunkt der Uraufführung noch ungenierter und unbeschwerter an dem geistreichen Humor des Filmes erfreuen, als es in der unmittelbaren Nachkriegszeit möglich war.Zu beschämend wird hier auf den geistigen und menschlichen Bankrott der Naziideologie hingewiesen und zu sehr wird die Verachtung frei denkender Menschen für den Gehorsamskult deutlich, als daß es der betroffenen deutschen Bevölkerung in den Jahrzehnten nach Beendigung des Krieges zugemutet werden konnte, da sie doch mit vergeßen, verdrängen, verleumden und Wiederaufbau beschäftigt war. in die noch nicht ganz verschloßenen Wunden durfte kein salz gestreut werden.Die heutige Generation kann sich dafür aber aus zeitlicher Distanz und aus Gründen politischer Unbefangenheit umso mehr am sprühenden Witz und politisch unkorrekter Parodie auf eine Art und Weise erfreuen, die heutiger Fäkalhumor nicht mehr zu liefern in der Lage ist.Das Bild: Auch auf Beamer durchaus zuträglich und vermittelt durch ein nicht zu steril restauriertes Bild, ein Heimkinoerlebnis der angenehm altmodischen Art.
Lieferung pünktlich und trotz gebrauchter DVD war diese in tadellosem Zustand - für jeden Lubitsch-Fan ein Muß. Schwarzer Humor vom Feinsten.
alles bestens! Wenn die Welt nur in etwa so wäre, dann würde ich mich sehr freuen, aber es ist unwahrscheinlich. Leider.
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